Eddingerode

Eddingerode war eine im 9. Jahrhundert entstandene Siedlung auf dem Kronsberg in Hannover, die im 15. Jahrhundert wüst fiel. Den Namen Eddingerode trug auch eine Adelsfamilie, deren Herkunft sich vermutlich auf den Ort gründet.

Geschichte

Eddingerode war neben den Wüstungen Wenderode, Büterode, Brüningerode, Sossingerode, Deberode und Anecamp eine Ansiedlung, die zwischen Laatzen und dem Kronsberg lag. Diese Siedlungen wurden im 9. bis 10. Jahrhundert während der Rodungszeit im Bistum Hildesheim angelegt. Damals waren Rodungen notwendig, da der dichte unbewohnbare Nordwald zwischen Hannover und Braunschweig die Besiedlung erschwerte. Die Blütezeit von Eddingerode dauerte vom 12. bis zum 14. Jahrhundert an. 1449 wurde die Siedlung in schriftlichen Quellen als wüst bezeichnet.

Siedlungen mit der Endung -ingerode sind im Bereich Hannover sämtlich ausgestorben, da sie sich gegenüber älteren Ansiedlungen nicht durchsetzen und spätestens Mitte des zweiten Jahrtausends wüstfielen. Vertreter dieser Gruppe existieren aber bis heute am Harzrand bei Bad Harzburg, im Landkreis Northeim in der verschleiften Form -ierode und im Eichsfeld.

Ausgrabungen

Auf dem Kronsberg fanden vor der Errichtung von Anlagen der Weltausstellung Expo 2000 archäologische Untersuchungen des Baugrunds statt, da bekannt war, dass sich am Südwesthang eine mittelalterliche Siedlung befand. Sie hielten während der Bauarbeiten zwischen 1996 und 1999 an. Die Ausgrabungen auf einer Fläche von rund 4,5 Hektar führten zum Auffinden der Reste von 43 Gebäuden, 20 Speichern und 4 Grubenhäusern. Die Gehöfte bestanden jeweils aus mehreren Gebäuden und waren mit einem Zaun oder Graben umgeben. In einem Fall ließ sich eine Grundstücksgröße von etwa 3500 m² ermitteln. Die Hofanlagen gruppierten sich U-förmig um eine Quelle, der Bachlauf im 12. oder 13. Jahrhundert verfüllt worden war. Die ausgegrabenen Hausreste stammten aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Die Gebäude wurden als Pfostenhäuser errichtet und waren bis zu 18 Meter lang sowie bis zu 8,5 Meter breit. In der Phase des Hochmittelalters wurden 2 Meter breite Anbauten angefügt, so dass die Häuser eine Breite von 11,5 Meter aufwiesen. Anhand der Hausgrundrisse ließen sich Rückschlüsse auf die Gebäudefunktionen ziehen. Demnach handelte es sich um Wohnstall-Speicherhäuser, die mehrere Funktionen in sich vereinigten und Parallelen zu den ab dem 15. Jahrhundert auftretenden niederdeutschen Hallenhäusern aufweisen. Ein Brunnen konnte anhand von Holzbohlen aus dem Brunnenkasten, der in 5 Meter Tiefe lag, auf das Jahr 1190 datiert werden.

Fundstücke

Sicheln, Laubmesser und Spaten ließen Rückschlüsse auf die landwirtschaftlich geprägte Arbeitswelt der Bewohner zu. Gefundene Mahdhaken zeigten die Verwendung von Sichten bei der Getreideernte an. Ein gefundener Netzschwimmer deutete auf Fischfang in der nahe gelegenen Leine. Beim Knochenmaterial von Tieren, das in das 12. bis 15. Jahrhundert datiert wurde, dominierten Pferdeknochen. In Verbindung mit Reitersporen ließ dies den Schluss zu, dass Reitpferde von einer sozial gehobenen Gesellschaftsschicht gehalten wurden. Dies korrespondiert mit der schriftlichen Erwähnung des dem Niederadel zurechenbaren Reinoldus de Ethingerothe in einer Urkunde des Hildesheimer Bischofs von 1215.

Adelsgeschlecht

Folgende Angehörige des Adelsgeschlechts derer von Eddingerode sind bekannt:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ K. Mlynek: Hannover Chronik; S. 24
  2. ↑ Flug, Bardehle: Urkundenbuch des Klosters Wittenburg; S. 51
  3. ↑ Sprenger's Geschichte der Stadt Hameln; S. 258