Ed Lacy

Ed Lacy (* 25. August 1911 als Leonard „Len“ S. Zinberg in New York City; † 7. Januar 1968 in Harlem) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der in Deutschland vorrangig durch seine Kriminalromane und Detektivgeschichten bekannt wurde. Er nutzte zusätzlich das Pseudonym Steve April und schrieb in frühen Jahren auch unter seinem Geburtsnamen.

Leben

Ed Lacy war Sohn von Elizabeth und Max Zinberg. Die Ehe von Lacys Eltern scheiterte schon nach wenigen Jahren. Elizabeth Zinberg heiratete danach den Juristen Maxwell Wyckoff, Bankangestellter und Absolvent der Yale University. Ed Lacy war damals 10 Jahre alt. Ende der 1920er Jahre besuchte er das City College of New York. Im Anschluss durchstreifte er verschiedene US-Staaten und bestritt dabei seinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsjobs. 1940 kehrte Lacy nach New York zurück und heiratete. Mit seiner Frau Esther hatte er eine – möglicherweise adoptierte – Tochter mit Namen Carla.

Viele seiner frühen Kurzgeschichten veröffentlichte er unter seinem Geburtsnamen Leonard Zinberg schon in den 1930ern, hauptsächlich in Literaturzeitschriften, wie etwa im Story Magazin oder im Coronet. Thrilling Sports, eine Sportzeitschrift, druckte seine zweite Boxer-Story ab; große Anerkennung bescheinigte man ihm später aufgrund enormer Sach- und Fachkompetenz des Boxsports. Er war Mitglied der League of American Writers.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tode arbeitete Ed Lacy weiter als vielschreibender, freiberuflicher Autor, teilweise finanziell auf seine Familie angewiesen. In seinem mit dem Edgar Award ausgezeichneten Kriminalroman Room to Swing ließ Lacy als erster Autor mit Toussaint „Touie“ Marcus Moore einen schwarzen Privatdetektiv als Protagonisten agieren. Seinem politischen Selbstverständnis entsprechend überließ er in der Regel schwarzen Privatdetektiven aber auch anderen, aus seiner Sicht unterdrückten Minderheiten die Hauptrolle in seinen Büchern. Obwohl weißer New Yorker Bürger jüdischen Glaubens tauchen seine Geschichten in den Sammlungen schwarzer Autoren auf, so etwa mit der Story The Right Thing in der Anthologie The Best Short Stories by Afro-American Writers, 1925–1950.

Ed Lacy war herzkrank und hatte bereits vor 1960 einen ersten Herzanfall. Er starb im Alter von 56 Jahren an einem schweren Herzinfarkt in einem Waschsalon nahe seiner Wohnung in Harlem.

Auszeichnungen

Werke

Romane

(als Ed Lacy)

David Wintino-Serie

  • 1957 Lead with Your Left (dt. Weshalb starb Wales. Siegel-Buch, Hamburg 1958)
  • 1967 Double Trouble (dt. Puppe im Brautkleid. Goldmann, München 1966)

Toussaint M. Moore-Serie

  • 1957 Room to Swing (dt. Mord auf Kanal 12. Goldmann, München 1968)
  • 1964 Moment of Untruth (dt. Der Tod des Matadors. Goldmann, München 1969)

Lee Hayes-Serie

  • 1965 Harlem Underground (dt. Geheimauftrag Harlem. Goldmann, München 1967)
  • 1967 In Black & Whitey (dt. Schwarz auf Weiss. Goldmann, München 1973, ISBN 3-442-04243-7)

Standalones

  • 1951 The Woman Aroused
  • 1952 Sin in Their Blood (dt. Sünde im Blut. Goldmann, München 1972, ISBN 3-442-04247-X)
  • 1953 Strip for Violence (dt. Gefährliche Neugier. Siegel-Buch, Hamburg um 1958)
  • 1954 Enter Without Desire (dt. Telefon – Sandyhook 776. Siegel-Buch, Hamburg 1958)
  • 1954 Go for the Body
  • 1955 The Best That Ever Did It (dt. Besondere Kennzeichen. Nest, Frankfurt/M. 1958)
  • 1956 The Men from the Boys (dt. Verdammter Polyp. Goldmann, München 1968)
  • 1958 Breathe No More, My Lady
  • 1958 Shakedown for Murder (dt. Ein sanftes Ende. Goldmann, München 1973, ISBN 3-442-04261-5)
  • 1959 Be Careful How You Live (dt. Mit leeren Händen. Goldmann, München 1967)
  • 1959 Blonde Bait (dt. Blonde Beute. Goldmann, München 1969)
  • 1960 The Big Fix (dt. Knockout für Killer. Goldmann, München 1969)
  • 1960 A Deadly Affair
  • 1961 Bugged for Murder (dt. Die Frau, die keiner kannte. Goldmann, München 1969)
  • 1961 The Freeloaders
  • 1961 South Pacific Affair
  • 1963 The Sex Castle
  • 1963 Two Hot to Handle
  • 1964 Sleep in Thunder (dt. Ein gutes Gewissen. Goldmann, München 1958)
  • 1965 Pity the Honest
  • 1966 The Hotel Dwellers
  • 1968 The Napalm Bugle
  • 1969 The Big Bust

Kurzgeschichten

Ed Lacy in Anthologien

Einzelnachweise

  1. ↑ Jon L. Breen: Vom Opfer zum Detektiv. In: Nina Schindler: Das Mordsbuch. Claassen, Hildesheim 1997, S. 318 f.
  2. ↑ The Best Short Stories by Afro-American Writers, 1925-1950. Meador Publishers, Boston 1950
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 zeitgleich erschienen im Krimi-Verlag, Wollerau/Schweiz
  4. ↑ 1969 bei Goldmann, München, unter dem Titel Gut gezielt
  5. ↑ unter dem Titel Kein Spielraum erschien 1969 eine deutsche Übersetzung bei Aufbau, Berlin und Weimar, deren Verbreitung ausschließlich in der DDR erlaubt war
  6. ↑ 1958 unter dem Titel Zahlbar in Mord bei Goldmann, München und im Krimi-Verlag, Wollerau/Schweiz erschienen
  7. ↑ 1956 auch unter dem Titel Visa to Death in verschiedenen Verlagen erschienen
  8. ↑ 1960 auch unter dem Titel Dead End erschienen
  9. ↑ 1969 auch unter dem Titel Shoot It Again erschienen
  10. ↑ enthält die zwei Novellen The Coin of Adventure und Murder in Paradise
  11. ↑ in der Bibliografie von Allan J. Hubbin's Crime Fiction IV nicht aufgeführt. Die Originalausgabe erschien bei Grosset & Dunlap, New York; Quelle: WorldCat.
  12. ↑ möglicher Schreibfehler, im Verzeichnis von Off Beat Detective Stories Ausgabe September 1959 jedoch so wiedergegeben (Memento vom 15. Juli 2010 im Internet Archive)
Personendaten
NAME Lacy, Ed
ALTERNATIVNAMEN Zinberg, Leonard S. (Geburtsname); Zinberg, Len S. (Spitzname); April, Steve (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 25. August 1911
GEBURTSORT New York City
STERBEDATUM 7. Januar 1968
STERBEORT Harlem