Duke-Kriterien

Bei Verdacht auf Endokarditis wird zwischen

unterschieden. Die Duke-Kriterien (benannt nach der Duke University, Durham, North Carolina) helfen, die Diagnose einer infektiösen Endokarditis bei Patienten sicher und rechtzeitig zu stellen. Sie wurden 1994 von der Arbeitsgruppe um David T. Durack formuliert und sind im Jahre 2015 von Li modifiziert worden (mit erhöhter Sensitivität, aber geringerer Spezifität).

Pathologie

Die Diagnose einer infektiösen Endokarditis ist gesichert, wenn die folgenden pathologischen Merkmale erfüllt sind:

Nachweis von Mikroorganismen mittels

Klinik

Bei allen anderen Patienten gelten die klinischen Kriterien nach Duke, um die Diagnose einer infektiösen Endokarditis zu stellen. Die sichere (definitive) Diagnose einer infektiösen Endokarditis kann in vivo schwierig sein nicht zum Beispiel durch eine Echokardiografie allein möglich. Es müssen entweder

Duke - Hauptkriterien

Positive Blutkulturen

  • Mikroorganismen, die typischerweise eine infektiöse Endokarditis verursachen können, aus zwei getrennten Blutkulturen
  • anhaltend positive Blutkulturen mit Mikroorganismen, die typischerweise eine infektiöse Endokarditis verursachen können
    • Blutkulturen mit mehr als 12 Stunden zeitlichem Abstand oder
    • drei oder der Mehrheit von mindestens vier verschiedenen Blutkulturen, wobei die erste und letzte mit mindestens einer Stunde zeitlichem Abstand entnommen wurde.

Morphologischer Nachweis einer Beteiligung von Herzinnenhaut/Herzklappen

  • positiver Echokardiographiebefund (Ultraschallbild vom Herzen durch Echokardiografie: Transösophageale Echokardiographie bzw. Transthorakale Echokardiographie) für infektiöse Endokarditis bedeutet, dass folgende Kriterien vorliegen:
    • flottierende Masse (oszillierende Strukturen) auf einer Klappe oder
    • dem Halteapparat oder
    • in Richtung der Regurgitationsjets
    • bzw. auf einem iatrogenen Material (wie z. B. einer Herzschrittmachersonde)
      • bei Fehlen einer alternativen anatomischen Erklärung oder
    • Abszess oder
    • neue teilweise Dehiszenz einer Kunstklappe oder
  • Neu aufgetretene Klappeninsuffizienz (die Verstärkung oder Veränderung eines vorbestehenden Herzgeräusches reicht nicht aus)

Modifikation nach Li

Duke-Nebenkriterien

Prädisposition

  • prädisponierende Herzerkrankung oder
  • intravenöser Drogengebrauch

Fieber

Gefäßbefunde

Zeichen einer systemischen Immunreaktion

Echokardiografie

  • Hinweis auf infektiöse Endokarditis ohne ein Hauptkriterium zu sein (Verdachtsdiagnose)

Mikrobiologie

  • positive Blutkulturen, aber nicht nach den Hauptkriterien, oder
  • serologischer Hinweis auf aktive Infektion mit einem Organismus, der vereinbar mit einer infektiösen Endokarditis ist

Ausschluss der infektiösen Endokarditis

Eine infektiöse Endokarditis kann ausgeschlossen werden,

Wahrscheinliche infektiöse Endokarditis

Befunde, die nicht denen der sog definitiven Endokarditis, jedoch auch nicht einem Ausschluss entsprechen:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ D T Durack, A S Lukes, D K Bright: New criteria for diagnosis of infective endocarditis: utilization of specific echocardiographic findings. Duke Endocarditis Service. In: The American journal of medicine. 96. Jahrgang, Nr. 3, März 1994, ISSN 0002-9343, S. 200–209, PMID 8154507 (englisch).
  2. ↑ Jennifer S. Li, Daniel J. Sexton, Nathan Mick, Richard Nettles, Vance G. Fowler, Thomas Ryan, Thomas Bashore, G. Ralph Corey: Proposed Modifications to the Duke Criteria for the Diagnosis of Infective Endocarditis. In: Clinical Infectious Diseases. 30. Jahrgang, Nr. 4, 4. Januar 2000, ISSN 1058-4838, S. 633–638, doi:10.1086/313753, PMID 10770721 (englisch, oxfordjournals.org [abgerufen am 23. Januar 2014]).