In der Geometrie ist das Zehneck oder Dekagon (von altgriechisch δέκα déka, deutsch ‚zehn‘ und γωνία gōnía, deutsch ‚Winkel, Ecke‘) ein beliebiges Polygon mit zehn Seiten und zehn Ecken.
Im Weiteren wird das regelmäßige Zehneck behandelt. Es hat gleich lange Seiten und seine Ecken liegen auf einem gemeinsamen Umkreis. Die auf diesem Wege gegebene geometrische Figur besteht also aus zehn kongruenten goldenen Dreiecken erster Art.
Der diesem Zehneck einbeschriebene, einzig mögliche Stern (grün) mit dem Schläfli-Symbol {10/3, 10/7} heißt Dekagramm.
| Seitenlänge | ||
| Länge der Diagonalen | ||
| Inkreisradius | ||
| Umkreisradius | ||
| Zentriwinkel | ||
| Innenwinkel | ||
| Flächeninhalt |
Der Flächeninhalt eines regelmäßigen Zehnecks mit der Seitenlänge berechnet sich wie folgt:
Ein regelmäßiges Zehneck ist mit Zirkel und Lineal konstruierbar.

Vorüberlegung
Der Mittelpunkt M des Umkreises teilt die Strecke AG im Goldenen Schnitt. Darin ist der sogenannte Minor die Strecke MG, für diese gilt:
Für die Seitenlänge a des Zehnecks gilt:
wegen
gilt auch
Konstruktion

Der Mittelpunktswinkel mit der Winkelweite ergibt sich mithilfe der Innenwinkel des rechtwinkligen Dreiecks mit den Seiten und (siehe nächsten Abschnitt Der Goldene Schnitt im Zehneck) nach dem Satz des Pythagoras:
daraus folgt
Sowohl in der Konstruktion bei gegebenem Umkreis als auch in der bei gegebener Seitenlänge ist der Goldene Schnitt mittels äußerer Teilung der maßgebende Baustein.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Zehneck mit Goldenen Dreiecken zu parkettieren. Die folgenden Beispiele zeigen Parkettierungsmöglichkeiten mit Goldenen Dreiecken erster Art (spitzwinklig) und Goldenen Dreiecken zweiter Art (stumpfwinklig).
Links und rechts besteht die Parkettierung aus jeweils 10 Goldenen Dreiecken erster und 10 Goldenen Dreiecken zweiter Art und in der Mitte aus 20 Goldenen Dreiecken erster Art und 10 Goldenen Dreiecken zweiter Art.
Einige Polyeder haben regelmäßige Zehnecke als Seitenflächen, zum Beispiel der Dodekaederstumpf und das Große Rhombenkuboktaeder. Die genannten Polyeder sind archimedische Körper.
Das Dekagon der Kirche St. Gereon in Köln, errichtet 1219–1927, hat hingegen zwei unterschiedliche Kantenlängen (die eine achtmal, die andere zweimal) und zwei unterschiedliche Winkel (den einen viermal, den anderen sechsmal), weil es auf einen ovalen antiken Unterbau gestellt wurde. Bekannte als Zehneck erkennbare Bauwerke sind unter anderem:
2026 wurde am Südpol des Saturns eine zehneckige Welle entdeckt.