David Craik

David James Craik ist ein australischer Chemiker (Peptid-Chemie) und Pharmakologe.

Craik studierte an der La Trobe University in Melbourne und promovierte dort in organischer Chemie. Als Post-Doktorand war er an der Florida State University und Syracuse University und 1983 wurde er Lecturer am Victorian College of Pharmacy, an der er 1988 Professor für medizinische Chemie wurde. Ab 1995 war er Professor an der University of Queensland, wo er ein biomolekulares NMR-Labor aufbaute. Er ist Australian Research Council Laureate Fellow.

Er entdeckte die Cyclotid-Familie zirkulärer Proteine und charakterisierte zahlreiche Tiergifte, darunter Gifte von Kegelschnecken. Cyclotide entdeckte er, als er die Wirkstoffe von Oldenlandia affinis untersuchte, die afrikanische Frauen als Tee zur Geburtshilfe nutzen. Neben der kreisförmigen Struktur sind sie durch Disulfid-Brücken stabilisiert (darunter ein Cystin-Knoten). Sie dienen den Pflanzen als natürliche, sehr stabile Insektizide. Er entdeckte und charakterisierte daraufhin auch weitere zirkuläre Proteine und Peptide von Bakterien, Tieren und Pflanzen (wie Theta-Defensine und das Lasso-förmige Peptid Microcin J25 aus Bakterien). Er entwickelte auch künstlich zyklisierte Peptide, darunter eines, das oral aktiv ist und rund hundertmal wirkungsvoller als die bis dato besten klinisch verwendeten Mittel gegen neuropathische Schmerzen.

2011 erhielt er den Ralph F. Hirschmann Award in Peptide Chemistry, 2014 den GlaxoSmithKline Award for Research Excellence und die Ramaciotti-Medaille für biomedizinische Forschung, 2015 den Vincent du Vigneaud Award und 2012 den Josef Rudinger Memorial Award. Er ist Mitglied der Australian Academy of Science, ist Ehrendoktor der Universität Kalmar und Ehrenprofessor an der Jinan Universität in Hangzhou. Er ist Fellow der Royal Society.

Schriften (Auswahl)

Außer die in den Fußnoten zitierten Arbeiten.

Einzelnachweise

  1. ↑ Reena Halai, David J. Craik, Conotoxins: natural product drug leads, Natural Product Reports, Band 26, 2009, S. 526–536
  2. ↑ Craik, Circling the enemy: cyclic proteins in plant defence, Trends in Plant Science, Band 14, 2009, S. 328–335.
  3. ↑ Anne C. Conibear, D. J. Craik The chemistry and biology of theta defensins, Angewandte Chemie International Edition, Band 53, 2014, S. 10612–10623
  4. ↑ R. J. Clark, J. Jensen, S. T. Nevin, B. P. Callaghan, D. J. Adams, D. J. Craik, The engineering of an orally active conotoxin for the treatment of neuropathic pain, Angewandte Chemie International Edition, Band 49, 2010, S. 6545–6548
  5. ↑ Eintrag bei der Royal Society
Personendaten
NAME Craik, David
ALTERNATIVNAMEN Craik, David James (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG australischer Chemiker (Peptid-Chemie) und Pharmakologe
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert