Doris Ebert

Doris Ebert im März 2014

Doris Ebert, geb. Hill (* 24. April 1928 in Opladen; † 26. Oktober 2021 in Nürnberg) war eine deutsche Heimatforscherin.

Leben

Kloster Lobenfeld: Gouache (um 1800), Reproduktion in Die Gärten im Kloster Lobenfeld (2008)

Während ihrer Gymnasialzeit fiel für Doris Hill wegen des Zweiten Weltkriegs längere Zeit der Unterricht aus, weil die Schülerinnen bei der Produktion von Gasmasken eingesetzt wurden. Nach Ende des Krieges sollte zunächst nur für die Jungen, die z. B. als Flakhelfer eingesetzt worden waren, ein Sonderlehrgang eingerichtet werden. Ebert erreichte beim Oberschulamt, dass auch für die Schülerinnen der kriegsrelevante Arbeitseinsatz beim Schulabschluss angerechnet wurde. Ab 1949 gehörte sie zu den wenigen Frauen, die an der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute KIT) studierten. Gleichzeitig verdiente sie ihren Lebensunterhalt u. a. mit technischen Übersetzungen. Sie absolvierte das Vordiplom in technischer Volkswirtschaft, heiratete Friedrich-Heinz Ebert und arbeitete zunächst mehrere Jahre unter anderem bei den amerikanischen Alliierten in Karlsruhe als Sachbearbeiterin für den deutsch-amerikanischen Schüleraustausch.

Doris Ebert hat drei Töchter. Seit die Familie 1973 nach Lobenfeld zog, betrieb sie historische und kunsthistorische Forschungen zum Kloster Lobenfeld, die zu zahlreichen Veröffentlichungen führten und das Kloster mit seinen bedeutenden spätromanischen und gotischen Wandbildern als bedeutendes Denkmal der Stauferzeit bekannt gemacht haben. Ihr Wissen gab sie auch durch Klosterführungen weiter, wie in der Bilddokumentation zu sehen.

Von 1980 bis 2019 organisierte sie die (seit 1958 bestehende) Konzertreihe Musik in der Klosterkirche Lobenfeld, die von der besonderen Atmosphäre und Akustik der Kirche lebt. Mittelpunkt der Konzerte ist häufig die historische Orgel von 1773.

1980 wurde sie als erste Frau in den Gemeinderat der Gemeinde Lobbach-Lobenfeld gewählt. Diesem Gremium gehörte sie bis 2009 an.

Doris Ebert hatte ein besonderes Interesse für das Leben von Frauen im Mittelalter. Dieses führte unter anderem zu einem Buch über Elisabeth Silbereisen, die eine Mosbacher Bürgertochter, Klosterfrau in Lobenfeld und später Ehefrau des Reformators Martin Bucer war. Zu Eberts wichtigsten Veröffentlichungen gehört die Monographie Kloster St. Maria zu Lobenfeld, die sie zusammen mit Klaus Gereon Beuckers herausgab.

Ihr Engagement wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

2013 nahm sie an der Hochaltrigenstudie des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg mit dem Generali-Zukunftsfonds teil und in diesem Rahmen auch am Podiumsgespräch bei der Vorstellung der Studie. Danach nahm sie bis 2019 an generationenübergreifenden Projekten des Instituts für Gerontologie teil. Sie spezialisierte sich in diesem Rahmen auf das Thema "Altern auf dem Land".

2016 wurde sie in dem Bildband "Altweiberwohnen" porträtiert.

Ehrenämter

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Wo Sonst? Die Chronistin. Abgerufen am 6. August 2021.
  2. ↑ Doris Ebert: Elisabeth Silbereisen. Bürgertochter, Klosterfrau, Ehefrau des Reformators Martin Bucer. Familie und Lebensstationen. Heimatverein Kraichgau, Eppingen 2000.
  3. ↑ Generali Hochaltrigenstudie. In: zukunftsfonds.generali-deutschland.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Dezember 2016; abgerufen am 31. Dezember 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ zeitwert Magazin des Generali Zukunftsfonds. Generali Zukunftsfond, Januar 2014, S. S. 26 ff., archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. April 2016; abgerufen am 20. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Ulrike Scherzer, Juliana Socher: Altweiberwohnen. 1. Auflage. Residenz Verlag, Salzburg, Wien 2016, ISBN 3-7017-3393-7, S. 79 ff.
  6. ↑ Veröffentlichungen des Heimatvereins Kraichgau. Abgerufen am 25. November 2021.
  7. ↑ Ehrenmitgliedschaft für Doris Ebert. In: www.heimatverein-kraichgau.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Mai 2021; abgerufen am 20. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Amtsblatt Elsenztal – Lobbach. (PDF) 8. Januar 2010, S. 11 f., archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. April 2016; abgerufen am 20. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ www.bundespraesident.de: Der Bundespräsident / Bekanntgabe der Verleihungen / Bekanntgabe der Verleihungen vom 1. August 2011. In: www.bundespraesident.de. Abgerufen am 20. April 2016.
  10. ↑ Presseteam: Bundesverdienstkreuz für Doris Ebert. In: www.stephan-harbarth.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. April 2016; abgerufen am 20. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.