Dieser Artikel behandelt den Schlaganfall. Zum Gott siehe Esus.
ESUS(embolic stroke of undetermined source, zu deutsch etwa: embolischer Schlaganfall mit nicht bestimmter Emboliequelle) bezeichnet in der Neurologie eine spezielle Form des ischämischen, also minderdurchblutungsbedingten, Schlaganfalls. Es handelt sich hierbei um eine Unterklasse der nach der TOAST-Klassifikation definierten kryptogenen Hirninfarkte (Hirninfarkte unklarer Ursache (=Ätiologie)). Hieraus ergeben sich behandlungsrelevante Unterschiede zu anderen Entitäten.
Kriterien
Es wurden die folgenden Kriterien für die Diagnose eines ESUS definiert, die eine vollständige ausgeführte Diagnostik voraussetzen:
Vorliegen eines bildmorphologisch nachweisbaren Infarktareales im Gehirn mit einem nicht-lakunären Verteilungsmuster
Fehlender Nachweis einer > 50-prozentigen Stenose eines intra- oder extrakraniellen Gefäßes, das das Infarktareal mitversorgt
Fehlender Nachweis eines Hauptrisikofaktors für eine kardiale Emboliequelle (z.B. Vorhofflimmern)
In der Vergangenheit wurden Studien durchgeführt, in denen eine Überlegenheit von DOAKS bei der Sekundärprophylaxe des ESUS gegenüber ASS nachgewiesen werden sollte. Alle bisherigen Studien hatten ein negatives Ergebnis. Daher ist die Behandlungsempfehlung momentan die gleiche wie bei anderen Schlaganfällen ungeklärter Ätiologie (engl.: cryptogenic stroke) und es sollte bei mangelnder Indikation für eine orale Antikoagulation eine Sekundärprophylaxe mittels ASS erfolgen. Eine besondere Rolle spielt allerdings die kardiale Diagnostik zur Abklärung einer möglicherweise unbemerkten kardialen Infarktätiologie inklusive der Möglichkeit einer prolongierten Herzrhythmusanalyse über ein bis drei Jahre.
Einzelnachweise
12Robert G Hart, Hans-Christoph Diener, Shelagh B Coutts, J Donald Easton, Christopher B Granger:Embolic strokes of undetermined source: the case for a new clinical construct. In: The Lancet Neurology. Band13, Nr.4, April 2014, ISSN1474-4422, S.429–438, doi:10.1016/s1474-4422(13)70310-7.
↑Robert G. Hart, Mukul Sharma, Hardi Mundl, Scott E. Kasner, Shrikant I. Bangdiwala:Rivaroxaban for Stroke Prevention after Embolic Stroke of Undetermined Source. In: New England Journal of Medicine. Band378, Nr.23, 7.Juni 2018, ISSN0028-4793, S.2191–2201, doi:10.1056/nejmoa1802686 (nejm.org[abgerufen am 27.November 2018]).
↑Aristeidis H. Katsanos, Rohini Bhole, Alexandra Frogoudaki, Sotirios Giannopoulos, Nitin Goyal:The value of transesophageal echocardiography for embolic strokes of undetermined source. In: Neurology. Band87, Nr.10, 6.September 2016, ISSN0028-3878, S.988–995, doi:10.1212/WNL.0000000000003063, PMID 27488602, PMC27488602(freier Volltext) – (neurology.org[abgerufen am 27.November 2018]).
↑Jeffrey L. Saver:Cryptogenic Stroke. In: New England Journal of Medicine. Band374, Nr.21, 26.Mai 2016, ISSN0028-4793, S.2065–2074, doi:10.1056/nejmcp1503946 (nejm.org[abgerufen am 27.November 2018]).
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