Die Dyck-Sprachen sind in der theoretischen Informatik bestimmte kontextfreie formale Sprachen, also Typ-2-Sprachen entsprechend der Chomsky-Hierarchie. Sie sind nach dem Mathematiker Walther von Dyck benannt.
Für jede natürliche Zahl
ist die Dyck-Sprache
die Wortmenge der korrekt geklammerten (wohlgeformten) Ausdrücke mit
unterschiedlichen Klammerpaaren. Induktiv lässt sich
wie folgt definieren:
(Dabei ist
das leere Wort.)
- Falls
, so gilt auch
.
- Falls
, so gilt auch
für alle
. (Dabei sind
die
-te öffnende und
die
-te schließende Klammer.)
Die Dyck-Sprache
kann die zwei Klammerpaare [, ] und (, ) umfassen. Dann gilt beispielsweise:
![{\displaystyle [[(\,)[\,]](\,)]\in \ D_{2}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/49c4d8e4b1c6c5fb31765be29081d105b0d2bbfc)
![{\displaystyle ([\,)]\notin \ D_{2}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/8236663f0363dec6bc21140cf890d9e24f8548b8)

Ein Wort aus einer Dyck-Sprache kann man zu einem leeren Wort reduzieren, indem man schrittweise jedes in der richtigen Reihenfolge auftretende Klammerpaar durch das leere Wort
ersetzt. Ein Dyck-Wort kann als ein Rutishauser-Klammergebirge dargestellt werden. Dabei wird auf der Abszisse die Position der Klammer im Wort und auf der Ordinate die jeweilige Klammertiefe dargestellt. Dyck-Sprachen sind deterministisch kontextfrei und damit insbesondere kontextfrei. Sie sind jedoch nicht regulär.
Kontextfreie Grammatik der Dyck-Sprache
:


![{\displaystyle S\rightarrow [S]}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/ffef31a87ae0726f06fd100729646c597ab771fd)

Im Falle
gibt es analog
verschiedene Produktionen der Art
für
.