Dieter Fritsch (* 15. Mai 1950 in Gemünden (Westerwald)) ist ein deutscher Geodät und weltweit anerkannter Fachmann in seinem Fachgebiet der Photogrammetrie, Geoinformationssysteme (GIS) und der Geoinformationswissenschaft. Er ist emeritierter Professor für Photogrammetrie und Vermessungswesen an der Universität Stuttgart. Von 2000 bis 2006 war er gewählter Rektor der Universität Stuttgart.
Fritsch absolvierte von 1964 bis 1967 eine Ausbildung als Vermessungstechniker am Katasteramt Westerburg. Von 1967 bis 1969 war er als Vermessungstechniker in der Katasterneuvermessung tätig. Er erlangte 1969 die Fachhochschulreife. Nach dem Grundwehrdienst nahm er das Studium des Vermessungswesens auf, 1971 an der Fachhochschule Mainz, von 1974 bis 1977 an der Universität Bonn, das er mit Auszeichnung abschloss. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Theoretische Geodäsie der Universität Bonn tätig. 1982 wurde er mit der Dissertation über Digitale Signalverarbeitung promoviert. 1983 wechselte er an den Lehrstuhl für Photogrammetrie der Technischen Universität München, war Akademischer Rat und Oberrat. 1990 habilitierte er sich an der TU München und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Geo-Informationssysteme, als Privatdozent.
Fritsch ist seit 1975 verheiratet. Er ist Vater von zwei Kindern.
Von Juni 1992 bis zum März 2016 war er als Professor an der Universität Stuttgart tätig und war gleichzeitig Direktor des Instituts für Photogrammetrie. Er leitete die Studienkommission Vermessungswesen (1992–94), war Dekan der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen (1994–96) und übernahm die neugegründete Abteilung für Lebenslanges Lernen und Weiterbildung an der Universität Stuttgart (1995–2000). Er wurde Prorektor Lehre und Weiterbildung (1998–2000) und trat am 1. Oktober 2000 für sechs Jahre das Amt des Rektors an. Während seiner Amtszeit als Rektor übernahm er von 2002 bis 2004 auch den Vorsitz der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg.
Fritsch ist akademisches Gründungsmitglied der Deutschen Universität in Kairo (GUC) und dort seit 2016 auch als Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats tätig. Er war Gastprofessor an der Sudan University of Science and Technology (SUST), Khartum, Sudan, an der Deutschen Universität in Kairo und an der Deutschen Internationalen Universität in Berlin (GIU Berlin). Seit 2023 wirkt er als Vorsitzender des Universitätsrats der Deutschen Internationalen Universität in Berlin. In 2018 wurde er als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen und war dort Sekretar der Naturwissenschaftlichen Klasse (2019–2021).
Fritsch veröffentlichte zur Ausgleichungsrechnung, Computer Vision, Computergraphik, Geo-Informations-Systemen (GIS), Laser Scanning, Photogrammetrie und Fernerkundung, Signalverarbeitung, und Xtended Reality mehr als 460 wissenschaftliche Beiträge und Artikel und mehr als 20 Fachbücher und Proceedings.
Er war Vorsitzender der IAG Arbeitsgruppe 4.60 Statistical Models and Estimations (1983–87); Präsident der ISPRS Kommission IV Mapping and GIS (1996–2000); Mitglied des Verwaltungsrats Leica Geosystems, Heerbrugg, Schweiz (2002–06); Mitglied des Apple University Education Forums, Cupertino, USA (2006–11); Vorsitzender der ISPRS Stiftung (TIF), Washington, D.C., USA (2006–16); Vizepräsident Forschung der EuroSDR (2009–13), Mitglied Wiss. Beirat Center of Excellence Laser Scanning der Finnischen Akademie der Wissenschaften, Helsinki, Finnland (2014–19). Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Munich Aerospace, München (seit 2014) und vertritt Hexagon bei den Vereinten Nationen, New York, USA, in der Gruppe UN-GGIM Private Sector Network (seit 2016).
Fritsch organisierte die Photogrammetrischen Wochen an der Universität Stuttgart (1992–2015) und betreute 40 Doktoranden an der Universität Stuttgart. Zusätzlich wirkte er in mehr als 60 Promotionsverfahren (national und international) als Mitberichter und/oder External Reviewer mit.
Zusammen mit Michael Klein und Jürgen Dold rekonstruierte und animierte Fritsch im Jahr 2021 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Fa. WILD, Heerbrugg (jetzt Leica Geosystems und Teil von Hexagon) den Theodoliten T2 mittels Computer Vision und Computergraphik in 3D.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fritsch, Dieter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geodät und Professor für Photogrammetrie und Vermessungswesen |
| GEBURTSDATUM | 15. Mai 1950 |
| GEBURTSORT | Gemünden (Westerwald), Deutschland |