
Doktor der Theologie, lateinisch Doctor theologiae, abgekürzt Dr. theol., ist der akademische Grad eines Doktoren im Bereich der Christlichen Theologie. Für den theologischen (Ehren-)Doktor ist statt des Kürzels Dr. theol. (h. c.) auch das Kürzel D. üblich.
Die Mehrzahl der katholischen Priester sowie der evangelischen Pastoren im deutschsprachigen Bereich haben das Theologie-Studium mit dem Diplom oder dem kirchlichen Examen abgeschlossen. Religionslehrer schließen ihr Studium mit dem Staatsexamen ab. International berechtigt üblicherweise der Grad eines Master of Theology zur Ordination oder Priesterweihe. Den zusätzlichen Doktorgrad streben vor allem jene Theologen an, die an speziellen Forschungen oder einer universitären Laufbahn interessiert sind.
Eine theologische Promotion ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblicherweise nur im Rahmen eines Forschungsabschlusses möglich. Dabei wird von den Kandidaten eigenständige Forschung in einem Fach des theologischen Fächerkanons, die Abfassung einer Doktorarbeit und das Bestehen einer mündlichen Prüfung, also des Rigorosums oder einer Disputation, verlangt.
Die Rahmenrichtlinien für die theologische Promotion wird durch den Evangelisch-Theologischen und den Katholisch-Theologischen Fakultätentag bestimmt, Einzelheiten werden durch die Promotionsordnungen der jeweiligen Fakultäten festgelegt. Theologische Abschlüsse werden grundsätzlich konfessionsspezifisch vergeben, sodass zur Promotion an einer evangelisch-theologischen Fakultät die Zugehörigkeit zu einer evangelischen Kirche und für die Promotion an einer katholisch-theologischen Fakultät die Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche notwendig ist. Ausnahmsweise werden bisweilen auch Doktoranden zugelassen, die einer anderen Mitgliedskirche des ÖRK angehören.
Zulassungsvoraussetzung ist üblicherweise ein mit mindestens der Note „gut“ abgeschlossenes Theologiestudium, also entweder ein Kirchliches oder ein Staatsexamen, ein Diplom- oder ein Magisterabschluss in Theologie. Von Doktoranden wird die Beherrschung aller drei für ein theologisches Studium bedeutenden Sprachen verlangt, der Nachweis dafür sind üblicherweise Latinum, Graecum und Hebraicum.
Der nach bestandener Prüfung vergebene Grad ist der eines Doktoren der Theologie (Dr. theol.), gelegentlich auch in Kooperation mit den jeweiligen philosophischen Fakultäten der eines Doktoren der Philosophie (Dr. phil.). An einigen Fakultäten kann auch der angloamerikanische Grad eines Ph.D. in Verbindung mit der jeweiligen Fachrichtung vergeben werden (z.B. Ph.D. in Biblical Studies, Historical Theology oder Systematic Theology).
Das Äquivalent zum deutschen Doktor der Theologie im angloamerikanischen Raum ist hinsichtlich des Umfangs und der Anforderungen ein Doctor of Theology (Th.D.), Doctor of Sacred Theology (S.T.D.) oder Doctor of Philosophy in Theology (Ph.D. in Theology). Ziel einer solchen Forschungspromotion ist die Lehre an Universitäten oder theologischen Seminaren.
Voraussetzung für eine Promotion ist nach Maßgabe der Association of Theological Schools (ATS), die für die Akkreditierung aller theologischen Studiengänge in Nordamerika zuständig ist, der Erwerb von 36 Leistungspunkten im Promotionsstudium. Neben vertiefter Forschung in einem Fach des theologischen Fächerkanons sind auch die Abfassung einer umfassenden Doktorarbeit und der Erwerb professioneller Kompetenzen im Bereich universitärer Forschung und Lehre Teil eines solchen Promotionsstudiums. Abgeschlossen wird die Promotion mit der Verteidigung der Doktorarbeit.
Da in den Vereinigten Staaten auch Religionsgemeinschaften das Recht haben, Titel und akademische Grade zu vergeben, nutzen zahlreiche Titelmühlen dieses Privileg, um vor allem theologische Doktorgrade zu verkaufen oder nach sehr geringen Leistungen zu verleihen. Seriöse Promotionsstudiengänge und Hochschulen sind dagegen durch die ATS akkreditiert.
Im deutschsprachigen Raum werden im theologischen Bereich keine Berufsdoktorate vergeben. Auch im angloamerikanischen Bereich finden sich im Bereich der Theologie keine Berufsdoktorate, die – wie der JD oder der MD – direkt mit Abschluss des Hauptstudiums vergeben werden. Stattdessen gibt es dort jedoch eine Reihe von professional degrees, die anders als deutsche Doktorgrade nicht forschungsorientiert, sondern als vertiefende praxisbezogene und berufsbegleitende Abschlüsse konzipiert sind. Das sind insbesondere der Doctor of Ministry (D.Min.) und der Doctor of Missiology (D.Miss.), aber auch weitere ähnliche Doktortitel.
Zu einem solchen Promotionsstudium können üblicherweise Inhaber eines Master of Divinity mit zusätzlicher, mehrjähriger Praxiserfahrung zugelassen werden. Inhalt des Studiums, das 30 Leistungspunkte umfasst, sind auf den jeweiligen Berufskontext bezogene theologische Vertiefungen und Forschungen, aber auch Persönlichkeitsentwicklung und der vertiefte Erwerb berufspraktischer Fähigkeiten. Dabei wird theologische Forschung mit großen Praxisabschitten und Projektarbeiten ergänzt. Abschlussleistung ist keine Doktorarbeit im herkömmlichen Sinne, sondern ein verschriftlichtes Projekt, das auf den jeweiligen Berufskontext abzielt. Darauf folgen eine Verteidigung der Arbeit und eine mündliche Prüfung.

Theologische Fakultäten und Seminare verleihen auch Ehrendoktorate als Auszeichnung an verdiente Persönlichkeiten des theologischen Diskurses und des öffentlichen oder kirchlichen Lebens. Lange Zeit war es unter anderem üblich, dass die jeweiligen Fakultäten ihren Ortsbischöfen oder vergleichbaren Prälaten einen theologischen Ehrendoktortitel verliehen. In einigen Ländern besteht diese Praxis bis heute. Der vergebene Titel ist der eines Doktoren der Theologie ehrenhalber (Dr. theol. h. c.), im Bereich der evangelischen Theologie wird er auch gelegentlich nur mit D. abgekürzt.
Der Erzbischof von Canterbury hat als Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft das gesetzliche Privileg, akademische Grade, die sogenannten Lambeth degrees zu verleihen. Dies erfolgt entweder nach einer tatsächlichen wissenschaftlichen Prüfung oder ehrenhalber. Ein ehrenhalber verliehener Lambeth degree ist dennoch kein Ehrendoktorat im herkömmlichen Sinne, sondern gilt als tatsächlicher Doktortitel.
In den Nordamerika vergeben Theologische Fakultäten und Seminare, aber auch kirchliche Hochschulen, den Grad eines Doctor of Divinity (D.D. oder D.Div.) als Ehrendoktorgrad an verdiente Theologen und Geistliche. Dieser Abschluss wird dort fast ausschließlich ehrenhalber verliehen. Auf den britischen Inseln dagegen ist der Doctor of Divinity ein höherer Forschungsdoktorgrad (higher doctorate), der am ehesten mit einer deutschen Habilitation vergleichbar ist.
In den Vereinigten Staaten dürfen auch Kirchen und Religionsgemeinschaften Doktortitel verleihen, die jedoch keine akademischen Grade darstellen, und daher eher mit Ehrendoktoraten vergleichbar sind. Daraus sind eine Vielzahl von Titelmühlen entstanden, die solche kirchlichen (Ehren-)Doktorate feilbieten. In Deutschland dürfen solche Titel dagegen nicht geführt werden.