

David Ruetschmann (auch Rutschmann) alias Frater David a Sancto Cajetano (* 5. Oktober 1726 in Lembach; † 4. Februar 1796 in Wien) war ein Augustinermönch, Mathematiker, Uhrmacher und Mechanikus.
Am 5. Oktober 1726 wurde David Ruetschmann als Sohn eines Zimmermannes in Lembach, Grafschaft Fürstenberg, im Schwarzwald geboren. Ab dem zwölften Lebensjahr erlernte er das Zimmermanns- und Schreinerhandwerk.
Nach der Lehre, in der er sich auch einiges mathematisches Wissen aneignen konnte, ging er mit 20 Jahren auf Wanderschaft und kam 1746 nach Wien, wo er zunächst als Tischler in einer Vorstadt arbeitete. Im Jahr 1753 trat er in das Barfüßerkloster der Augustiner von Mariabrunn ein, wo er am 22. März 1754 die Profeß ablegte und den Namen Frater David a Sancto Cajetano annahm. 1760 übersiedelte er ins Wiener Hofkloster der Augustiner Barfüßer.
Über fünf Jahre besuchte er an der Universität Wien Vorlesungen in Philosophie, Mathematik und Mechanik, letzteres bei Joseph Walcher.
Am 4. Februar 1796 starb Cajetano im Wiener Hofkloster („Kloster am Augustinerplatz“).
„Dm 4. Februar verstarb allhier im K.K. Hofkloster der Augustiner Barfüsser, Fr. David (Rutschmann) a S. Cajetano, aus dem Schwarzwalde von Lembach, im Fürstenbergischen, gebürtig, im 70. Jahre seines Alters und im 42. des Ordens. Der Verlust dieses rühmlich bekannten geometrischen, physischen und astronomischen Künstlers, wird von allen wahren Mathematikern und ächten Künstlern, welche dieses seltene Genie gekannt haben, besonders aber von seinen Mitbrüdern um desto mehr bedauert, als sie durch seinen Tod nicht nur den sinnreichsten Erfinder der erhabensten Kunstwerke, sondern zugleich ein besonderes Beyspiel der Demuth und Frömmigkeit, und eben daher, eine kostbare Zierde ihres Ordens verloren haben.“
Er wurde auf dem Friedhof von Mätzleinsdorf außerhalb Wiens beigesetzt.
1760 beginnt Frater Cajetano an einer astronomischen Kunstuhr zu arbeiten, die er am 21. März 1769 fertigstellt. Die Uhr besitzt zwei Zifferblätter, 32 Zeiger und 20 weitere bewegliche Teile. Es kann damit eine Fülle kalendarischer und astronomischer Daten abgelesen werden, wie Mondphasen, Planetenumlaufbahnen, Tierkreiszeichen, Erdachsenstellung und vieles andere mehr. Die Uhr befindet sich heute im Uhrenmuseum in Wien.
1781 zieht Cajetanos Neffe, der Uhrmacher Joseph Ruetschmann († 1801) nach Wien. Im Auftrag Josephs von Schwarzenberg baut er 1793 nach den Entwürfen und Vorlagen Cajetanos eine astronomische Standuhr, die sich noch heute in Schwarzenbergschem Familienbesitz befindet.

1790 entwirft Cajetano noch eine dritte astronomische Standuhr. Gebaut wurde sie von dem Uhrmacher Ignatz Berlinger und in der Literatur 1793 datiert. Die Uhr ist im Besitz der Republik Österreich und steht in den Räumlichkeiten des Bundespräsidenten in der Wiener Hofburg.
Im Juli 1814 bot Berlinger nach den Plänen von David Ruetschmann sowie seines Neffen Joseph gebaute astronomische Uhren zum Verkauf an:
„Unterzeichneter habe die Ehre, einem hohen Adel, allen Kennern und Liebhabern künstlicher Uhrwerke hiemit anzuzeigen, daß ich eine grosse astronomische Uhr verfertigt habe, die nebst mehrern andern Zeigerwerkern, den Lauf der Sonne und des Mondes, in dem Thierkreise, letztern mit seiner genauen Anomalie, den Stand seines Apogäum und Perigäum, auch seine Breite weiset; ferner die wahre und mitlere Zeit, die italienischen Stunden, Sonnenauf- und Niedergang […]. Das diese Uhr besonders Auszeichnete besteht darin, daß die obigen astronomischen Umlaufzeiten nach dem neu erfundenen Rädergebäude des berühmten Frater David Ruetschmann, aus dem hiesigen k. k. Hofkloster der Pater Augustiner, ausgeführet sind […]. Dann habe ich Noch die von Herrn Joseph Ruetschmann verfertigte Planetenuhr, wo in einem künstlich geschliffenen Himmelsglobum die Planeten sich in ihren gehörigen Perioden um die Sonne bewegen; diese Maschine wäre vorzüglich zum Unterricht geeignet, um dem Schüler einen anschaulichen Begriff von unsern Sonnensystem zu geben.“
Im August 1769 beginnt er mit der Instandsetzung der Herzanischen Uhr, der Überlieferung nach ein Werk des Augsburger Uhrmachers Christof Schenner. Nach einjähriger Reparatur des Werkes führt Frater Cajetano im Wiener Bürgerlichen Zeughaus der kaiserlichen Familie (Kaiserin Maria Theresia, Kaiser Joseph II und Leopold II) die Uhr vor.
1774 setzt Frater Cajetano eine Maschine von Johann Georg Neßtfell, die das kopernikanische Weltbild darstellte, wieder in Gang. Für die Uhr des Stephansdoms fertigt er eine Pendelregulierung.
1773 freskiert Johann Baptist Wenzel Bergl die Decke der Klosterbibliothek und porträtiert ihn mit einer Armillarsphäre. Seit 1829 ist die ehemalige Klosterbibliothek des Wiener Hofklosters öffentlicher Lesesaal (Augustinerlesesaal) der Nationalbibliothek.
In seinem Geburtsort Lembach wurde 1996 eine Sandsteinbüste enthüllt.
In den 90er Jahren beschäftigt er sich hauptsächlich mit der theoretischen Aufarbeitung seines Rädergebäudes (Umlaufgetriebe). Drei theoretische Schriften sind hierzu erschienen.
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| NAME | Ruetschmann, David |
| ALTERNATIVNAMEN | Frater David a Sancto Cajetano; Rutschmann, David |
| KURZBESCHREIBUNG | Augustinermönch, Mathematiker, Uhrmacher und Mechanikus |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1726 |
| GEBURTSORT | Lembach |
| STERBEDATUM | 4. Februar 1796 |
| STERBEORT | Wien |