Detert Zylmann

Detert Zylmann (* 15. August 1944 in Hamburg; † 19. April 2024 ebenda) war ein deutscher Prähistoriker.

Leben

Peter Zylmann, der Großvater von Detert Zylmann, war Gymnasiallehrer und gründete zusammen mit Werner Haarnagel am 4. Juli 1951 die Arbeitsgruppe Vorgeschichte der Ostfriesischen Landschaft.

Detert Zylmann studierte Vor- und Frühgeschichte, Ethnologie und Anthropologie in Hamburg und Mainz, wo er 1980 bei Niels Bantelmann promoviert wurde. Es folgte eine zweijährige Tätigkeit am Institut für Denkmalpflege in Hannover, Dezernat Inventarisation. Von 1983 bis zu seiner Pensionierung war Zylmann wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Archäologischen Denkmalpflege Mainz. Sein Arbeitsgebiet waren Ausgrabungen, Untersuchungen und Veröffentlichungen von archäologischen Funden aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit (Kelten) und dem Mittelalter.

Forschungen und Ausgrabungen

Detert Zylmann galt als Fachmann für die bronzezeitliche Urnenfelderkultur, keltische Funde aus der Eisenzeit sowie die Menhire in Rheinhessen und der Pfalz. Er schrieb ein zweibändiges Werk über die Grab- und Depotfunde sowie Einzelfunde aus Metall der Urnenfelderkultur in der Pfalz, veröffentlichte ein Buch über die Menhire in Deutschland und verfasste zahlreiche Beiträge über keltische Funde aus der Eisenzeit. Er untersuchte und erforschte in Rheinhessen und im Naheraum Funde aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und dem Mittelalter. 1983 grub er in Undenheim (Landkreis Mainz-Bingen) die Totenhütte eines adligen Mädchens aus der Urnenfelderkultur aus. In Bretzenheim an der Nahe legte er eine Siedlung und Bestattungen der jungsteinzeitlichen Bandkeramischen Kultur frei. Von 1991 bis 2004 war er wissenschaftlicher Leiter der Ausgrabungen eines keltischen Friedhofes in Worms-Herrnsheim. Dort bearbeitete er auch ein Grab der jungsteinzeitlichen Glockenbecherkultur. In Ingelheim am Rhein untersuchte er 2003 einen Menhir aus der Jungsteinzeit, in Sprendlingen einen Kreisgrabenfriedhof der Hügelgräberbronzezeit und in Undenheim die Totenhütte eines adligen Mädchens aus der Urnenfelderkultur. Im Langenlonsheimer Wald erforschte er einen Grabhügel der eisenzeitlichen Hunsrück-Eifel-Kultur.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige in der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 11. Mai 2024, abgerufen am 11. Mai 2024