
Der Garten des Paradieses (dänisch Paradisets have) ist ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen, welches am 19. Oktober 1839 als Teil der Märchensammlung Eventyr, Fortalte for Born... zusammen mit Der fliegende Koffer und Die Störche veröffentlicht wurde.
Ein Prinz sammelt in einer großen Bibliothek das Wissen der Welt. Einzig der Standort des Garten Eden fehlt in der Sammlung. Der Prinz zieht los, um dieses Wissen zu finden. An einen besonders stürmischen Abend sucht er Schutz in einer Höhle. Dort trifft er auf eine alte Frau, die Mutter der vier Winde, welche ihn willkommen heißt. Im Laufe der Nacht kommen noch ihre vier Söhne hinzu. Dies sind der aus Russland kommende Nordwind, der aus Amerika kommende Westwind, der aus Afrika kommende Südwind und der aus China kommende Ostwind. Mit dem Ostwind schließt der Prinz im Laufe der Nacht Freundschaft. Daraufhin bringt der Ostwind den Prinzen am Morgen zur Insel des Glücks, auf der der Garten Eden liegt. Dort herrscht die junge und schöne Königin der Feen umgeben von ihren Dienern.
Der Prinz bittet die Königin, im Garten Eden bleiben zu dürfen. Dafür muss er eine Prüfung bestehen. Er muss einhundert Tage den Baum der Weisheit bewachen ohne ihn zu berühren. Schon am ersten Tag seiner Wache gerät er durch die Königin in Versuchung und küsst diese. Der Garten Eden verschwindet daraufhin.
Der Prinz erwacht wie aus einem Traum und befindet sich wieder in der Höhle der Winde bei der alten Mutter der Winde. Der ebenfalls anwesende Tod warnt den Prinzen. Wenn er mit dem Schwarzen Sarge wiederkommt, wird ein guter Prinz zurück in den Garten Eden gebracht, aber ein sündiger Prinz in die Unterwelt verbannt.
Die Andersen-Biografin Jackie Wullschlager bewertet Der Garten des Paradieses und ihre beiden mit veröffentlichten Geschichten Der fliegende Koffer und Die Störche als "düstere Geschichten".
Maximilian II. Joseph, der bayrische König, nannte Der Garten des Paradieses als eine der Geschichten, welche er persönlich mögen würde.
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