Verlag der Kunst

Der Verlag der Kunst wurde 1952 in der DDR in Dresden gegründet. Er entstand aus der Zusammenlegung eines aus der enteigneten Kunstanstalt May-AG hervorgegangenen, unter dem Namen Kunstverlag Maecenas firmierenden Vorgängers mit der Dresdner Verlagsgesellschaft.

Sein Hauptwirkungsfeld war die Veröffentlichung von hochwertigen Kunstdruckbänden, Kunstbüchern und der Prachtausgaben der Museumsbestände der DDR. Unter dem Titel eikon Grafik-Presse edierte der Verlag originale Druckgrafik. Er publizierte aber auch die populäre Kunstheftreihe "Maler und Werk" mit umfangreichen Essays wechselnder deutscher Autoren, u. a. Peter Betthausen, Karl Brix, Götz Eckardt, Peter H. Feist, Magdalene George, Dieter Gleisberg, Renate Hartleb, Hellmuth Heinz, Wolfgang Hütt, Horst Jähner, Ulrike Görner, Ullrich Kuhirt, Heinz Lüdecke, Ingrid Möller, Hans-Joachim Neidhardt, Heinz Quninger, Diether Schmidt, Ingrid Schulze, Ernst Ullmann, Angelo Walther, Ingrid Wenzkat und Klaus Werner, auch ausländische Kunstwissenschaftler wie Oto Bihalji-Merin (1904–1993). Die Reihe „informiert über das Schaffen der bedeutendsten Maler aus Vergangenheit und Gegenwart. Sie berücksichtigt alle Epochen der Kunstgeschichte, führt von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus an die Fragen der bildenden Kunst heran und will im besonderen die intensive Beschäftigung mit der Geschichte der Kunst fördern.“ Eine weitere Reihe trug den Titel "Künstler der Gegenwart."

Zunehmend wurde der Verlag durch den Export und der Vergabe von Lizenzen gegen konvertierbare Währung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die DDR und erlangte internationale Resonanz. Renommierte Autoren, Fotografen und Wissenschaftler haben in diesem Verlag publiziert. Auch nach der Wende behauptete er eine Marktposition mit Veröffentlichungen auf dem Sektor der Kunst vor allem der Dresdner Staatlichen Kunstsammlungen.

Der VEB Verlag der Kunst (VdK) wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 von der Treuhand aufgeteilt. Der Verlag wurde zunächst vom Wissenschaftsverlag Gordon & Breach gekauft. 2001 übernahm der Berliner Philo-Verlag das Sortiment der Kunst- und Kunsttheorietitel und führte es unter dem neuen Verlagsnamen Philo & Philo Fine Arts fort. Seit 1. September 2003 ist der Programmteil der Regionalliteratur des Verlags Bestandteil der Verlagsgruppe Husum und soll als eigenständiger Verlag sein Profil beibehalten. Die Repräsentanz des Verlags der Kunst für Sachsen wird seit dem Frühjahr 2016 von der Ö Grafik Agentur für Marketing und Design in Dresden wahrgenommen. Neben dem Verlag der Nation ist der Verlag der Kunst der zweite große DDR-Verlag, der in die Verlagsgruppe übernommen wurde.

Aus der international renommierten Bilderabteilung (zum Beispiel Lichtdrucke) ging unter anderem der Edelgard Sachadae Lichtdruck- und Bildverlag der Kunst als eigenständiger Verlag mit dem alten Geschäftssitz in Dresden, Spenerstraße 21, hervor. In diesem Zusammenhang wurden große Warenvorräte an hochwertigen Lichtdrucken übernommen und teilweise durch Neudrucke (zum Beispiel auf Büttenkarton) aufgestockt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Kein Beleg: Nur Toter und nicht auflösbarer Link. SLUB hat auch nicht archiviert. Oder? Fazit: Beleg fehlt. Auch hier.
  2. ↑ Vorletzte Umschlagseite der Hefte