Ebauches SA

Die Ebauches SA war eine 1926 in Neuenburg gegründete Schweizer Holdinggesellschaft zur Herstellung von Uhrenrohwerken (Ébauches) und ‑bestandteilen. Das Unternehmen spielte bis zu seiner Eingliederung in die spätere Swatch Group in den 1980er Jahren eine zentrale Rolle im Kartell der Schweizer Uhrenindustrie.

Geschichte

Die Ebauches SA wurde 1926 von drei bedeutenden Schweizer Uhrenkomponentenherstellern gegründet: A. Schild AG (ASSA), Grenchen, Fabrique d’horlogerie de Fontainemelon (FHF) und A. Michel AG (AMSA), Grenchen. Die Firma bekämpfte das Chablonnage, d. h. die Ausfuhr der Schablonen eines Uhrwerks, damit Uhren im Ausland nicht als in der Schweiz produzierte Produkte deklariert werden konnten. Mit dem Beitritt zur Allgemeinen Schweizer Uhrenindustrie (ASUAG) vollendete sie 1931 das Schweizer Uhrenkartell, auch wenn sich die einzelnen, von Familiendynastien beherrschten Tochtergesellschaften der Ebauches SA weiterhin harte Konkurrenzkämpfe lieferten.

1968/69 zählte Ebauches 23 Tochtergesellschaften in der Schweiz und drei im Ausland sowie 10'000 Beschäftigte. Die Tochtergesellschaft Ebauches Electroniques Marin (EEM) wurde 1970 gegründet, kurz vor dem Zusammenbruch des Schweizer Uhrenkartells, das bei der Entwicklung der elektronischen Uhr den Anschluss verpasst hatte (Quarzkrise). Im Jahr 1974 hielt Ebauches bei den mechanischen Uhrwerken einen Weltmarktanteil von 25 %.

Unter den Tochtergesellschaften der Ebauches SA setzte 1978 eine grosse Fusionswelle ein. 1982 übernahm die ETA SA die operationelle Führung von Ebauches. 1983 fusionierte ASUAG/Ebauches mit der Société Suisse pour l’Industrie Horlogère (SSIH) zur ASUAG-SSIH, aus der 1985 die Société de Microélectronique et d’Horlogerie (SMH) und 1998 die Swatch Group hervorging.

Literatur

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