
Edgar Seibel (russisch Эдгар Зайбель; * 9. Mai 1991 in Kubanka, Russische SFSR, Sowjetunion) ist ein deutscher Schriftsteller, Werbetexter und Übersetzer russlanddeutscher Herkunft. Er gilt als erster Autor, der eine jüdische Abstammung russlanddeutscher Kolonisten thematisiert hat; seine Arbeit (Der Davidstern über der Wolga) wird von wissenschaftlichen Quellen untermauert.
In seinen Texten über Russlanddeutsche thematisiert er vorwiegend Integrationsprobleme in Deutschland. Die russlanddeutschen Aussiedler bezeichnet er als eine „Subgruppe“ der Deutschen. Im Almanach Fremde Heimat Deutschland? Literaturblätter der Deutschen aus Russland schreibt er in seinem Beitrag unter dem Titel „Der abtrünnige Russlanddeutsche und seine Verbündeten“ u. a.:
Und über die Mentalität der russlanddeutschen Generationen schreibt er u. a.:
Am 3. September 2017 hielt Seibel einen Vortrag auf dem 1. Weltkongress der Russlanddeutschen in Bad Homburg. Dabei kritisierte er die Anwendung der Bezeichnung „Deutscher mit Migrationshintergrund“ auf Russlanddeutsche, die aufgrund ihrer deutschen Herkunft keine wirklichen Migranten seien. Zu dem Thema veröffentlichte er einen Artikel in der konservativen deutsch-russischen Zeitung Rodina unter dem Titel „Schmähbegriff: Mensch mit Migrationshintergrund. Für Russlanddeutsche – offenbar nicht hinnehmbar“. Ein Auszug daraus wurde von Nikolai Klimeniouk von Die Welt in seinem Artikel „Eine Minderheit, die keine sein will“ aufgegriffen, in dem er sich kritisch mit der Sympathie vieler Russlanddeutscher für die Partei AfD auseinandersetzte. Seibel nahm dazu in einem weiteren Artikel in Rodina Stellung. Seibels Forderung, die Russlanddeutschen nicht mehr zu den „Deutschen mit Migrationshintergrund“ zu stellen, fand Zustimmung in der Aussiedler-Partei Die Einheit, wie ihre Parteizeitung ausführlich berichtete.
Für die zweisprachige Monatszeitung Jüdische Rundschau übersetzt er russische Artikel und veröffentlicht auch eigene, wie z. B.: „Russisch-Jüdisch-Unbekannt: Die Subbotniki“ (April 2017) oder „Das karäische Geheimnis Peters des Großen“ (Mai 2017).
Für die deutschsprachige Ausgabe des esoterischen Magazins Nexus verfasste Seibel grenzwissenschaftliche Artikel zur Prä-Astronautik: „Die Götter unter uns“ (Nexus 67), „Chimären der Götter: Als der Scheinmensch auf die Erde kam“ (Nexus 69), „Experiment Bigfoot“ (Nexus 71).
Edgar Seibel war Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten der AfD Waldemar Herdt. Wie eine Zeitung für Spätaussiedler berichtete, reichte Seibel jedoch bald die Kündigung ein; als Hauptgrund dafür nannte er eine angeblich „unerträgliche Arbeitsatmosphäre“. Zuvor hatte sich Seibel für die Gründung eines von der AfD gestützten „Volksrates der Russlanddeutschen e. V.“ eingesetzt und sich für eine engere Zusammenarbeit von russlanddeutschen Vereinen weltweit ausgesprochen.
Edgar Seibels Großvater väterlicherseits arbeitete als Direktor eines landwirtschaftlichen Großbetriebs (Sowchose), der Vater, Soldat im Sowjetisch-Afghanischen Krieg, war Historiker und Schulleiter. Die Mutter war als Erzieherin tätig. Zu seinen Vorfahren zählen auch die Subbotniki. Nach heftigen Diskriminierungen wanderte die Familie 1998 nach Deutschland aus. Die ersten Monate lebte sie in Unna-Massen, danach in der Kleinstadt Hallenberg in Nordrhein-Westfalen. Schon seit der Kindheit an Literatur interessiert, wurde Edgar Seibel 2011 mit einem Diplom im Literarischen Schreiben von der Cornelia Goethe Akademie (ehemals Deutsche Autoren-Akademie, Frankfurt am Main) gewürdigt. Seibel arbeitete u. a. als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, ist hauptberuflich als Texter, Übersetzer und Buchautor tätig. Als seine Hauptinteressen gibt er die Anthropologie, die Ethnologie und die Psychologie an. Nach eigenen Aussagen litt er in der Kindes- und Jugendzeit unter rassistischen Übergriffen und war eine Zeit lang von Zwangsgedanken betroffen. Seibel begann sich ab 2013 verstärkt den Themen Volksgruppen und Russlanddeutsche zu widmen, schreibt darüber und hält Vorträge.
In einem Interview mit der Deutschen Allgemeinen Zeitung sprach er über seinen Alltag mit dem bei ihm diagnostizierten Asperger-Autismus. Das Gespräch wurde im Rahmen eines Artikels über die deutsche Minderheit in Kasachstan und Autismus veröffentlicht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seibel, Edgar |
| ALTERNATIVNAMEN | Зайбель, Эдгар (russisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller, Texter und Übersetzer russlanddeutscher Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 9. Mai 1991 |
| GEBURTSORT | Kubanka, UdSSR |