Edelhard Rock

Edelhard Rock (* 7. Januar 1908 in Landeshut, Schlesien; † 7. März 1985 in Wolfenbüttel) war ein deutscher Buchdrucker, Verleger und Politiker (NSDAP, Zentrum, später CDU). Von 1965 bis 1972 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Rock von 1922 bis 1925 eine Lehre zum Textilfacharbeiter, arbeitete von 1925 bis 1928 in diesem Beruf und nahm gleichzeitig an diversen Lehrgängen teil. Von 1922 bis 1925 war er Mitglied des Zentralverbands christlicher Textilarbeiter Deutschlands. Rock war katholisch, ehrenamtlicher Schriftleiter von katholischen Jugendzeitschriften und von 1928 bis 1930 als Redakteur und Verlagsmitarbeiter in Landeshut, Waldenburg und Schömberg tätig. Seit 1930 war er selbständiger Buchdruckereibesitzer und Verleger in Schömberg. Er nahm als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der 1947 entlassen wurde.

Rock floh 1947 als Heimatvertriebener nach Westdeutschland und gründete 1948 einen neuen Buchdruckerei- und Verlagsbetrieb im Landkreis Wolfenbüttel. Er gehörte 1950 zu den Mitbegründern des Landesverbandes Oder-Neiße bzw. der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge der CDU, deren Bundesschatzmeister er im Anschluss bis 1975 war.

Er war zudem Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Herausgeber und Verleger schlesischer Heimatzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin.

Edelhard Rock war verheiratet und hatte drei Kinder.

Partei

Während der Zeit der Weimarer Republik war Rock bis 1933 Mitglied der Zentrumspartei. Am 17. März 1938 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Februar 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.481.469).

Er schloss sich 1947 der CDU an, wurde 1948 zunächst zum stellvertretenden Landesvorsitzenden und 1970 dann zum Vorsitzenden des CDU-Landesverbandes Braunschweig gewählt. Von 1958 bis 1970 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel.

Abgeordneter

Rock war 1933 Ratsmitglied der Stadt Schömberg und Mitglied des dortigen Magistrats. Von 1948 bis 1972 war er Kreistagsmitglied des Kreises Wolfenbüttel. Dem Deutschen Bundestag gehörte er als Abgeordneter des Wahlkreises 47 von 1965 bis 1972 an. In der fünften Wahlperiode (1965–1969) vertrat er den Wahlkreis Goslar – Wolfenbüttel. In der sechsten Wahlperiode (1969–1972) war er über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag eingezogen. In den sechziger Jahren setzte er sich gegen die Einrichtung des Atommülllagers in der Schachtanlage Asse ein.

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/35150480
  2. ↑ Helmut Gewalt: Angehörige des Bundestags / I. - X. Legislaturperiode ehemaliger NSDAP- & / oder Gliederungsmitgliedschaften (Memento vom 3. Januar 2016 im Internet Archive) (PDF-Datei, abgerufen am 19. November 2011; 61 kB).
  3. ↑ Archivlink (Memento vom 19. März 2016 im Internet Archive)
  4. ↑ Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 159, 25. August 1973.
  5. ↑ Straße erinnert an Wolfenbütteler „Mann der ersten Stunde“ - Edelhard Rock zeichnete sich als Volksvertreter und Unternehmer aus (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2018. Suche im Internet Archive)
  6. ↑ Stadt Wolfenbüttel Straßenbenennung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2018. Suche im Internet Archive), PDF-Datei, 243 kB
Personendaten
NAME Rock, Edelhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Buchdrucker, Verleger und Politiker (Zentrum, später CDU), MdB
GEBURTSDATUM 7. Januar 1908
GEBURTSORT Landeshut
STERBEDATUM 7. März 1985
STERBEORT Wolfenbüttel