David Lasar (* 5. Oktober 1952 in Wien) ist ein österreichischer ehemaliger Politiker (FPÖ). Er war von Juni 2016 bis Oktober 2019 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und davor Stadtrat in Wien sowie Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats.
David Lasar ist der Sohn von Siegfried Lasar und Hildegard, geb. Reisinger. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Väterlicherseits überlebten nur sein Großvater und sein Vater den Holocaust, die meisten Familienmitglieder wurden in den Konzentrationslagern von den Nazis ermordet. Der Großvater Benzion Lasar hatte im Ersten Weltkrieg gedient und kehrte verwundet zurück. Danach war er Vorsitzender des Verbandes jüdischer Kriegsversehrter. Diese auch noch 1938 ausgeübte Funktion habe ihm, dem Enkel David Lasar zufolge, nach dem „Anschluss Österreichs“ „einen gewissen Schutz gegeben“. Dennoch mussten die beiden den Judenstern tragen und waren als Zwangsarbeiter eingesetzt. Davids Großmutter und die Mutter sind beide zum Judentum konvertiert, wurden jedoch von den Nazis nicht verfolgt.
Nach 1945, in der wiedererrichteten Republik Österreich, erhielt Siegfried Lasar als Wiedergutmachung eine Trafik im 2. Bezirk Leopoldstadt, wo auch Sohn David mitarbeitete. Wiewohl Vater Siegfried etwa dreißig Jahre für die Wiener Likud-Partei (vormals „Heruth“), deren Generalsekretär in Österreich er ebenso war, wie auch Mitbegründer deren rechter Parteizeitung „Heruth“, sowie auch ÖVP-Bezirksrat in der Leopoldstadt, so wendete er sich aus Enttäuschung über den Kurs der ÖVP den Freiheitlichen zu. Dies hatte seinen Ursprung darin, dass er in den 1980er Jahren im Zuge eines Kuraufenthalts im oberösterreichischen Bad Hall das Geschwisterpaar Ursula Haubner und Jörg Haider kennenlernte. Während Sohn David noch die ÖVP wählte, legte ihm der Vater nahe sich bei der FPÖ zu engagieren.
Die Familie Lasar war mit der Familie des späteren IKG-Präsidenten Ariel Muzicant einst befreundet, die beiden Väter Lasar und Muzicant haben viel Zeit miteinander verbrachtet. Nach David Lasars Politikeinstieg bei der FPÖ unterkühlte sich das Verhältnis zwischen ihm und Ariel Muzicant zunehmend.
Lasar besuchte nach der Volksschule das Gymnasium und absolvierte seinen Präsenzdienst beim Bundesheer. Seinen Beruf gibt er in den Biografien mit Kaufmann an.
Erstmals betätigte sich David Lasar im Jahr 1997 für die FPÖ in seinem Heimatbezirk Floridsdorf (21. Gemeindebezirk); seinen Mitgliedsantrag zum Eintritt in die FPÖ unterschrieb er 1998. Während eines nicht publizierten Zeitraums (so in den Profilen des Parlaments, der Stadt Wien und auf meineabgeordneten.at) war er in seinem Bezirk FPÖ-Bezirksrat.
Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2005 kandidierte er im 21. Bezirk als Spitzenkandidat seiner Partei und war ab dem 11. November 2005 für die FPÖ im Wiener Landtag und Gemeinderat. In der 18. Gesetzgebungsperiode war er Mitglied in den Ausschüssen „Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke“ sowie „Gesundheit und Soziales“. 2010 wurde er nicht amtsführender Stadtrat in Landesregierung und Stadtsenat Häupl V.
Als Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde wurde David Lasar kritisiert, der FPÖ ähnlich wie Peter Sichrovsky als „jüdischer Persilscheingeber“ zu dienen, da er laut einer FPÖ-Presseaussendung auch über „hervorragende internationale Kontakte“ verfüge.
Im Juli 2011 reiste Lasar nach Libyen und traf sich mit Saif al-Islam al-Gaddafi, dem Sohn von Muammar al-Gaddafi, und verurteilte die Luftangriffe der NATO während des Bürgerkrieges in Libyen.
Im Mai 2016 wurde bekannt, dass Lasar im Juni 2016 als Nachfolger von Gernot Darmann in den Nationalrat wechseln und Ursula Stenzel Lasar als nicht amtsführende Wiener Stadträtin (Landesregierung und Stadtsenat Häupl VI) nachfolgen werde. David Lasar wurde daraufhin am 24. Juni 2016 als Darmanns Nachfolger zum Nationalratsabgeordneten ernannt.
Im Juni 2019 gab Lasar bekannt, bei der Nationalratswahl nicht mehr zu kandidieren. Er begründete diesen Schritt unter anderem damit, dass nicht mehr er von seiner Partei auf den Spitzenplatz der Liste im Regionalwahlkreis Wien Nord (9G) für die Nationalratswahl 2019 gesetzt wurde, sondern der von ihm als rechtsextrem bezeichnete Martin Graf, sodass „man ihm ausgerechnet einen parteiintern umstrittenen Burschenschaftler vor die Nase gesetzt hat“. Des Weiteren führte Lasar als Grund die Entsendung Grafs zur Sitzung des Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus an. Am 28. Juni 2019 erklärte er schriftlich seinen Austritt aus dem Freiheitlichen Parlamentsklub.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lasar, David |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (FPÖ), Abgeordneter zum Nationalrat |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1952 |
| GEBURTSORT | Wien |