Delcam ist ein Entwickler und Anbieter von CAD/CAM-Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie. Seit der Gründung im Jahr 1977, die auf erste Entwicklungsarbeiten an der englischen Universität Cambridge folgte, ist das Unternehmen stetig gewachsen. Delcam gehört zu den größten Entwickler von Produktkonstruktions- und Fertigungssoftware in Großbritannien und unterhält Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien.
Seit 1965 hatte Donald Welbourn (1916–2009), damaliger Direktor für Industrielle Kooperation an der Universität Cambridge, die Idee für den Einsatz von Computern zur Unterstützung der industriellen Fertigung von Bauteilmustern. Insbesondere die Modellierung komplizierter 3D-Formen sollte die bisherige 2D-Zeichnungssysteme an Bildschirmen ablösen.
Die Arbeiten wurden zunächst von dem Autohersteller Ford unterstützt. Da die Entwicklung sehr kostenauwändig war, wurden weitere Geldgeber benötigt. 1973 wurde Ed Lambourne, der später Technischer Direktor bei Delcam wurde, an die technische Abteilung der Universität Cambridge berufen, um dort an der Entwicklung mitzuwirken. Die Control Data GmbH in Frankfurt konnte als Partner gewonnen werden, die eine englisch Dispatchable Unit Control Table (DUCT) als Bürodienstleistung für Kunden wie Volkswagen oder Daimler-Benz anbot und den Entwicklern Zugang zu ihren EDV-Entwicklungen gewährte.
Die erste öffentliche Präsentation der CAD/CAM-Technologie gab es auf der Werkzeugmaschinenausstellung im Juni 1972 in der Olympia in London. Dort wurde eine Fräsmaschine der Firma Hayes vorgestellt, die zwei Tools für 3-Achsen-NC-Werkzeugmaschinen mit Direct Trade Input (DTI) anbot.
Im November 2013 kündigte Autodesk die Absicht an, Delcam für 172 Millionen Pfund zu kaufen. Im Februar 2014 vermeldete Autodesk die Übernahme von Delcam.