Dietrich Rueschemeyer

Dietrich Rueschemeyer (* 28. August 1930 in Berlin; † 27. September 2025) war ein deutsch-amerikanischer Soziologe und Professor der Brown University.

Leben

Rueschemeyers Eltern waren die Ärztin Eufemia Rüschemeyer, geb. Ross und der Arzt Philipp Rüschemeyer. In den Jahren 1937 bis 1941 ging er in Osnabrück und Ohrbeck in eine Volksschule, im Anschluss besuchte er bis 1950 das Gymnasium Carolinum in Osnabrück.

Rueschemeyer nahm zunächst ein Jura-Studium auf, das er von 1949 bis 1951 an der Ludwig-Maximilians-Universität München verfolgte. Danach wechselte er zu Volkswirtschaft und Soziologie an der Universität zu Köln. 1953 machte er seinen Abschluss zum Diplom-Volkswirt. In München wurde er 1958 mit einer Arbeit zur Wissenssoziologie im Fach Soziologie promoviert. Bis 1962 war er wissenschaftlicher Assistent am soziologischen Institut in Köln.

Während eines Studienjahres in den USA habe der Assistent René Königs (so berichtet Fritz Sack, ebenfalls einstiger König-Assistent) seine spätere Frau, eine Jüdin, kennengelernt, die nicht in Europa leben wollte. Rueschemeyer, dessen Jahr als Assistenzprofessor am Dartmouth College 1963 endete, hatte ein Visum, das eine erneute Einreise in die USA erst nach drei Jahren Abwesenheit erlaubte. Er wich an die private York University im kanadischen Toronto aus, wo er drei Jahre als Gastprofessor lehrte.

Nach der Rückkehr in die USA war Rueschemeyer von 1966 bis 1971 Assistenzprofessor an der Brown University in Providence, unterbrochen durch eine Gastprofessur an der Hebräischen Universität Jerusalem, und dann Professor an der Brown University. Nach seiner Emeritierung blieb er als Forschungsprofessor an der Hochschule. Im Ruhestand verfasste er mit Westrup einen Roman, der 2016 erschien, und in den er Reflexionen über sein eigenes Leben und eigene Forschungen einfließen lässt.

Rueschenmeyer forschte und publizierte anfangs zur Professionssoziologie und später zur Soziologie des Staates. Er war mit Marilyn Rueschemeyer verheiratet, mit der er auch zusammen publizierte. Sie hatten zwei Kinder und waren mehrfache Großeltern.

Schriften (Auswahl)

Monographien

Herausgeberschaften

Einzelnachweise

  1. ↑ Entsprechend dem Lebenslauf in Probleme der Wissenssoziologie. Eine Kritik der Arbeiten Karl Mannheims und Max Schelers und eine Erweiterung der wissenssoziologischen Fragestellung, durchgeführt am Beispiel der Kleingruppenforschung, [Köln 1958, S. 369].
  2. ↑ Biographische Daten beruhen, wenn nicht anders belegt, auf Louis H. Orzack: Rueschenmeyer, Dietrich. In: Wilhelm Bernsdorf, Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. Bd. 2, Enke, Stuttgart 1984, S. 728.
  3. ↑ Dietrich Rueschemeyer Obituary. In: The Providence Journal. 30. September 2025, archiviert vom Original am 16. Dezember 2025; abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Peter Evans, Patrick Heller, James Mahoney: Dietrich Rueschemeyer. In: Studies in Comparative International Development. ISSN 1936-6167, doi:10.1007/s12116-026-09489-3 (englisch).
  5. ↑ Lebenslauf in Probleme der Wissenssoziologie. Eine Kritik der Arbeiten Karl Mannheims und Max Schelers und eine Erweiterung der wissenssoziologischen Fragestellung, durchgeführt am Beispiel der Kleingruppenforschung, [Köln 1958, S. 369].
  6. ↑ Lebenslauf in Probleme der Wissenssoziologie. Eine Kritik der Arbeiten Karl Mannheims und Max Schelers und eine Erweiterung der wissenssoziologischen Fragestellung, durchgeführt am Beispiel der Kleingruppenforschung, [Köln 1958, S. 369].
  7. ↑ Dissertationsschrift: Probleme der Wissenssoziologie. Eine Kritik der Arbeiten Karl Mannheims und Max Schelers und eine Erweiterung der wissenssoziologischen Fragestellung, durchgeführt am Beispiel der Kleingruppenforschung, Universität zu Köln, Wirtschafts- u. sozialwissenschaftliche Fakultät 1958.
  8. ↑ Christian Meyer und Christian Meier zu Verl: Die Entstehung der kritischen Kriminologie – auch aus dem Geist der Ethnomethodologie. Ein Interview mit Fritz Sack. In: Jörg R. Bergmann / Christian Meyer (Hg.): Ethnomethodologie reloaded. Neue Werkinterpretationen und Theoriebeiträge zu Harold Garfinkels Programm. transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5438-7, S. 361–385, hier S. 369.
  9. ↑ Peter Evans, Patrick Heller & James Mahoney: Dietrich Rueschemeyer. Obituary. In: /link.springer.com. Abgerufen am 31. März 2026 (englisch).
  10. ↑ Dietrich Rüschemeyer: Zur Soziologie des Staates, Wissenschaftskolleg Berlin, Arbeitsbericht 1987/88.
  11. ↑ Dietrich Rueschemeyer. In: dignitymemorial.com. Abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Rueschemeyer, Dietrich
KURZBESCHREIBUNG deutsch-amerikanischer Soziologe
GEBURTSDATUM 28. August 1930
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 27. September 2025