Distribution (Logik)

In einigen Bereichen der philosophischen Logik wird der Begriff „Distribution“ verschieden verwendet.

Distribution in der Syllogistik

Innerhalb der Syllogistik spricht man davon, dass ein Begriff in einer syllogistischen Aussage (in der Tradition kategorisches Urteil genannt), zum Beispiel im Satz „Alle Philosophen sind Menschen,“ distribuiert oder nicht distribuiert vorkommt.

Distribution (schraffiert) ist dann gegeben, wenn die Menge durch eine beliebige Teilmenge ihrer selbst ersetzt werden kann, ohne dass die Aussage unwahr wird.

Die Distribution eines Begriffs in einem Syllogismus hängt von dessen Quantität und Qualität ab; bei allgemeinen Syllogismen („Alle A sind B“, „Keine A sind B“) ist das Subjekt distribuiert, bei verneinenden Syllogismen („Keine A sind B“, „Einige A sind nicht B“) das Prädikat:

Beispiel: Alle Philosophen (A) sind Menschen (B). Die Aussage bleibt auch dann in jedem Fall wahr, wenn A („Philosophen“) durch einen beliebigen Unterbegriff (Sprachphilosophen, antike Philosophen, promovierte Philosophen) ersetzt wird. Wenn dagegen B („Menschen“) durch einen beliebigen Unterbegriff (Männer, Kinder, Griechen) ersetzt wird, können Fälle auftreten, in denen die Aussage unwahr wird.

In der Tradition wurden formale Regeln für die Gültigkeit von Syllogismen aufgestellt, die teilweise auf die Distribution der vorkommenden Begriffe zurückgreifen. Unter anderem weil in Abhängigkeit von der speziellen Interpretation unterschiedlich viele syllogistische Modi gültig sind, gibt es in der Tradition auch unterschiedliche Regelwerke.

So heißt es bei Salmon und an ihn anknüpfend bei Rüßmann:

während Bird und Copi verlangen:

Fehlschlüsse, die daraus entstehen, dass ein Begriff in der Schlussfolgerung, aber nicht in der Prämisse distribuiert auftritt, werden als Illicit Major bezeichnet.

Deontische Distribution

In der deontischen Logik, d. h. in logischen Systemen, die normative Aussagen („Es ist erlaubt, dass...“ oder „Es ist geboten, dass...“) behandeln, wird unter Distribution ein syntaktisches Entscheidungsverfahren von Georg Henrik von Wright verstanden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Salmon 1983, Seite 110
  2. ↑ Helmut Rüßmann: Logik und Rechtsanwendung: Syllogistik des Aristoteles; Universität des Saarlandes, 2. September 2019, zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2021.
  3. ↑ Bird 1964, Seite 21, Regeln 1 und 2
  4. ↑ Copi 1998, Regel 2 auf Seite 112 und Regel 3 auf Seite 113

Literatur