Dritte Wurzel

³√
Studioalbum von Rieko Okuda / Matthias Müller / Samuel Hall

Veröffent-
lichung

2026

Aufnahme

2024

Label(s)

Unit Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

5

Länge

40:20

Besetzung

Studio(s)

Morphine Raum, Berlin

Dritte Wurzel (visualisiert ³√) ist ein Musikalbum von Rieko Okuda, Matthias Müller und Samuel Hall. Die am 26. März 2024 im Morphine Raum in Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 11. Juni 2026 auf Unit Records.

Hintergrund

Das Album wurde von einem Trio eingespielt, das aus dem Schlagzeuger Samuel Hall, der zuvor mit Olaf Rupp gearbeitet hatte, der Pianistin Rieko Okuda und dem Posaunisten Matthias Müller besteht, zwei langjährigen Künstlern der Berliner Improvisationsszene.

Titelliste

  1. Equilibrium 6:41
  2. CCH4 4:19
  3. Six Lights 13:15
  4. Mengde 4:53
  5. Sputnik 11:12

Die Kompositionen stammen von Rieko Okuda, Matthias Müller und Samuel Hall.

Rezeption

Matthias Müller (2016)

3√ sei „ein Konzentrat von Berlin“, meinte Franpi Barriaux in Citizen Jazz. Die Beziehung der Pianistin Rieke Okuda zu Matthias Müller, der in seiner Rolle als verbindendes Element und fieberhafter Impulsgeber perfekt sei, sei eine echte Stärke des Albums, die in „Six Lights“ ihre Quintessenz finde. Ihre Arbeit am Mundstück, ihr glühender Atem in den Glockentönen des präparierten Klaviers und den unberechenbaren Reibungen des Perkussionisten Samuel Hall, sei der Ausgangspunkt für einen ununterbrochenen und reichhaltigen Dialog.

Das sei also [die Musik von] drei Quadratwurzeln (sic), drei wesentliche Elemente, die in Richtung Minimalismus tendieren, so Barriaux weiter. Das spüre man schon beim treffend benannten „Equilibrium“, wenn die überfließenden Klangteppiche der Posaune, die den Hintergrund einer unruhigen Stille bilden, auf das symmetrische Zusammenspiel von Klavier und Percussion treffen; Knacken, Spannungen… Ein Schwebezustand zwischen den Saiten und dem Trommelfell, den Okuda mit einigen Klaviernoten zum Schwingen bringe – einsame Töne in einem anschwellenden Sturm, ohne Ruck oder Stolperstein, aber mit der Kraft des Unabwendbaren. Eine Kraft, die auf die Tastatur übergreife, die deren langsame Implosion mit einer kraftvollen linken Hand strukturiere und dabei eine Posaune mitreiße, die in die Tiefen gezogen werde. Die erste Platte dieses wunderschönen Trios sei ein sensationelles Konzentrat an Emotionen. Sie würdige Musiker, die eins mit ihrem Instrument seien – etwas, das keine Gleichung jemals erklären könne.

Diese Wurzel aus drei (sic) wirke über weite Strecken „wie eine Wurzelziehung“, glaubt Wolf Kampmann in Jazz thing. Aber wie das bei Wurzelziehungen so der Fall sei, würde sie nur Gutes bewirken. Es sei eine Plattitüde, dass man sich auf die Musik dieses Trios einlassen müsse, denn das müsse man schließlich auf fast jede Art von Musik. In diesem Fall dürfte es aber selbst hartgesottenen Improv-Fans einiges an Geduld abverlangen, in die Verläufe des Trios hineinzufinden, um deren minimalistische Poesie zwischen Echtzeitmusik, Drone und der ereignislosen Musik der Mittneunziger-Jahre zu erschließen und letztlich genießen zu können. Im großen Rahmen würde relativ wenig in diesen Trio-Verschränkungen passieren, dafür sei die Musik so reich an subtil eingeflochtenen Details, dass man unweigerlich permanent im Entdeckermodus bleibe.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Franpi Barriaux: Rieko Okuda / Matthias Müller / Samuel Hall. In: Citizen Jazz. 27. September 2026, abgerufen am 8. Oktober 2026 (französisch).
  2. ↑ Wolf Kampmann,: Okuda / Müller / Hall: ³√. In: Jazz thing. 14. September 2026, abgerufen am 8. Oktober 2026.