East Jersey

Die ursprünglichen Provinzen West- und East Jersey sind jeweils in Gelb und Grün dargestellt. Die Keith-Linie ist rot und die Coxe-Barclay-Linie orange dargestellt.

East Jersey war von 1674 bis 1702 eine englische Eigentümerkolonie (Proprietary colony) im östlichen Teil des heutigen US-Bundesstaates New Jersey. Es entstand nach der Aufteilung der bisherigen Provinz New Jersey, wobei der östliche Teil dem bisherigen Eigentümer George Carteret zugesprochen wurde. Die im Quintipartite Deed von 1676 vorgesehene Grenze zu West Jersey verlief vom Gebiet des Little Egg Harbor zum oberen Delaware River, konnte aufgrund ungenauer Vermessungen jedoch lange nicht eindeutig festgelegt werden.

Die Entwicklung der Kolonie war eng mit New York, Neuengland und der früheren niederländischen Kolonie Nieuw Nederland verbunden, die 1664 von den Engländern erobert und später an diese abgetreten wurde. Zwischen 1664 und 1667 entstanden beziehungsweise festigten sich die sieben frühen Siedlungen Bergen, Elizabethtown, Middletown, Shrewsbury, Woodbridge, Piscataway und Newark. Im Unterschied zu West Jersey war East Jersey nicht vorrangig als Quäkerkolonie angelegt, sondern wurde besonders durch Zuwanderer aus Neuengland und New York sowie durch die ältere niederländische Besiedlung geprägt. Insbesondere Elizabethtown und Newark waren stark puritanisch geprägt. Südlich des Raritan River wurde das Monmouth Tract vor allem von Quäkern aus Long Island erschlossen. Nach dem Tod Carterets wurde die Kolonie 1682 an zwölf Investoren verkauft, die weitere Teilhaber aufnahmen und dadurch die Gruppe der sogenannten vierundzwanzig Eigentümer bildeten. Zum Gouverneur bestimmten die Eigentümer den schottischen Quäker Robert Barclay, unter dessen Amtszeit der Einfluss schottischer Siedler und Investoren zunahm.

Perth Amboy wurde ausgebaut und 1686 zur Hauptstadt von East Jersey erhoben. Für die Verwaltung wurden die Countys Bergen, Essex, Middlesex und Monmouth eingerichtet, denen 1688 das aus Middlesex herausgelöste Somerset County folgte. Das politische Leben der Kolonie war von wiederkehrenden Konflikten über ältere Landzuteilungen, Eigentumsrechte, Steuern und die Erhebung von Grundabgaben geprägt, wobei zahlreiche Siedler die Ansprüche der meist abwesenden Eigentümer bestritten. Von 1686 bis 1689 wurde East Jersey zeitweilig in das zentralistisch verwaltete Dominion of New England einbezogen. Nach zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen der Kolonialversammlung, den Eigentümern und Teilen der Bevölkerung verzichteten die Eigentümer von East und West Jersey 1702 auf ihre Regierungsrechte, worauf Königin Anne beide Gebiete wieder zur königlichen Provinz New Jersey vereinigte; ihre Landrechte behielten die Eigentümer jedoch bei.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Maxine N. Lurie, Richard F. Veit (Hrsg.): New Jersey: A History of the Garden State. Rutgers University Press, New Brunswick 2012
  2. 1 2 John E. Pomfret: The Province of East New Jersey, 1609–1702: The Rebellious Proprietary. Princeton University Press, Princeton 1962
  3. ↑ John P. Snyder: The Story of New Jersey's Civil Boundaries: 1606–1968. Bureau of Geology and Topography, Trenton 1969