Das East End in London umfasst die Bezirke östlich des mittelalterlichen Stadtkerns und nördlich der Themse.
Heute sind dies der Stadtteil Tower Hamlets und der südliche Teil von Hackney. Hackney gilt als armes, proletarisches Viertel und zog über die Jahrhunderte verschiedene Einwanderergruppen an, etwa Ende des 19. Jahrhunderts Juden und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Afrikaner und Südasiaten, vor allem aus Bangladesch. Hier befand sich auch die erste Londoner Chinatown.
Erklärungen für den traditionell niedrigen sozialen Status des Londoner East End:
Der Stadtteil wurde während des Zweiten Weltkriegs besonders intensiv von der deutschen Luftwaffe bombardiert (The Blitz).
Die Bezeichnung „East End“ bedeutet inzwischen allgemein sozial unterprivilegierte Stadtgebiete oder Arbeiterviertel, während West End ein Synonym für Bezirke der „besseren Gesellschaft“ wurde. Die vielfach ausgezeichnete BBC-Fernsehserie EastEnders erzählt seit 1985 vom Leben der Menschen im fiktiven Borough Walford im Londoner East End.
Das East End (genauer: Whitechapel) war der Schauplatz der Morde, die ein unbekannter Frauenmörder im 19. Jahrhundert beging, der im Volksmund als Jack the Ripper bekannt wurde. Zahllose Verfilmungen dieses Themas spielten im East End. Im 20. Jahrhundert war das East End Schauplatz der Belagerung der Sidney Street, und die kriminellen Kray-Zwillinge waren dort aktiv. Der Gangsterfilm Bube, Dame, König, grAS spielt im East End ebenso wie die Romane Brick Lane (benannt nach der gleichnamigen Straße) und Die satanischen Verse.
Fußballfans unter den Bewohnern des East Ends sind traditionell Anhänger der Teams West Ham United, Leyton Orient oder Dagenham & Redbridge.
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit nach der EU-Osterweiterung 2004 führte zu einem Verdrängungswettbewerb im Baugewerbe auch im boomenden London. Im East End stimmte eine Mehrheit für den Brexit und damit den Austritt aus der EU.