Edgar Pierson

Relief von Edgar Pierson am Familiengrab auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden

Edgar Mansfield Pierson (* 14. März 1848 in Hamburg; † 16. Oktober 1919 in Dresden) war ein deutscher Verlagsbuchhändler.

Leben

Familiengrab von Edgar (rechts), Georg (Mitte) und Reginald Pierson auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden

Edgar Pierson war ein Sohn des britisch-deutschen Komponisten Henry Hugo Pierson und dessen Frau Karoline, geb. Leonhardt. Der Intendant Georg Pierson sowie der Arzt und Leiter des Sanatoriums Lindenhof (heute Fachkrankenhaus Coswig) Reginald Pierson waren seine Brüder.

Ab 1863 erlernte er in Stuttgart den Beruf des Buchhändlers. Er war bei A. Sonnewald und G. Wildt in Stuttgart, J. Staudinger in Würzburg sowie bei A. George in Dresden tätig. Am 1. Juli 1872 gründete er in Dresden seine eigene Buch- und Kunsthandlung mit Verlag und eigener Druckerei. Die Buch- und Kunsthandlung wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1885 verkauft und von Arno Engelhaupt übernommen (ab 1886: Engelhaupt & Beyer, vorm. E. Pierson's Buch- und Kunsthandlung). 1895 veräußerte Pierson auch den Verlag, der von Richard Lincke unter der bisherigen Firma weitergeführt wurde. 1901 umfasste das Verlagssortiment 1130 Autoren. Dazu zählte auch Hermann Hesse mit seinem Erstlingswerk Romantische Lieder (1899).

Lesezeichen des Verlags

Bei Pierson erschienen vor allem Werke junger und noch unbekannter Schriftsteller. Der Wiener Antiquar Walter Krieg bezeichnete den Verlag daher in seiner Untersuchung des Verlagsprogramms als Gehschule für Schriftsteller. 1889 verlegte Pierson, gegen anfängliche Bedenken, Bertha von Suttners pazifistischen Klassiker Die Waffen nieder. Das Buch erreichte innerhalb kurzer Zeit eine überragende Bekanntheit und Verbreitung und wurde in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt.

Weitere Schwerpunkte waren heimat- und kulturgeschichtliche Publikationen und Alben aus Dresden und Sachsen sowie populärwissenschaftliche Literatur und Bühnenstücke. 1894 erschien hier Arthur Schnitzlers Das Märchen. Pierson verlegte auch Anton Edmund Wollheim da Fonsecas erfolgreiche Bühnenbearbeitung von Goethes Faust II, zu der sein Vater 1854 die Bühnenmusik komponiert hatte.

Seit dem Verkauf des Verlages lebte Pierson als Rentier und Schriftsteller im Geschäfts- und Wohnhaus in der Waisenhausstraße 29 in der Dresdner Altstadt. Er verfasste zahlreiche Literatur- und Theaterkritiken für Zeitschriften wie Die Schaubühne und Bühne und Welt.

Er war seit 1885 verheiratet mit Agnes Otilie, verwitwete Strubell, geb. Kühne (* 1851), Witwe des Mediziners Alexander Gustav Strubell (1837–1880), Tochter des Schriftstellers und Literaturkritikers Ferdinand Gustav Kühne und Enkelin von Eduard Harkort.

Pierson wurde auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden beigesetzt. Seine Grabstelle zusammen mit seinen beiden Brüdern ist erhalten.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ So laut Sterbeurkunde StA Dresden 1409/1919, abgerufen über ancestry.com, und Grabstein; nicht 1849
  2. ↑ Circular zur Geschäftseröffnung 1872, in: Börsenbaltt für den deutschen Buchhandle 1872, S. 2887
  3. ↑ In der Literatur zu seinem Bruder Georg Pierson heißt es, beide Brüder hätten das Unternehmen gemeinsam gegründet und Edgar es dann später allein geführt. In den offiziellen Geschäftsverlautbarungen ist jedoch stets nur Edgars Name zu finden.
  4. ↑ Walter Krieg: Die Gehschule für Schriftsteller. E. Piersons Verlag in Dresden (gegr. 1872) und seine Beziehungen zur Literatur um die Jahrhundertwende. In: Das Antquariat 9 (1953), S. 169–174
  5. ↑ Günter Wirth: Bertha von Suttner und ihr Dresdner Verlag. In: Günter Wirth: Landschaften des Bürgerlichen. Ausgewählte Abhandlungen. Herausgegeben von Frank-Lothar Kroll. Berlin: Duncker & Humblot 2007, S. 357–363
  6. ↑ Heiratsurkunde StA Dresden 875/1885, abgerufen über ancestry.com
Personendaten
NAME Pierson, Edgar
ALTERNATIVNAMEN Pierson, Edgar Mansfield (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Verlagsbuchhändler
GEBURTSDATUM 14. März 1848
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 16. Oktober 1919
STERBEORT Dresden