Das Defense Switched Network (DSN) ist ein vom US-amerikanischen Militär betriebenes, für die Öffentlichkeit nicht zugängliches, weltweites Kommunikationsnetz. Die kanadischen Streitkräfte haben ebenfalls Zugang zu diesem Netz, um es für ihre eigenen Zwecke zu nutzen (CSN, Canadian Switched Network).
Übersicht
Es ist das vorwiegend genutzte System zur Informationsübermittlung des Defense Information Systems Network (DISN), dem Rückgrat des US-amerikanischen Militärinformationsnetzes.
Das DSN stellt vielfältige Telekommunikationsdienste für die Kommando- und Kontrollelemente des Verteidigungsministeriums der USA sowie dessen unterstellte Abteilungen in Aufgabenbereichen der Logistik, Personalführung, Aufklärung und Instandhaltung sowie einigen anderen Regierungsbehörden zur Verfügung. Praktisch bedeutet dies, dass nahezu jede Militäreinheit der USA weltweit über einen Anschluss an das DSN verfügt.
Das DSN wurde 1982 als Langstreckenkommunikationsnetz von den Joint Chiefs of Staff (JCS) und dem Büro des Verteidigungsministers der USA ins Leben gerufen. Es war gedacht als Hauptkommunikationssystem im Frieden, in Krisenzeiten, in der akuten Phase kurz vor einem Angriff, in nicht-nuklearen Konflikten sowie für die Phase nach einem Angriff. Das neue Netz ersetzte das alte Automatic Voice Network.
Das DSN setzt sich aus vier Systemen zusammen: Vermittlung, Übermittlung, Taktung & Synchronisierung sowie der Netzverwaltung. Die Vermittlung des DSN besteht aus multifunktionaler eigenständiger Durchgangsvermittlung, Amtsvermittlung und Fernvermittlung. Dabei werden die Übermittlungs-, Taktungs- und Kontrollelemente des DISN genutzt, um alle militärischen Standorte weltweit mit Sprach-, Fax-, Daten- und Videokonferenzdiensten miteinander verbinden zu können.
Zusätzlich zu diesen Diensten unterstützt das DSN
STU-III
die Secure Telephone Units, Third Generation (STU-IIIs), spezielle Telefone, entworfen von der US-Regierung, die bei Verbindung mit einem gleichen Modell die Gespräche durch Knopfdruck verschlüsseln können,
STE
die moderneren Secure Terminal Equipment-Einheiten (STE), die ähnlich wie die vorher erwähnten funktionieren, aber ISDN-fähig sind und nur mit einer vorprogrammierten Verschlüsselungskarte funktionieren,
das Defense Red Switch Network (DRSN), ein reines Sprachübermittlungsnetz für ausschließlich sichere Verbindungen unter taktischen Teilnehmern und Satellitenanschlussstellen,
den Verbindungsaufbau zum unsicheren IP Router Netzwerk (NIPRNet),
den Verbindungsaufbau zum sicheren IP Router Netzwerk (SIPRNet),
den Zugang zum regierungsinternen Notfall-Telefonsystem (GETS, Government Emergency Telephone System).
Nummerierungsplan
Das Wahlverfahren und das System der Nummernvergabe ist dem des Nordamerikanischen Nummerierungsplans gleich:
Nach einer dreistelligen Gebietsvorwahl (Area Code) folgt eine dreistellige Regionalvorwahl (Prefix) und dann die vierstellige Teilnehmernummer (Suffix).
In einem Ort (z.B. Mannheim und Kaiserslautern) können mehrere Regionalvorwahlen gleichzeitig existieren, wenn es dort mehrere US-Einrichtungen gibt.