Drude

Eine Drude (auch Drute, Trude, Trute, Trut, männlich Drud, Druder, Drudner, Trutner oder bairisch Truderer) ist ein Wesen des Volksglaubens, das sich nachts auf die Brust von Schlafenden setzt und Albträume, Beklemmungen und Atemnot verursacht.

Begriff

Drude geht vermutlich auf das althochdeutsche trut(a), mittelhochdeutsche trut(e) (13. Jahrhundert) zurück, was so viel heißt wie „treten“. Zu den regionalen Bezeichnungen für Drude gehören im schwäbischen und alemannischen Raum Schrättele und Schrat, sowie im oldenburgischen Raum Walrider, Walriderske.

Beschreibung

Im gesamten deutschsprachigen Gebiet und vielen Teilen Europas gibt es die Vorstellung von Druckgeistern. Als Drude sind sie in Süddeutschland und Österreich verbreitet. Hier sind Frauen, die dazu verdammt sind, sich jede Nacht ein Opfer zum Drücken suchen zu müssen: Erwachsene, Kinder und Haustiere werden heimgesucht, aber auch Bäume und Steine. Dazu löst sich ihre Seele vom Körper, kann als Geist durch kleinste Spalten und Schlüssellöcher in ein Zimmer dringen und dann in verschiedener Gestalt erscheinen (z. B. als Katze, Strohhalm oder Feder). Eine Frau, die diesen Drudenfluch ausüben muss, weiß davon, verheimlicht dies aber vor ihren Mitmenschen. Eine mit dem Drudenfluch belastete Frau kann sich von diesem nur befreien, wenn ihr jemand ein sehr zahmes und wichtiges Haustier zur Verfügung stellt, das diese dann besitzen kann, so dass dieses zu Tode kommt.

Abwehr

Zur Abwehr und Enttarnung von Druden existiert eine Vielzahl an Mitteln und Methoden, die zum Teil nur regional verbreitet sind:

Siehe auch

Literatur

Wiktionary: Drude – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Drude, DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
  2. ↑ Drud. In: Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage. München 2003, S. 16.
  3. 1 2 Drud. In: Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49451-X, S. 53–54.