Dorfkirche Ipse

Dorfkirche Ipse
Westgiebel

Die evangelische Dorfkirche Ipse ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Ipse von Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Gardelegen im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Im Jahr 2016 wurde der Verein Ipse excitare e.V. gegründet, der sich um die Erhaltung der Kirche bemüht.

Geschichte und Architektur

Die Kirche ist ein Feldsteinbauwerk mit Bauteilen aus Backstein, das aus dem rechteckigen Schiff und einem kurzen, eingezogenen Rechteckchor besteht. Über den breiten Mauern eines romanischen Bauwerks, die im Innern als Sockel erscheinen, wurden gegen Ende des 15. Jahrhunderts dünnere Wände hochgezogen. Der westliche Schiffsgiebel und der Chorgiebel sind in Backstein mit Spitzbogenblenden erbaut, der östliche Schiffsgiebel in Fachwerk. Über dem Westteil erhebt sich ein quadratisches Dachtürmchen. Erneuerungen wurden zur Barockzeit sowie im 19. Jahrhundert durchgeführt.

Das Innere ist mit einer flachen Holzbalkendecke geschlossen. Im Chor sind Reste spätgotischer Wandmalereien erhalten, die im Jahr 1960 aufgedeckt wurden. Sie bestehen aus einem rankenbedeckten Fries mit Passionsszenen im Osten (Dornenkrönung, Beweinung, Kreuzigung Christi) und einer Darstellung der Auferstehung Christi im Süden.

Die schlichte Westempore ist auf das Jahr 1689 datiert. Im südlichen Fachwerkvorbau sind zwei Inschriftgrabsteine des 17. Jahrhunderts erhalten. Reste einer älteren Bretterdecke wurden bei einer Restaurierung in die Chordecke wieder eingesetzt.

Ausstattung

Der mittelalterliche Altarstipes hat in seiner Rückseite eine stichbogige Nische. Der ehemals darauf aufgestellte Altarschrein wurde 1926 wiederentdeckt. Teile des Altarschreins wurden 1926 restauriert und in der Kirche St. Wiperti in Quedlinburg wiederaufgestellt.

Die beiden Glocken der Kirche wurden im Weltkrieg abgeliefert. Eine mittelalterliche Glocke wurde dabei nicht als wertvoll erkannt und abgeliefert. Eine Glocke aus dem Jahr 1937 mit 77 cm Durchmesser blieb als einzige Glocke erhalten.

Literatur

Commons: Dorfkirche Ipse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Informationen auf der Website von Gardelegen
  2. ↑ Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der südwestlichen Altmark. Geschichte – Architektur – Ausstattung. 1. Auflage. Lukas Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-86732-405-2, S. 114–124.

Koordinaten: 52° 29′ 59,8″ N, 11° 23′ 2,5″ O