Debbie Gild-Hayo

Debbie Gild-Hayo (hebräisch דבי גילד-חיו) ist eine israelische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin, die in leitender Funktion für die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel arbeitet. Sie wurde durch Interventionen zu Demonstrationsfreiheit, Zivilgesellschaft, sozialer Regulierung, Datenschutz, Polizeibefugnissen und Todesstrafe bekannt.

Leben

Gild-Hayo trat als Anwältin der Vereinigung für Bürgerrechte in Israel hervor, als sie gemeinsam mit Dan Yakir die Polizei zur Sicherung der Jerusalemer Pride-Parade aufforderte und das Demonstrationsrecht einforderte. Sie ist für die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel für Politik- und Gesetzgebungsarbeit verantwortlich. Im März 2026 berichtete sie, eine gegen sie gerichtete Hass- und Bedrohungskampagne habe nach einer Knesset-Debatte auch Familie und Freunde erfasst.

Wirken

Gild-Hayo wendet sich gegen gesetzgeberische Vorstöße, die kritische Nichtregierungsorganisationen politisch brandmarken oder delegitimieren sollten; so warnte sie 2016 vor dem sogenannten NGO- oder Transparenzgesetz in Israel. Sie kritisierte auch Pläne einer Einschränkung der Klagerechte öffentlicher Petenten vor dem Obersten Gericht, weil dies nach ihrer Auffassung den Kampf gegen Korruption und für gute Verwaltung schwächen würde. Im sozialpolitischen Bereich trat sie gegen stundenbasierte prekäre Beschäftigung und gegen die Privatisierung kommunaler Schuldeneintreibung auf. Im Jahr 2023 gehörte sie zu den prominenten Kritikern eines Gesetzes über besondere Kamera- und Datensysteme im öffentlichen Raum und verlangte schärfere Begrenzungen der polizeilichen Datenspeicherung. Internationale Aufmerksamkeit erhielt ihre Kritik Ende 2022 an der von Benjamin Netanjahu gebildeten Koalition und an der Ausweitung der Befugnisse des Ministers Itamar Ben-Gvir über die Polizei, vor deren Folgen für Minderheiten, Protestfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sie warnte. Im Jahr 2026 gehörte sie zu den Gegnern eines neuen israelischen Gesetzes zur Todesstrafe und kündigte für die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel eine sofortige Petition an den Obersten Gerichtshof an.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Bürgerrechtlerin zu Israels Todesstrafe: „Parteien haben Angst, sich gegen das Gesetz zu stellen“. In: taz. 29. März 2026, abgerufen am 29. März 2026.
  2. 1 2 3 Israel moves sharply to right as Netanyahu forms new coalition. In: The Guardian. 22. Dezember 2022, abgerufen am 29. März 2026 (englisch).
  3. ↑ "זהו מאבק על הדמוקרטיה ושלטון החוק בישראל". In: ynet. 14. Juli 2006, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
  4. 1 2 החוק לסימון עמותות שהשלטון לא אוהב. In: ynet. 19. Juni 2016, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
  5. 1 2 תוכיח שיש לך אחות: ללא עותרים ציבוריים המאבק בשחיתות ייפגע. In: כלכליסט. 14. Mai 2019, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
  6. ↑ 23% מהשכירים הם עובדים שעתיים, מחציתם מרוויחים עד 4,000 ש"ח. In: דבר. 11. Dezember 2018, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
  7. ↑ הפרטת גביית החובות בערים: "זכויות החייב לא מעניינות את החברות הפרטיות". In: דבר. 5. Januar 2022, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
  8. ↑ אושר בוועדה חוק להצבת מצלמות במרחב הציבורי, עמותות חוששות: "יאגרו מידע על אזרחים". In: ynet. 13. Juli 2023, abgerufen am 29. März 2026 (hebräisch).
Personendaten
NAME Gild-Hayo, Debbie
KURZBESCHREIBUNG israelische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert