Edgar Diehl

Portraitfoto von Edgar Diehl
Edgar Diehl

Edgar Diehl (* 29. April 1950 in Sprendlingen) ist ein deutscher Maler, Künstler, Autor und Kurator. Er ist ein Vertreter der Konkreten Kunst.

Leben

Edgar Diehl studierte von 1970 bis 1972 Architektur an der Technischen Universität Berlin. Anschließend widmete er sich dem Studium der Malerei und Kunsttheorie (bis 1978) an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main bei Raimer Jochims, der ihn 1978 zum Meisterschüler ernannte.

Über seine Entwicklung als Künstler berichtet Diehl in seinem Buch Farbzeiten ausführlich. So schreibt er über seine Jugendjahre: „Mein Berufswunsch war immer bildender Künstler gewesen. Ich hatte mich nur nie getraut, dies auszusprechen.“ und bezieht sich dabei auf seine bürgerliche Herkunft, der solche „Spinnereien“ fremd waren. Er berichtet anschaulich über sein Kunststudium bei Raimer Jochims und dessen Impulse auf seine Entwicklung. Über die Frage: „[…] wieviel Farbe ist nötig, damit sie erlebbar wird?“ kommt er zu der Erkenntnis, dass je stärker die Farbe, umso ruhiger die Form sein müsse, und referiert über seine große Liebe zur Landschaftsmalerei: „Schon lange habe ich die wiedererkennbaren Formen von Landschaft, Porträts und Architektur zugunsten einer Arbeit an der freien Farbe aufgegeben. Trotzdem bin ich im Inneren immer noch dem Thema des Unendlichen in der Endlichkeit verbunden und behaupte, dass meine heutigen Farbreliefs eigentlich noch immer Landschaften sind.“

Auch die Entwicklung weg von reiner Farbflächenmalerei hin zum Gestaltungselement des Reliefs berichtet er in seinem Buch: „Das Relief ist für mich so interessant, weil es eine Brückenposition einnimmt. Es liegt zwischen Bild und Skulptur, zwischen zweiter und dritter Dimension. […] Ich finde Nahtstellen interessant, die Übergänge zwischen Dimensionen und den Wechsel in den jeweils gültigen Gesetzen.“

Edgar Diehl war 2010, 2013, 2018 und 2021 für den Internationalen Evard-Preis nominiert.

2019 hat Edgar Diehl den Otto-Schaffner-Preis für Plastik und Skulptur Mörfelden-Walldorf für sein Kunstwerk Hemingways Koffer gewonnen. Die drei Meter hohe Skulptur aus gelochtem Stahlblech ermöglicht dem Betrachter beim Umkreisen überraschende Einblicke und Sichtbezüge.

Diehl lebt und arbeitet in Wiesbaden.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Ausstellungen

Einzelausstellungen

  • 1985: Edgar Diehl, Galerie Appel und Fertsch, Frankfurt am Main
  • 1990: Abercrombie, Environment, Bellevue -Saal, Wiesbaden
  • 1991: Abercrombie, Bleche, Hadra, Lionstöchterlegenlos, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kaiserslautern
  • 2008: Farbreliefs, Galerie Veronika Kautsch, Michelstadt
  • 2010: Überraschung und Widerspruch, dr.julius / ap, Berlin
  • 2012: Edgar Diehl, Sydney Non Objectives (SNO 88), Sydney, Australien
  • 2013: Farberkundung 3, IKKP, Archiv Eugen Gomringer, Kunsthaus Rehau, Rehau
  • 2013: Healing Colors, Conny Dietzschold Gallery, Sydney, Australien
  • 2016: Serendipity, Pentimenti Gallery, Philadelphia, USA
  • 2020: Palindrome, Pentimenti Gallery, Philadelphia, USA
  • 2021: Palindrome II, Üblacker-Häusl, München
  • 2021: Juxtaposition (zwei einzelne Ausstellungen im selben Raum von Edgar Diehl, Sofi Zezmer), Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main, Frankfurt am Main
  • 2022: Palindrome, Galerie Leonhard, Graz, Österreich
  • 2024: Edgar Diehl: One–Artist–Show auf der Art Karlsruhe, Art Karlsruhe, Galerie Schmalfuss, Berlin
  • 2025: Geometrie des Sehens, Galerie r8m, Köln

Ausstellungsbeteiligungen

Stele „Bustier II“ von Edgar Diehl im 25. Skulpturenpark (2023) in Mörfelden
  • 1983: Materie und Form, ETH Zürich, Zürich, Schweiz
  • 1989: Nonfigurative-essentielle-Malerei, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden, Deutschland
  • 1998: Reduktive Künstler der dritten Generation, Museum Modern Art Hünfeld, Hünfeld, Deutschland
  • 2007: Die Aufgabe des Ich (mit Reinhard Lättgen), Bellevuesaal Wiesbaden
  • 2009: grenzgänger der konkreten kunst, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, Deutschland
  • 2011: Colour and Space, IS –projects Leiden, Niederlande
  • 2012: Reliefreduktiv, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, Deutschland
  • 2013: Doppler, Parallel Art Space, New York, USA
  • 2014: Reliefreduktiv 2, Kunstverein Speyer
  • 2014: Doppler-Shift, Visual Art Center, New Jersey, USA
  • 2015: Territory of Abstraction, Pentimenti Gallery, Philadelphia, USA
  • 2016: Exploration in Visual Art, Kunstverein Erlangen, Erlangen
  • 2017: Oppler, Transmitter Gallery Brooklyn, New York, USA
  • 2018: Out of Shape, Kunsthalle Wiesbaden
  • 2019: Kunst–Spiele–Kunst, Kunststation Kleinsassen, Hofbieber
  • 2023: Geometrische Illusionen: Edgar Diehl und Gabriel Mazenauer, Galerie Jetlischka, Zürich
  • 2023: Skulpturen im Park: Ausstellung der bisherigen Preisträger des Otto-Schaffner-Preis, Skulpturenpark Mörfelden-Walldorf
  • 2024: Bitcrusher, International Biennale of Non.Objective & Reductive Art, Galerie New Contemporary, Bangkok, Thailand
  • 2024: Sino–German Contemporary Art Exhibition, Jiangxi Provincial Art Museum, Nanchang, China

Kunst im öffentlichen Raum

Kuratorische Arbeit

Publikationen

Literatur

Commons: Edgar Diehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Edgar Diehl: Farbzeiten. Wie Farben auf Menschen wirken. S. 106.
  2. ↑ Edgar Diehl: Farbzeiten. Wie Farben auf Menschen wirken. S. 125.
  3. ↑ Edgar Diehl: Farbzeiten. Wie Farben auf Menschen wirken. S. 144.
  4. ↑ Edgar Diehl: Farbzeiten. Wie Farben auf Menschen wirken. S. 126–127.
  5. ↑ Edgar Diehl: Farbzeiten. Wie Farben auf Menschen wirken. S. 164–165.
  6. ↑ 3. Int. André Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst 2013. In: kunstaspekte.art. Abgerufen am 10. Dezember 2023.
  7. ↑ 5. Internationaler André Evard-preis für konkret-konstruktive Kunst 2018. In: artfacts.net. Abgerufen am 10. Dezember 2023.
  8. ↑ 6. Internationaler André Evard Preis 2021. In: kunsthallemessmer.de. Abgerufen am 10. Dezember 2023.
  9. ↑ Skulpturenpark: Edgar Diehl gewinnt Otto-Schaffner-Preis. In: Freitags-Anzeiger. 5. September 2019, abgerufen am 12. August 2020.
  10. ↑ Kulturstiftung Derricks Sammlung, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  11. ↑ Edgar Diehl: Lions-Töchter legen los: Bleche : Hadra : Abercrombie : (Ausstellung). Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kaiserslautern 1991, ISBN 978-3-89422-045-7.
  12. ↑ Edgar Diehl: Palindrome. artipool.de, abgerufen am 10. Dezember 2023.
  13. ↑ Gemischtes Doppel: Ausstellung mit Werken von Sofi Zezmer und Edgar Diehl. In: faustkultur.de. 10. November 2021, abgerufen am 20. Januar 2022.
  14. ↑ Ausstellungen: 2022. In: Galerie Leonhard. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  15. ↑ Schmalfuss Berlin contemporay fine art: Unsere Künstler. In: Ausstellerverzeichnis Art Karlsruhe. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  16. ↑ Marc Peschke: Zwischen zweiter und dritter Dimension. Wie sinnlich konkrete Kunst sein kann, zeigt eine Ausstellung zum Thema Relief in der Wiesbadener Walkmühle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. April 2012, abgerufen am 11. November 2015.
  17. ↑ Joanne Mattera: A Walk through Doppler-Shift. 10. Februar 2014, abgerufen am 12. November 2015.
  18. ↑ Hannah Yudkin: Artists Find Common Ground in Language of Abstraction. 4. März 2015, abgerufen am 12. November 2015.
  19. ↑ Geometrische Illusionen. In: Galerie Jedlitschka. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  20. ↑ Edgar Diehl. In: Kommunale Galerie Mörfelden-Walldorf. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  21. ↑ The Bangkok Satellite, an event for the 7th International Biennale of Non-Objective & Reductive Art. In: Galerie New Contemporary. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  22. ↑ Edgar Diehl. kommunalegalerie.de, abgerufen am 20. Januar 2022.