DigitalFUTURES ist eine internationale Plattform und Bildungsinitiative mit Schwerpunkt auf digitalen Medien, computergestütztem Entwerfen und robotischer Fertigung in der Architektur. Sie entstand 2011 als jährliches Workshop- und Konferenzprogramm an der Tongji-Universität in Shanghai und wird seit 2020 zusätzlich als ganzjähriges, ehrenamtlich getragenes Online-Programm betrieben.
DigitalFUTURES geht auf eine Zusammenarbeit der American Academy in China mit dem College of Architecture and Urban Planning (CAUP) der Tongji-Universität zurück. 2011 richteten Neil Leach, damals Professor an der University of Southern California und Direktor der American Academy in China, und Philip F. Yuan, Professor an der Tongji-Universität, erstmals ein jährliches Festival aus Workshops, Konferenz und Ausstellung aus. Bis 2019 stieg die Zahl der zum Festival zugelassenen Teilnehmer auf über 800. 2017 kam an der Tongji-Universität ein internationales PhD-Programm hinzu.
Während der COVID-19-Pandemie wurde das Präsenzfestival 2020 abgesagt und in Zusammenarbeit mit der Florida International University kurzfristig als Online-Veranstaltung unter dem Namen DigitalFUTURES World durchgeführt. Angeboten wurden über 80 Workshops für die nach Angaben von ACADIA mehr als 10.000 Bewerbungen eingingen. Die Lehrenden kamen aus 91 Institutionen in 33 Ländern. Zu den Vortragenden zählten Architekten wie Thom Mayne, Peter Eisenman, Patrik Schumacher und Achim Menges. Im Anschluss an die Veranstaltung beschloss ein Komitee von Freiwilligen, die Plattform ganzjährig fortzuführen.
2021 fand das Sommerprogramm unter dem Titel InclusiveFUTURES statt und im selben Jahr begann eine Reihe von Doktorandenkolloquien, eröffnet mit einem Vortrag von Slavoj Žižek innerhalb der Reihe Architecture and Philosophy. Die Tongji-Universität führt das jährliche Workshop- und Konferenzprogramm fort und nennt Yuan als dessen Gründer und Vorsitzenden. Daneben besteht die internationale Online-Plattform, welche mit dem Doctor of Design Programm der Florida International University verbunden ist.
DigitalFUTURES wird von einem weltweiten Netzwerk Freiwilliger getragen und arbeitet nach eigener Darstellung ohne Budget. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos, Honorare werden nicht gezahlt. Die Plattform gliedert sich in weitgehend eigenständige Sprachkanäle, unter anderem auf Arabisch, Persisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch und Italienisch, wobei Englisch die Hauptsprache bleibt. Aufzeichnungen der Veranstaltungen werden auf YouTube frei zugänglich archiviert.
Seit 2019 wird im Rahmen von DigitalFUTURES jährlich die International Conference on Computational Design and Robotic Fabrication (CDRF) veranstaltet, deren Tagungsbände bei Springer erscheinen.
2020 erhielt DigitalFUTURES den ACADIA Innovative Academic Program Award of Excellence der Association for Computer Aided Design in Architecture.
Die Plattform selbst vergibt jährlich neben einer Reihe von Preisen den Mark Cousins Theory Award an Theoretiker aus Architektur und Design. Preisträger waren unter anderem Aleksandra Jaeschke (2021), Ana María Durán Calisto (2022), Andrej Radman (2023), Eyal Weizman (2024) und Albena Yaneva (2025).