Dittmar Machule

Dittmar Machule (* 8. Dezember 1940 in Luckau) ist ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Bauforscher.

Leben und Wirken

Machule besuchte 1947–1961 die Grundschule Neuruppin und 1954–1961 das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium Berlin-Tiergarten. 1961–1967 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Berlin und promovierte 1977.

1967–1968 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Städtebau und Siedlungswesen und 1968–1971 arbeitete er im Architekturbüro Hans Bandel in Berlin und war wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Architekten- und Ingenieurverein Berlin. 1971–1976 war er wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Hochschule Berlin.

Ab 1982 hatte er an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eine C3-Universitätsprofessur für Städtebau, insbesondere Stadtbaugeschichte und Stadtbildpflege mit Forschungsschwerpunkt Stadt, Umwelt und Technik. Nachdem Machule zunächst bereits als Student bei den von der Deutschen Orient-Gesellschaft organisierten Ausgrabungen der bronzezeitlichen Stadtruine Tall Munbâqa (Ekalte) in Syrien gearbeitet hatte, übernahm er dort 1978 bis 2010 die Grabungsleitung. Seit 1998 kooperierte er die Ausgrabungsarbeiten mit Felix Blocher. 2025 veröffentlichte Machule die Grabungsgeschichte.

Machule ist seit 1971 Mitglied der SPD. 20 Jahre lang war er Vorstandsmitglied der Deutschen Orient-Gesellschaft.

Seit 2007 ist Machule emeritiert.

Er moderiert in Birkenwerder die Gestaltung der Ortsmitte.

Sonstiges

Internationale Bekanntheit erlangte Machule nach den Terroranschlägen am 11. September 2001, als bekannt wurde, dass Mohammed Atta, der ein entführtes Passagierflugzeug in den Nordturm des World Trade Center in New York steuerte, zuvor an der TU Harburg bei ihm Stadtplanung studiert hatte, worüber Machule in zahlreichen Interviews Auskunft gab.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Thorsten Fuchs: „Ich habe mich immer gefragt, ob ich etwas bei ihm übersehen habe“. Dittmar Machule war Stadtplaner an der Technischen Uni Hamburg-Harburg. Einer seiner Studenten war Mohammed Atta, der Kopf der Attentäter vom 11. September. Schon damals fiel Atta ihm auf – Erinnerungen, die ihn belasten. In: Wochenende. Ein Magazin des RedaktionsNetzwerks Deutschland, 5./6. September 2026.
  2. ↑ Gisela Schütte: Auf den Spuren eines vergessenen Gedächtnisses. In: welt.de. 26. Oktober 2009, abgerufen am 5. September 2026.
  3. ↑ Das Leben des Rädelsführers Mohammed Atta. In: welt.de. 28. September 2001, abgerufen am 5. September 2026.
  4. ↑ Christoph Titz: Professor von 9/11-Attentäter. Zufällig Lehrer des Massenmörders. In: spiegel.de. 22. August 2011, abgerufen am 5. September 2026.
  5. ↑ Cordula Meyer: Der Professor und der Terrorist. Bei Dittmar Machule hat Mohammed Atta studiert. Nun ringt der Hochschullehrer damit, was diese Erfahrung für ihn bedeutet. In: spiegel.de. 7. September 2006, abgerufen am 5. September 2026.
Personendaten
NAME Machule, Dittmar
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt, Stadtplaner, Bauforscher und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 8. Dezember 1940
GEBURTSORT Luckau