
Als Default Mode Network (englisch DMN ‚Standard- oder Voreinstellungsmodusnetzwerk‘ bzw. sinngemäß ‚Ruhezustandsnetzwerk‘) bezeichnet man eine Gruppe von Gehirnregionen, die beim Nichtstun aktiv werden und beim Lösen von Aufgaben deaktiviert werden. Die Ruheaktivität dieser Hirnregionen lässt sich mit fMRT (v. a. Resting state fMRI), PET, EEG und MEG nachweisen. Wobei viele dieser Erkenntnisse 2025 in Frage gestellt wurden, da es Hinweise gibt, dass die gängigen fMRT Verfahren zur Aktivitätsmessung im DMN nicht geeignet sind.
Im menschlichen Gehirn können zwei funktional miteinander verbundene neuronale Netzwerke unterschieden werden, die an unterschiedlichen Aufmerksamkeitsprozessen beteiligt sind. Das „Default Mode Network (DMN)“ ist vor allem dann aktiv, wenn eine Person wach, aber nicht gezielt mit einer Aufgabe beschäftigt ist. Es unterstützt die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit, etwa bei Selbstreflexion oder „innerem“ Denken. Das DMN erzeugt eine kohärente „innere Erzählung“, die die Konstruktion des Selbstgefühls steuert.
Im Gegensatz dazu wird das sogenannte „Anti Correlated Network“ insbesondere bei der Verarbeitung „äußerer“ Reize aktiviert und ist mit nach außen gerichteter Aufmerksamkeit verbunden. Das beschreibend als „Anti Correlated Network“ bezeichnete System umfasst im eigentlichen Sinne das „Task-Positive Network (TPN)“ oder das „Central Executive Network (CEN)“, das in der Literatur auch als „Frontoparietal Network (FPN)“ bekannt ist. Diese Netzwerke zeigen typischerweise eine negative Korrelation zur Aktivität des „Default Mode Networks (DMN)“. Ist das DMN aktiv, sind sie inaktiv – und umgekehrt.

Das gilt nur eingeschränkt. Obwohl das DMN hauptsächlich mit reizunabhängigen Gedanken verbunden ist, kann es durchaus auch durch äußere Reize beeinflusst werden. Dabei reagieren verschiedene Bereiche des DMN unterschiedlich stark auf die äußere Stimulation.
Die Aktivität dieser Hirnregionen ist korreliert. Deshalb wird diese Gruppe von synchron aktiven Hirnregionen als Netzwerk aufgefasst. Das Netzwerk kann mit dem mathematischen Werkzeug Graphentheorie beschrieben werden. Zu den beteiligten Hirnregionen gehören z. B. der mediale präfrontale Cortex, Precuneus, Teile des Gyrus cinguli sowie – schwächer angebunden – der Lobulus parietalis superior des Scheitellappens und der Hippocampus. Die einzelnen Hirnstrukturen sind durch Weißesubstanzbahnen synaptisch miteinander verbunden.


Das DMN wird unter anderem dann aktiv(er), wenn ein Mensch tagträumt, Zukunftspläne macht usw. Es ermöglicht das sogenannte „reizunabhängige Denken“, (englisch stimulus-independent thought).
Gezeigt werden konnte, dass die anatomische und funktionelle Konnektivität des Gehirns im Bereich des Default Mode Networks am stärksten überlappt. Dies wurde so interpretiert, dass der anatomische Aufbau des Gehirns eine Aktivierung des Netzwerks in Zuständen begünstigt, in welchen keine aufgabenspezifische Anforderung besteht (in Ruhezuständen).
Die wichtigsten Regionen im DMN, so z. B. der mediale präfrontale Kortex (mPFC), der posteriore cinguläre Kortex (PCC) und der Precuneus, sind alle mit Aspekten des Selbsterlebens assoziiert:
Das Default Mode Network wurde 2001 von Marcus E. Raichle et al. beschrieben Dabei wurden die aktivierten Gehirnareale im vermeintlichen Ruhezustand mit geschlossenen Augen oder ruhig auf einen Punkt fixiertem Blick mit denen verglichen, die während der Lösung von konkreten Aufgaben aktiviert waren. Es wurden Gebiete gefunden, die im Ruhezustand aktiver waren als bei der Konzentration. Nachdem man Fehldarstellungen ausgeschlossen hatte, wurde erkannt, dass das Gehirn Hintergrundaktivitäten zeigt, die im Ruhezustand vorherrschen, aber bei der Konzentration auf konkrete Funktionen heruntergefahren werden.

Zur Funktionalität des Ruhezustandsnetzwerks gibt es verschiedene Untersuchungen und daraus abgeleitete Hypothesen. So könnte das DMN an mehreren verschiedenen Hirnprozessen beteiligt sein:
Bei einigen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen hat man Veränderungen im DMN gefunden (u. a. Alzheimer-Krankheit, Depression, Autismus-Spektrum-Störungen und Schizophrenie).
Veränderte Bewusstseinszustände (VBZ) oder erweiterter Bewusstseinszustand, (englisch altered state of consciousness (ASC), manchmal auch veränderter Wachbewusstseinszustand (VWB) oder außergewöhnliche Erfahrung (AgE), auch als außergewöhnliche oder nicht-alltägliche Bewusstseinszustände bezeichnet, gehen häufig mit einer veränderten Aktivität im Default Mode Network (DMN) einher. Das DMN ist in typischen Ruhezuständen aktiv und spielt eine zentrale Rolle bei selbstbezogenem Denken, innerer Reflexion und autobiografischem Gedächtnis (englisch Highly Superior Autobiographical Memory). In vielen Formen veränderter Bewusstseinszustände – etwa unter Einfluss von Meditation, Hypnose, sensorischer Deprivation oder psychoaktiven Substanzen (Entheogene), spirituellen oder mystischen Erfahrungen – wird eine Verringerung der Aktivität im DMN beobachtet. Eine verminderte Aktivität im DMN wird während der Meditation beobachtet, die Aktivität im DMN ist reduziert. Dies kann mit einem Gefühl der Präsenz und der Konzentration auf den aktuellen Moment in Verbindung gebracht werden.