
Diemar Moering, eigentlich: Curt Carl (auch Kurt Karl) Franz Möhring, (* 5. August 1902 in Charlottenburg; † 26. April 1944 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und Lyriker.
Moering war der Sohn des Friseurs Carl August Richard Möhring und seiner Ehefrau Meda Bertha geb. Radestock. Drei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten heiratete er am 24. April 1933 in Berlin die elf Jahre ältere, jüdische Sekretärin Fri(e)da Vettin geb. Elias (* 13. November 1890 in Berlin). Die Ehe wurde 1938 wieder geschieden. Durch die Scheidung verlor seine ehemalige Ehefrau den Schutz einer Mischehe. Sie wurde im Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert und ermordet.
Über Moerings berufliche Ausbildung ist nichts Weiteres bekannt. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender von 1934 gibt als Wohnadresse die Wiesbadner Straße 85 in Berlin-Friedenau an. Im Berliner Adreßbuch 1934 findet sich kein Eintrag Diemar Moering, aber stattdessen „Kurt Möring, Schriftsteller, Friedenau, Wiesbadner Str. 85“, der wohl dieselbe Person meint. Der Nachtrag Nekrolog 1936–1970 nennt als seine Arbeitsgebiete „Lyrik, Novelle, Feuilleton“.
Moering starb 1944 im Alter von 41 Jahren in seiner Wohnung in Berlin-Wannsee. Als Todesursache wurde in der Sterbeurkunde chronischer Herzfehler und Nierenentzündung genannt, als Beruf wurde Lektor angegeben.
In den Jahren 1928 bis 1935 veröffentlichte Moering vier Lyrikbände, wovon die beiden letzten im Verlag Die Rabenpresse von Victor Otto Stomps erschienen. Seine Gedichte wurden in mehrere Anthologien aufgenommen (Stimmen der Jüngsten (1927), Mit allen Sinnen (1932)) und sogar in die elitäre Zeitschrift Das Innere Reich (Oktober 1934). Außerdem veröffentlichte er zwischen 1929 und 1941 zahlreiche Gedichte und Prosatexte im „Unterhaltungsteil“ regionaler Tages- und Wochenzeitungen, die fast ausschließlich in Westfalen und im Rheinland ihren Standort hatten.
Neben seiner Lyrik veröffentlichte Moering kurze Geschichten und Feuilletons in Zeitschriften, die ein bis zwei Seiten nicht überschritten. Er las seine Gedichte mehrfach im Rundfunk und verfasste zudem ein 1936 ausgestrahltes „Hörbild“. Mindestens zwei seiner Gedichte wurden in den späten 1930er Jahren zu Liedern bzw. Chören vertont. In der Verherrlichung der schwieligen Hände der körperlich Arbeitenden entsprechen sie dem Zeitgeist.
Moerings Lyrik kann nicht als expressionistisch bezeichnet werden. Die Merkmale der „Strophen stärkster Intensität und eigener Beschaulichkeit“ sind „ihre, an die klassische Tradition anknüpfende, formale Geschlossenheit und die völlig unzeitgemäße, ganz vom schweifenden Gefühl bestimmte Gestaltung ihrer Motive. … [Um] das Positive zu betonen: Bekenntnis zum Herzen, Heimkehr zur Romantik – im modernen Gedicht.“ Die „sinnlich farbige Darstellung landschaftlicher Themen“ rückt Moering in die Nähe von „Georg Britting, Theodor Kramer, Manfred Sturmann, Max Herrmann-Neiße, … Werner Schumann.“ Seine Liebesgedichte „kreisen in Glück und Ueberschwang, in Dankbarkeit, inniger Gemeinschaft und tiefer Betätigung um die Eine, die ‚Irdische‘, die liebende und geliebte Frauengestalt und finden in ihr zugleich den Zugang zur großen Natur, zur mütterlichen Erde und zu der Gottheit in ihr und allem Geschaffenen.“
Als Moering zu Heft 7, Oktober 1934 der Zeitschrift Das Innere Reich ein Gedicht namens Wach auf! beisteuerte, handelte es sich dabei nicht um einen national-konservativen politischen Aufruf (den man in dieser Zeitschrift erwarten würde), sondern um ein Tagelied in der Tradition höfischer mittelalterlicher Lyrik, das den Abschied zweier Liebender nach gemeinsam verbrachter Nacht thematisiert. Der unpolitische Dichter blieb dies auch in den Jahren des Nationalsozialismus, in denen seine Veröffentlichungen in Zeitschriften spärlicher wurden und im Juni 1941 ganz versiegten.
In der Anthologie »Beständig ist das leicht Verletzliche« ist Moering mit dem Gedicht Havelländischer Kanal (1932) vertreten.



Aus: Havelländischer Kanal
Brakige Wasser durchädern verrottetes Moor.
Das Ufer, das endelos sich in die Ebenen sehnt,
beschlafen die Weiden, stumm in ihren Schatten gelehnt.
Und Rinder durchbrechen schnaufend das zuchtlose Rohr.
Moering veröffentlichte Lyrik in Zeitschriften wie zum Beispiel Simplicissimus, Die Weltbühne, Die neue Linie, Deutsche Allgemeine Zeitung, Gießener Familienblätter. Beilage zu Gießener Anzeiger, Kölnische Zeitung, Westfälische neueste Nachrichten mit Bielefelder General-Anzeiger und Handelsblatt, sowie Westfälische neueste Nachrichten: NS-Volksblatt für Westfalen: Westfälische Zeitung: Amtliches Organ der NSDAP und sämtlicher Behörden und Westfälische Zeitung: Bielefelder Tagblatt.
Prosa in Form von Kurzgeschichten im Ausmaß von ein oder zwei Seiten veröffentlichte Möring in folgenden Zeitschriften: Uhu, Deutscher Morgen (Aurora Allemá) (Wochenzeitung São Paulo), Der Führer, Dortmunder Zeitung, Haaner Zeitung, Hakenkreuzbanner: NS-Tageszeitung für Mannheim und Nordbaden, Sonntag-Ausgabe, Hildener Rundschau, Illustriertes Sonntagsblatt, Mittelrheinische Landes-Zeitung, National-Zeitung: amtliches Blatt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (Wittgensteiner Ausgabe), Neue Mannheimer Zeitung: NMZ: Mannheimer Neues Tageblatt, Ausgabe B, Oberbergischer Bote: das Tageblatt des schaffenden Volkes; amtliche Zeitung der NSDAP; Kreisblatt des Oberbergischen Kreises, Rhein- und Ruhrzeitung, Westfälische neueste Nachrichten mit Bielefelder General-Anzeiger und Handelsblatt, Westfälische neueste Nachrichten: NS-Volksblatt für Westfalen: Westfälische Zeitung: Amtliches Organ der NSDAP und sämtlicher Behörden, Westfälische Zeitung: Bielefelder Tagblatt.
Zudem schrieb er Feuilletons für das Rheinische Volksblatt, für die Velberter Zeitung : Nevigeser Volkszeitung : Heiligenhauser Zeitung und für Westfälische neueste Nachrichten mit Bielefelder General-Anzeiger und Handelsblatt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moering, Diemar |
| ALTERNATIVNAMEN | Möhring, Curt Carl Franz (wirklicher Name); Möhring, Kurt Karl Franz (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Lyriker |
| GEBURTSDATUM | 5. August 1902 |
| GEBURTSORT | Charlottenburg |
| STERBEDATUM | 26. April 1944 |
| STERBEORT | Berlin |