Dorothy Shay

Dorothy Shay ca. 1940. Schwarz-weiß-Porträt einer jungen Frau mit tief ausgeschnittenem Kleid und Stoffhandschuhen an einem altmodischen Mikrofon mit der Aufschrift CBS.
Dorothy Shay, ca. 1940, beim Cresta Blanca Carnival.

Dorothy Shay (* 11. April 1921; † 22. Oktober 1978) war eine US-amerikanische Komikerin und Sängerin, die später als Charakterdarstellerin tätig wurde. Sie war als „Park Avenue Hillbillie“ bekannt und in den 1940ern und frühen 1950ern besonders populär.

Leben

Shay wurde am 11. April 1921 als Dorothy Sims in Jacksonville, Florida, geboren. Sie begann im Alter von etwa vier Jahren im Bezirksgefängnis zu singen. Später besuchte sie die Lee High School. Ihr Vater, Claud Sims, betrieb eine Tankstellenkette. Nach seinem Tod führten finanzielle Schwierigkeiten dazu, dass die Familie ihr Haus verkaufte und ihre Mutter ein Teehaus eröffnete.

Karriere

Shay sang in einer 15-minütigen Radiosendung auf WJHP in Jacksonville. Danach erhielt sie ein Engagement im Showprogramm des Roosevelt Hotels. Ein Vorsingen bei der Music Corporation of America in Pittsburgh führte dazu, dass sie mit Paul Pendarvis und seinem Orchester sang.

Als sie ihre Karriere als Straight-Dance-Sängerin („straight singer“) begann, nahm sie Gesangsunterricht, um ihren Südstaatenakzent abzulegen. Während des Zweiten Weltkriegs sang sie für die United Service Organizations (USO). Sie änderte ihren Namen in „Shay“, um Verwechslungen mit Ginny Simms, einer anderen Sängerin jener Zeit, zu vermeiden. „Shay“ wählte sie zu Ehren ihrer Mentorin Betty Shay, (später Betty Corday).

Nach einem Vorsingen wurde sie aus 200 Bewerberinnen ausgewählt, um mit Morton Gould und seinem Orchester in der Radiosendung „Cresta Blanca“ aufzutreten. Während ihres Auftritts mit Gould und seinem Orchester sang sie als Zugabe „Uncle Fud“, ein ländliches Spaßlied (hayseed novelty number), das populär wurde und ihre Solokarriere als Sängerin begründete.

The Park Avenue Hillbillie

1945 wurde Shay von einem Presseagenten als „Park Avenue Hillbillie“ („Hinterwäldler der Park Avenue“) bezeichnet. Sie unterschrieb einen Vertrag bei Columbia Records und nahm eine Reihe von Hits auf. Ihr größter Hit war „Feudin’ and Fightin’“ im Jahr 1947, im selben Jahr, in dem sie als Sängerin in Spike Jones’ CBS-Radioshow auftrat. Ihr Album „Dorothy Shay (the Park Avenue Hillbillie) Sings“ erreichte im selben Jahr Platz 1 der Billboard-Charts für meistverkaufte Popalben. Das Album war Teil des ersten 101 LPs umfassenden Katalogs von Columbia Records – die ersten jemals veröffentlichten LPs. Shay war die erste Künstlerin, die ein #1 Album in den Billboard-Charts hatte.

Bei ihren Gesangsauftritten gab sie sich als elegante Großstädterin, sprach aber wie eine Südstaatlerin vom Land. Sie war in Nachtclubs, im Radio und im Fernsehen beliebt. Der Abbott-und-Costello-Film „Comin’ Round the Mountain“ von 1951 wurde als Dorothy Shays erster Kinofilm mit besonderer Ankündigung im Vorspann hervorgehoben; sie spielte eine Nachtclubsängerin, die in eine Fehde zwischen Hinterwäldlern verwickelt ist. Der Film bot eine hervorragende Bühne für ihr musikalisches und komödiantisches Talent; alle fünf Musiknummern wurden von Shay selbst gesungen.

Shay war im November 1951 musikalischer Gast in der zweiten Staffelpremiere der Fernsehsendung „The Jack Benny Program“. 1953 trat sie beim Amtseinführungsball von Präsident Dwight D. Eisenhower auf. Sie nahm für Capitol Records und Imperial Records den Rockabilly-Song „Hunky Dory“ auf. 1970 spielte sie die Witwe Krebs in der Westernserie „Die Leute von der Shiloh Ranch“ (The Virginian) in der Folge „You Can Lead a Horse to Water“.

Persönliches

Sie war von 1958 bis 1959 kurzzeitig mit Dick Looman verheiratet. Nach einer Pause in den 1960er Jahren kehrte sie in den 1970er Jahren als Charakterdarstellerin ins Showgeschäft zurück. Sie hatte eine wiederkehrende Rolle als Thelma, die erste Besitzerin des Dew Drop Inn, in der Fernsehserie Die Waltons.

Tod

Shay starb am 22. Oktober 1978 an einem Herzinfarkt im Alter von 57 Jahren, in Santa Monica, Kalifornien. Nach ihrem Tod wurde ihre Figur aus der Serie „Die Waltons“ herausgeschrieben. Es wurde erzählt, dass sie das Dew Drop Inn verkauft habe und nach Kalifornien gezogen sei.

Diskographie

Titel Details Platzierungen
Billboard 200
Dorothy Shay (the Park Avenue Hillbillie) Sings
  • 1946
  • Columbia Records
1
Dorothy Shay (the Park Avenue Hillbillie) Goes to Town
  • 1947
  • Columbia
1

Einzelnachweise

  1. 1 2 Jack Gould: One Thing and Another. In: The New York Times. 13. Februar 1944, S. X 9, abgerufen am 25. Juli 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Beulah Schact: Dorothy Shay Wasn’t Behind the Old Henhouse Door When the Brains Were Passed Out. In: St. Louis Globe-Democrat. via Newspapers.com, 4. April 1955, S. 1 C, abgerufen am 25. Juli 2026 (englisch).
  3. ↑ Bill Foley: Dorothy Shay’s silly putty gimmick worked - why? In: The Florida Times-Union. via Newspapers.com, 5. April 2000, S. 40, abgerufen am 25. Juli 2026 (englisch).
  4. 1 2 Adelaide Kerr: Songstress Dorothy Shay Is Surprise Girl of Show Business During 1947. In: The Sioux City Sunday Journal. Associated Press. via Newspapers.com, 5. Oktober 1947, S. Section 4, page 8, abgerufen am 25. Juli 2026 (englisch).
  5. ↑ Pop Chronicles 1940s Program #17. (englisch).
  6. ↑ Best-Selling Popular Record Albums. Billboard. 25. Oktober 1947. google books
  7. ↑ Columbia’s Initial 101 LPS Catalog. (englisch).
  8. ↑ First solo female to reach No.1 on the US albums chart. (englisch).
  9. ↑ Orville A. Gilbert: THE SCREEN IN REVIEW / Abbott and Costello in Kentucky Hills. In: The New York Times. 27. Juli 1951, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
  10. ↑ dorothy shay records and CDs. In: MusicStack.com. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  11. ↑ Dorothy Shay to Be Wed. In: The New York Times. 31. Januar 1958, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
  12. ↑ Robert E. Sheridan: OBITUARIES / The “Park Avenue Hillbilly”. In: The New York Times. 6. November 1978, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).
  13. ↑ The Billboard – The world’s foremost amusement weekly: Best-Selling Popular Record Albums. In: Billboard. via AmericanRadioHistory, 2. August 1947, S. 30, abgerufen am 21. März 2019 (englisch).
  14. ↑ The Billboard – The world’s foremost amusement weekly: Best-Selling Popular Record Albums. In: Billboard. via AmericanRadioHistory, 24. Januar 1948, S. 54, abgerufen am 29. Oktober 2019 (englisch).
Personendaten
NAME Shay, Dorothy
ALTERNATIVNAMEN Dorothy Sims
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
GEBURTSDATUM 11. April 1921
GEBURTSORT Jacksonville, Florida
STERBEDATUM 22. Oktober 1978
STERBEORT Santa Monica, Kalifornien