Dropper

Ein Dropper oder Viren-Dropper ist eine eigenständig ausführbares Computerprogramm, das zur Freisetzung eines Computervirus dient.

Dropper werden meist für eine Erstinfektion verwendet, da sich der virale Code anschließend automatisiert weiterverbreiten kann. Ein Viruscode ist kein eigenständig lauffähiges Programm, sondern parasitär auf anderen Programmcode angewiesen. Für seine erstmalige Ausführung dient der Dropper daher als spezielles Trägerprogramm.

Funktion

Dropper können unterschiedlich konzipiert sein, bspw. als:

Alternativ zur Verwendung eines Droppers betten viele Virenprogrammierer den Virus-Code einfach manuell, z. B. mit einem Hex-Editor, in ein ausführbares Programm ein. Auf diesem Weg wurde das Virus Rushhour, dessen Entwicklung von Bernd Fix genau dokumentiert wurde, erstmals mit einer Wirtsdatei zusammengesetzt. Später wurden für diesen Zweck spezielle Tools, sogenannte Linker, entwickelt.

Das künstlich infizierte Programm dient dann quasi als „patient zero“. Durch die virale Aktivität und reguläre Kopien verbreitet sich die Malware anschließend weiter.

Sonderfälle

Erkennung und Schutz

Ein On-Access-Scanner eines Antivirenprogramms kann heuristisch erkennen, dass neuer Maschinencode in eine ausführbare Datei (als solche zählt auch der Bootsektor) eingeschleust werden soll, und so verhindern, dass der Virus auf dem betreffenden System abgesetzt wird. Zeitgemäße Betriebssysteme mit Benutzerkontensteuerung (UAC) lassen derartige Programmaktivitäten ohne Administratorenrechte nicht mehr zu. Es werden aber regelmäßig neue Sicherheitslücken entdeckt, die von Malware ausgenutzt werden können, um eine Infektion doch durchzuführen.