


Unter einer Dalbe, Dalle bzw. einem Dalben, Dälben versteht man einen in den Hafengrund oder in Kanälen eingerammten Pfahl zum Befestigen oder Abweisen eines Schiffes oder zur Markierung der Fahrrinne. Werden zur besseren Stabilität mehrere Pfähle zusammen aufgestellt und verbunden, spricht man von Duck-, Duk- oder Dückdalben.
Der Name Duckdalbe geht auf den Herzog von Alba (Duc d’Albe) zurück, der in den ehemals spanischen Niederlanden solche Einrichtungen schaffen ließ, um auch größere Schiffe zusätzlich in einem Hafen unterbringen zu können. Auf Spanisch heißt die Dalbe duque de Alba (Herzog von Alba). Entsprechend wurden sie früher in Deutschland Duckdalben genannt. Auch in mehreren europäischen Sprachen findet sich der in ähnlicher Schreibweise verkürzte oder veränderte Begriff. Im deutschen Seezeichenwesen ist diese sprachliche Ableitung spätestens seit Preußens einheitlicher Bezeichnung der Fahrwasser von 1887 offiziell in Gebrauch.
Technisch gesehen ist eine Dalbe ein in die Gewässersohle eingerammter Pfahl unter horizontaler Last, mehrere Dalben bilden eine Pfahlgruppe. Die Gewässersohle ist in der Regel der natürlich vorkommende Boden; die horizontale Last muss die Dalbe aufnehmen, wenn ein Schiff dagegen stößt oder an seiner Festmachertrosse zieht.
Dalben werden nach dem Zweck grob in zwei Gruppen eingeteilt:
Dalben wurden bis ins 20. Jahrhundert überwiegend aus Holz hergestellt. Da Holz sehr anfällig für den Schiffsbohrwurm ist, ist dieser Baustoff meistens dem Stahl gewichen. Für den Dalbenbau werden Stahllegierungen mit sehr hoher Streckgrenze verwendet, um die geforderte Elastizität zu erreichen.
Unten angespitzte Holzdalben werden mit einer Dalbenramme in den Boden getrieben. Dabei handelt es sich um ein Fallgewicht (Rammbär), das, an einer senkrechten Schiene geführt, hochgezogen wird und mit der Schwerkraft auf den Dalbenkopf niederfällt. Die Ramme ist auf einem Schiff montiert und wird so zum Einsatzort gefahren.
Zur Berechnung und Dimensionierung der Dalben gibt es in der Bautechnik verschiedene Methoden. In Deutschland gelten hierfür die Empfehlungen des Arbeitsausschusses für Ufereinfassungen (EAU) als Standardwerk.