Die Doss-Porphyrie (ALA-Dehydratasemangel-Porphyrie oder ALAD-Porphyrie) ist eine angeborene Stoffwechselkrankheit, die mit einer Störung des Aufbaus des roten Blutfarbstoffs Häm einhergeht.
Im Jahr 1979 gelang Manfred Otto Doss die Entdeckung der einzigen rezessiv vererbten akuten Porphyrie. In der Folge wurde diese Porphyrie nach ihm benannt.
Der Doss-Porphyrie liegt entweder eine homozygot vererbte oder eine compound-heterozygot vererbte (beide Allele tragen unterschiedliche Mutationen) 5-Aminolävulinsäure-Dehydratase-Defizienz (ALAD) zugrunde. Die ALAD katalysiert den zweiten Schritt der Hämbiosynthese. Die charakteristische biochemische Veränderung ist die Akkumulation von 5-Aminolävulinsäure im Urin. Der zweite Porphyrinvorläufer, stromabwärts, Porphobilinogen, ist nicht oder nur marginal erhöht. Das ist ein wegweisender Unterschied zu anderen akuten Porphyrien (akute intermittierende Porphyrie (AIP), hereditäre Koproporphyrie (HKP) und Porphyria variegata (PV)).
Nach anderer Ansicht ist der Erbgang der ALADDP (5-ALA-Dehydratase-Defizienz-Porphyrie) autosomal-rezessiv. Betroffen ist der Genlokus 9q33.1.
Die Doss-Porphyrie (OMIM 612740) wird als hepatische Porphyrie klassifiziert. Doss verwies auf eine erythropoetische Komponente. Die Klinik ist wie bei anderen akuten Porphyrien durch neuroviszerale Symptome gekennzeichnet. Charakteristisch sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und eine Neuropathie mit Lähmungen.
Weltweit sind bislang acht Fälle beschrieben worden.
Die therapeutischen Erfahrungen sind limitiert. Therapie der Wahl ist die intravenöse Applikation von Häm. Es gibt Hinweise, dass, anders als bei AIP, Givosiran und Lebertransplantation die Erkrankung nicht verbessern.
„Die Behandlung der akuten Schübe bei Patienten mit einer ALA-Dehydratasemangel-Porphyrie erfolgt analog der akuten intermittierenden Porphyrie.“ Mitunter erfolgen regelmäßige Bluttransfusionen.
Die Bleivergiftung und die Tyrosinämie Typ1 imitieren klinisch und biochemisch die Doss-Porphyrie.
2007 wurde die Doss-Porphyrie von Eileen K. Jaffe und Linda Stith vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia, PA, als weltweit erste Beschreibung einer conformational disease (unter anderen gehören dazu Prionenerkrankungen) gewürdigt.