Die Akademie

Film
Titel Die Akademie
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 104 Minuten
Produktions­unternehmen Schiwago Film, Standing Ovations Production, Pennend Pictures, Supercine
Stab
Regie Camilla Guttner
Drehbuch Camilla Guttner
Produktion Markos Kantis,
Camilla Guttner,
Josef Brandmeier,
Max Traub
Musik Ege Ateslioglu (Komposition),
Manu da Coll und Joe Masi (Soundtrack)
Kamera Luca Bigazzi
Schnitt Christian Bach,
Beatrice Babin
Besetzung

Die Akademie ist ein deutscher Kinospielfilm von Camilla Guttner aus dem Jahr 2024. In diesem Film sucht Jojo, eine junge, idealistische Studentin, in der abenteuerlichen Welt einer Kunstakademie ihren Weg als Künstlerin und wird dabei Teil einer Gemeinschaft von Künstlern und Professoren, die mit den Absurditäten des Lebens, der Liebe und der Kunstwelt ringen. Maja Bons, Luise Aschenbrenner, Jean-Marc Barr, Andreas Lust und Isolde Barth spielen die Hauptrollen, die Bildgestaltung übernahm der italienische Kameramann Luca Bigazzi. Die Akademie feierte Weltpremiere auf dem Filmfest München 2024, war Abschlussfilm auf dem Raindance Film Festival 2025 in London und kam am 20. März 2025 in die deutschen Kinos. Maja Bons wurde für die Hauptrolle mit dem Bayerischen Filmpreis 2025 ausgezeichnet.

Handlung

Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist.

In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studenten, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrer nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit.

Produktion

Die Akademie wurde in 20 Drehtagen vom 18. Juli bis 14. August 2023 in München gedreht. Die Produktion übernahmen Schiwago Film, Supercine, Penned Pictures und Standing Ovations. Der Film wurde von WDR, BR und Arte co-produziert und durch den FFF Bayern und Öfi Plus gefördert.

Kritik

Die Akademie stieß auf überwiegend positive Resonanz. Knut Elstermann wählte Die Akademie zum Kinotipp der Woche und resümiert: „Die Regisseurin Camilla Guttner (…) kennt diese Mischung aus Wahnsinn, Eitelkeit, Kreativität, aus naiven Träumen, Geschäftigkeit und Idealismus, die sie mit wunderbar leichter Hand skizziert. Jojo, überaus liebenswert, zart und energisch zugleich von Maja Bons gespielt. reibt sich an ihren übergriffigen Professoren und schleimigen Galeristen, sie verliert manche Illusion, aber nie ihren ernsthaften Kunstwillen. Denn auch davon handelt dieser sehenswerte, witzige Coming of Age Film: vom kompromisslosen Ringen um Wahrhaftigkeit in der Kunst.“

Kritische Resonanz erhielt der Film bezüglich seiner nur begrenzt zugespitzten Auseinandersetzung mit dem Kunstbetrieb. Alexandra Wach bezeichnete ihn im Filmdienst als „unentschiedene Satire“, die „durchaus bissiger hätte ausfallen können“ und sich an das Verhältnis von Kunst, Markt und persönlicher Identität nicht substanziell heranwage. Cinema kritisierte, die Handlung wirke „oft sprunghaft“, während die Figurenentwicklung selten ausreichend erklärt werde; die satirische Wirkung beschränke sich dadurch weitgehend auf feine Beobachtungen und einen humorvollen Unterton. Auch eine grundsätzlich positive Besprechung in epd Film deutete den übergriffigen Professor als „artistische Naturgewalt“ und sprach ihm zu, in seinem Umfeld tatsächlich etwas „wachzurütteln“. Darin zeigt sich ein zentraler Widerspruch des Films: Zwar verspottet er die Eitelkeiten, Machtspiele und Übergriffe des Akademiebetriebs, stellt den zugrunde liegenden Geniekult jedoch kaum grundsätzlich infrage. Da Jojos Demütigungen und Verluste letztlich ihre künstlerische Entwicklung befördern, bestätigt die Erzählung teilweise selbst die von den Professoren vertretene Vorstellung, bedeutende Kunst müsse aus Schmerz, Grenzüberschreitung und der Bewährung eines außergewöhnlichen Individuums entstehen.

Ilja Gravas lobt Die Akademie als „außergewöhnliches Kinodebüt, das einen unverfälschten Blick in das Innenleben einer Kunsthochschule gewährt. Camilla Guttner zeigt auf witzige, skurrile und zugleich schonungslose Weise, wie herausfordernd der Weg zur eigenen künstlerischen Identität sein kann. Mit eindringlichen Bildern und starken Charakteren zeichnet DIE AKADEMIE das Porträt einer jungen Frau, die ihren Platz in einer ebenso inspirierenden wie unerbittlichen Welt sucht. Ein Film für Kunstliebhaber, junge Kreative und alle, die hinter die Kulissen der Kunstwelt blicken möchten.“

Auch Corinna Götz von The Spot schreibt: „Alle stolpern, straucheln, verlieren sich mehr oder weniger im kreativen Prozess, müssen Niederlagen verschmerzen, sollen unangepasst und sich selbst treu bleiben. „Maybe painting does come from pain“, sinniert Jojo, verkörpert von Maja Bons mit einer bezaubernden, melancholischen Wahrhaftigkeit. Sie verleiht ihrer sensibel und zerbrechlich wirkenden Figur eine unzerstörbare Willenskraft, lässt sich wie die Filmemacherin selbst von nichts in die Schranken weisen. Als Gratwanderin zwischen Malerei, Film und Musik verarbeitet Camilla Guttner einmal mehr eigene Erfahrungen, bewegt sich zwischen Satire, Drama, Komödie, Mystery und Coming-of-Age, mit einer unbekümmerten Mach’s-einfach!-Haltung, mit der sie nicht nur einen internationalen Star wie Jean-Marc Barr gewinnen konnte (der seine Rolle schon 2019 in der Kurzfilm-Version von „Die Akademie“ spielte), sondern dazu noch den italienischen Kameraveteran Luca Bigazzi, über den sie im Rahmen ihres Studiums an der HFF bereits eine Kurzdokumentation drehte.“

Tim Abele von epd-Film findet: „Regisseurin Camilla Guttner gelingen durchweg sehr lebendige Momente, getragen durch die wie beiläufig und aus dem Affekt gespeisten Dialoge. So werden alle Figuren in ihrer Eigenheit und auch Schäbigkeit glaubwürdig (…) Die Kunst in »DIE AKADEMIE« ist dabei eher Katalysator für eine im Kunstbetrieb verdichtete und ästhetisierte Lebensintensität. Wenn über sie gesprochen wird, dann häufig in beiläufig-verlegenen Floskeln wie »geile Idee«, »hat was«, »berührt mich«. Dass im Mittelpunkt aber die noch ungeborene (und unkommentierte) Kunst Jojos steht, rückt eines ins Rampenlicht: Die zarte Hoffnung auf eine Kunst, die es in sich hat, die eingehegte Alltäglichkeit zu überschatten.“

Auszeichnungen und Nominierungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Lars Jacob: ARD Debüt 2026: Zwölf junge Blickwinkel und originelle Erzählweisen. In: ARD. Abgerufen am 6. Juli 2026.
  2. ↑ radioeins: Die Akademie | Filmtipp der Woche auf YouTube, 20. März 2025, abgerufen am 6. Juli 2026.
  3. ↑ Alexandra Wach: Die Akademie. In: Filmdienst. 20. März 2025, abgerufen am 7. September 2026.
  4. ↑ Die Akademie. In: Cinema. Abgerufen am 7. September 2026.
  5. ↑ Tim Abele: Kritik zu Die Akademie. In: epd Film. 21. Februar 2025, abgerufen am 7. September 2026.
  6. ↑ Ilija Glavas: Zum Kinostart: Ein intensiver Blick hinter die Kulissen der Kunstwelt in einer Sondervorführung von Camilla Guttners Die Akademie in München. In: Kinomeister. Abgerufen am 6. Juli 2026.
  7. ↑ Festival-Entdeckung. REVIEW KINO: „Die Akademie“. The Spot, abgerufen am 7. Juli 2026.
  8. ↑ Tim Abele: Kritik zu Die Akademie. In: epd-Film. Abgerufen am 6. Juli 2026.
  9. 1 2 3 4 Die Nominierungen für den Förderpreis Neues Deutsches Kino 2024. Filmfest München. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  10. ↑ 46. Bayerischer Filmpreis: Nachwuchsschauspiel geht an Maja Bons für „Die Akademie“. Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung. 24. Januar 2025, abgerufen am 8. Juli 2026.
  11. ↑ Awarded Films 2026. ONE Country ONE Film. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  12. ↑ Die Münchner Schauspielerin Anna Wagner im Interview. karrieremünchen.de. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  13. ↑ The Academy. Raindance Film Festival. Abgerufen am 8. Juli 2026.
Weitere Filmlinks: