| Statistisches Bundesamt — Destatis/StBA — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung | Bundesoberbehörde |
| Aufsichtsbehörde | Bundesministerium des Innern |
| Gründung | 21. Januar 1948 |
| Hauptsitz | Wiesbaden, |
| Behördenleitung | Ruth Brand, Präsidentin |
| Bedienstete | 2.553 |
| Haushaltsvolumen | 271,8 Mio. EUR (2024) |
| Netzauftritt | destatis.de |



Das Statistische Bundesamt (offiziell abgekürzt StBA, veraltend auch StatBA, inzwischen häufig nach seiner Internetadresse Destatis, kurz für Deutsches Statistik-Informationssystem) ist eine deutsche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Sie erhebt, sammelt und analysiert statistische Informationen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Die aufbereiteten Informationen werden tagesaktuell in rund 390 amtlichen Statistiken veröffentlicht.
Am 21. Januar 1948 wurde ein Statistisches Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes für die „Bizone“ (US-amerikanisches und britisches Besatzungsgebiet im Nachkriegsdeutschland) geschaffen. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde das Statistikamt der Bizone in die Behördenorganisation des Bundes übergeleitet. Am 1. April 1950 erhielt das Statistikamt den heutigen Namen.
Das Statistische Bundesamt steht in Deutschland somit als neugeschaffene Behörde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tradition des Kaiserlichen Statistischen Amtes und des Statistischen Reichsamtes.
Im November 2024 berichteten Medien über das Angebot von durch das Statistische Bundesamt erhobene Unternehmensdaten im Darknet. Diese sollen mutmaßlich über eine Sicherheitslücke im behördeneigenen Dienst Internet-Datenerhebung im Verbund (IDEV) in die Hand der „prorussischen“ Gruppe Indonesian Cyber Attack (Indohaxsec) gelangt sein. Die Hinweise auf eine mögliche Sicherheitslücke haben sich im Zuge der Untersuchungen jedoch nicht bestätigt.
Im Jahr 2024 startete das Projekt "Wie die Vergangenheit zählt. Zur Geschichte des Statistischen Bundesamtes" (GeStat). Es wird von Kerstin Brückweh geleitet.
Die Präsidenten des Statistischen Bundesamtes sind traditionell immer zugleich die Bundeswahlleiter.
Das Statistische Bundesamt hat seinen Hauptsitz in Wiesbaden (1890 Mitarbeiter) und eine Zweigstelle in Bonn (634 Mitarbeiter). Des Weiteren betreibt das Bundesamt einen sogenannten i-Punkt in der Bundeshauptstadt Berlin (29 Mitarbeiter) und informiert dort Mitglieder des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung, der Botschaften sowie Bundesbehörden, Wirtschaftsverbände und Interessenten aus dem Großraum Berlin-Brandenburg. In Wiesbaden betreibt das Statistische Bundesamt die größte Spezialbibliothek für Statistik in Deutschland.
Zu den Aufgaben des Statistischen Bundesamtes gehört die Bereitstellung objektiver, qualitativ hochwertiger und unabhängiger Informationen für Politik, Regierung, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger. Weiterhin ist es für die methodisch-technische Vorbereitung einer Vielzahl von Statistiken verantwortlich und sorgt dafür, dass diese koordiniert, nach einheitlichen Methoden und termingerecht erstellt werden. Hierfür arbeitet das Statistische Bundesamt gemäß dem föderalen Staatsprinzip der Bundesrepublik Deutschland eng mit den Statistischen Ämtern der 16 Länder zusammen.
Die Verpflichtung zur Objektivität, Neutralität und wissenschaftlichen Unabhängigkeit sowie die Aufgaben des Statistischen Bundesamtes und die Vorschriften zur statistischen Geheimhaltung sind im Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke geregelt.
Zudem bedarf jede Bundesstatistik zu ihrer Durchführung und Veröffentlichung einer Rechtsgrundlage, in der Regel ein Bundesgesetz oder eine Rechtsverordnung.
Seit dem 1. Januar 2006 ist die Verwendung der Statistiken des Bundesamtes lizenz-/gebührenfrei. Dies erfolgte analog zum Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat), das diesen Schritt bereits am 1. Oktober 2004 vollzog. Auch die gewerbliche Nutzung der Daten des Bundesamtes ist jetzt ohne Lizenzgebühren gestattet. Sie gilt für jede Art der Weiterverbreitung von Daten, Diagrammen und Grafiken, soweit das Statistische Bundesamt Inhaber des Urheberrechtes ist und die alleinigen Herausgeberrechte besitzt.
Die Standard-Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes werden durch folgenden Urheberrechtsvermerk gekennzeichnet: „Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellennachweis gestattet.“
Ausgenommen hiervon sind Nutzungsrechte Dritter, die in den Werken des Statistischen Bundesamtes ausdrücklich ausgewiesen sind.
Die Kostenfreiheit ab dem 1. Januar 2006 gilt auch für die Verwendung von Daten aus bereits erschienenen Standard-Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, auch wenn diese noch einen anders lautenden Vermerk tragen.
Die Weiterverbreitung von Daten des Bundesamtes ab dem 1. Januar 2017 erfordert die Aufnahme des folgenden Quellenhinweises zu den genutzten Daten: „Statistisches Bundesamt (Destatis), Jahr.“
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Statistiken zu den folgenden Themenbereichen:

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine Vielzahl von periodischen und einmaligen Publikationen, die aus der Statistischen Bibliothek kostenfrei heruntergeladen werden können.
Eine große Zahl von Fachserien zu den verschiedensten Themen wird in unterschiedlicher Periodizität veröffentlicht. Sie werden in den Formaten PDF und xlsx auf der Website des Statistischen Bundesamtes angeboten.
Alle gedruckten Publikationen sowohl des Statistischen Bundesamtes als auch des Statistischen Reichsamtes stehen in der Bibliothek in Wiesbaden und im Rahmen des überörtlichen Leihverkehrs der wissenschaftlichen Bibliotheken zur Einsicht bereit.
Im August 2025 kritisierten 30 Armutsforscher die rückwirkende Löschung im Mikrozensus erhobener Armutsdaten sowie deren veränderte Erhebungsmethodik. Die nicht öffentlich durch das Bundesamt verkündete Änderung verfälsche die tatsächliche Armutsquote Deutschland um etwa eine Million Menschen und stelle einen „massiven Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit“ dar, der künftige Vergleiche verunmögliche. In einem offenen Brief an Behördenleiterin Brand forderten sie die Rückkehr zur ursprünglichen Methode und Veröffentlichungspraxis. Das Statistische Bundesamt wies die Kritik an der neuen Erhebungsmethode zurück und betonte, die seit Juli 2025 angewandte Berechnung erfasse Einkommen nun einheitlich nach europäischen Standards. Dies ermögliche differenziertere Auswertungen und verbessere zugleich die Vergleichbarkeit auf EU-Ebene.
Destatis arbeitet mit den 14 (Stand Mai 2013) statistischen Ämtern zusammen, die es auf Bundesländer-Ebene gibt. Jeweils zwei Bundesländer arbeiten zusammen:
Liste der 14 Ämter im Artikel Statistisches Landesamt.
Koordinaten: 50° 4′ 16″ N, 8° 15′ 8″ O