Edith Dettmann besuchte das Lyzeum in Stralsund und studierte von 1916 bis 1920 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, danach bis 1924 an der Kunstakademie Düsseldorf, an der sie als erste Frau Meisterschülerin bei Adolf Münzer war. Ab 1925 war sie freischaffend in Düsseldorf tätig und an wichtigen Ausstellungen beteiligt. 1932 trat sie in die Kommunistische Partei Deutschlands ein. Nach dem Machtantritt der Nazis wurden auf Anweisung des Nazi-Gauleiters von Pommern ihre Bilder aus dem Stralsunder Theaterfoyer entfernt. Die Information, wonach sie 1934 Malverbot erhielt, dürfte, zumindest hinsichtlich des Zeitpunkts, falsch sein. Sie war nachweislich noch bis 1937 an Ausstellungen beteiligt.
Sie begab sich in die innere Emigration und zog 1934 nach Stralsund. 1937 wurden in der Aktion „Entartete Kunst“ aus der Städtischen Kunsthalle Mannheim ihr Tafelbild „Straße bei Gerresheim“ (1925) beschlagnahmt und vernichtet.
Nach Kriegsende arbeitete Edith Dettmann in Stralsund als Kunsterzieherin und engagierte sich politisch und kulturpolitisch im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Wegen fehlender Anerkennung zog sie sich nach 1949 zurück und begann erst 1965 wieder mit künstlerischen Arbeiten, die sie aber 1977 aufgab. Sie unternahm Reisen ans Mittelmeer, nach Frankreich, Rumänien, Bulgarien und in die CSSR. Häufig fuhr sie auf die Insel Rügen, die sie 1938, 1939, 1965, 1971 und 1972 mit dem Fahrrad durchquerte. „Hier entstanden in einer kristallklaren, neusachlichen Bildsprache Landschaftsbilder, Personenbildnisse und Stadtlandschaften.“
1983: Stralsund, Kulturhistorisches Museum (Edith Dettmann zum 85. Geburtstag 1983 – Malerei.)
postum 1998: Stralsund, Kulturhistorisches Museum (Edith Dettmann – 1898–1987.)
Ausstellungsbeteiligungen
1936: Greifswald, Haus der Heimat („Pommersche Kunst“)
1937: Chemnitz, König-Albert-Museum (Kunstausstellung des Hilfswerks für die deutsche bildende Kunst in der NS-Volkswohlfahrt mit Sonderausstellung „Erzgebirgische Landschaft“)
1937: Dortmund, Haus der Kunst (Kunstausstellung des Hilfswerks für die deutsche bildende Kunst in der NS-Volkswohlfahrt)
1945: Schwerin, Landesmuseum („Jahresschau 1945 der Kunstschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern“)
Klaus Haese: Positionen vorpommerscher Künstler von 1880 bis 1950. In: Bernfried Lichtnau (Hrsg.): Bildende Kunst in Mecklenburg und Pommern von 1880 bis 1950. Lukas-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-061-0, Seite 55–66.
Hansestadt Stralsund (Hrsg.): Frauen in der Stralsunder Stadtgeschichte. Stralsund 1998.
Gerburg Förster:Edith Dettmann zum 80. Geburtstag. In: Almanach für Kunst und Kultur im Ostseebezirk. Rat des Bezirkes Rostock, Abteilung Kultur, Rostock 1978, DNB010394206, S.87–88.
Dettmann, Edith. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S.554 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).
↑Klaus Peter Rogner (Hrsg.):Verlorene Werke der Malerei – In Deutschland in der Zeit von 1939 bis 1945 zerstörte und verschollene Gemälde aus Museen und Galerien. Friedrich Adolf Ackermanns Kunstverlag, München 1965, DNB455472270, S.31.
↑Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands:Jahresschau 1945 der Kunstschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern im Landesmuseum zu Schwerin vom 25. November bis 31. Dezember 1945. Schwerin 1945 (SLUB Dresden[abgerufen am 9.Oktober 2021]).