Edith Friebel-Legler

Edith Friebel-Legler (geb. Legler; * 12. November 1944 in Klingenthal) ist eine deutsche Mode- und Textil-Designerin, Malerin, Grafikerin, Collagistin und Keramikerin und ehemalige Hochschullehrerin.

Leben und Werk

Edith Friebel-Legler absolvierte nach der Polytechnischen Oberschule von 1961 bis 1963 eine Lehre als Industrieschneiderin und war anschließend in diesem Beruf tätig. 1971/1972 qualifizierte sie sich im VEB Plauener Gardine zur Textilzeichnerin, und von 1972 bis 1976 studierte sie mit dem Abschluss als Textilgestalterin an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg (FSAK). Von 1976 bis 1977 arbeitete sie als Modegestalterin im Salon Plauener Spitze in Plauen. Ab 1977 war sie Fachlehrerin und bis 1992 Leiterin der Fachgruppe Bekleidung an der FSAK. Sie beteiligte sich 1983 in der FSAK an den III. Schneeberger Werkstatt-Tagen für Textilgestaltung in der DDR, einem für die DDR-Textilgestaltung wichtigen Symposium. In der Zeit der DDR hatte sie mehrere Einzelausstellungen und war auf Gruppenausstellungen, auch in der Bundesrepublik, in den Niederlanden und in Ungarn, vertreten. Bis 1985 absolvierte sie ein externes Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Im Zuge des Anschlusses der Fachschule an die Westsächsische Hochschule Zwickau als Fachbereich Angewandte Kunst erhielt sie dort 1992 eine Professur für Gestaltung und wurde sie Leiterin des Studiengangs Mode-Design. 2010 schied sie altersbedingt aus dem aktiven Hochschuldienst aus. Seitdem arbeitet sie in Chemnitz in einem eigenen Atelier als freischaffende Künstlerin, anfangs unter anderem als Malerin und Collagistin. Anlässlich eines Raku-Keramik-Workshops bei ihren Freunden, dem Keramiker Ralf Busz (1939–2020) und der Künstlerin und Galeristin Carla Schoppe (* 1939) fand sie zum Werkstoff Ton. Seit 2013 beschäftigt sie sich speziell mit figürlicher Keramik. Sie verwendet für die Herstellung ihrer Plastiken mit Vorliebe schamottierte Steinzeugtone, wobei sie beim Rakubrand verschiedene Farbglasuren und Metalloxide einsetzt. Beim Engobe benutzt sie natürliche Ockerfarben mit Pigmenten, die sie beim Besuch der alten Farbmühle in der Nähe der Ockersteinbrüche von Roussilon entdeckt hatte. Den größten Raum ihrer keramischen Werke nehmen Figuren, vor allem fiktive Porträtköpfe, mit starkfarbiger Glasur ein.

Mitgliedschaften

Selbstreflexion

„Die Themen meiner Arbeiten sind von emotionaler Herangehensweise geprägt. Es sind freie Übersetzungen von Reiseeindrücken und anderen Begebenheiten des Lebens, die mich zur Umsetzung in Farbe und Form anregen. Das Material Ton lässt mich die Beschäftigung mit der menschlichen Figur neu erleben. Im Unterschied zur Wandelbarkeit der Mode bleibt hierbei der besondere Augenblick im Ton gefangen. Collageartige Schnittformen ermöglichen mir ein vielschichtiges Spiel mit dem Darüber und Darunter.“

Werkbeispiele

Textiles

Keramik

Dame mit Kopfschmuck (2017; Ton, farbige Glasur)

Dame mit goldenem Ohr (Ton, farbige Glasur)

Publizierter Essay

Kopfsachen. In: Neue Keramik, 5/2020, S. 14/15

Ausstellungen (unvollständig)

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bildende Kunst, Berlin, 7/1984, S. 353
  2. ↑ Werkdatenbank Sachsen. Abgerufen am 27. Januar 2026.
  3. ↑ Dame mit goldenem Ohr. Abgerufen am 27. Januar 2026.
  4. ↑ Warum eine Modedesignerin im Gellert-Museum in Hainichen für den guten Ton sorgt. 18. März 2023, abgerufen am 27. Januar 2026.
  5. ↑ Meeraner Kunstverein e.V. | Galerie ART IN. Abgerufen am 27. Januar 2026.
Personendaten
NAME Friebel-Legler, Edith
ALTERNATIVNAMEN Legler, Edith (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Mode- und Textil-Designerin, Malerin, Grafikerin, Collagistin und Keramikerin und Hochschullehrerin
GEBURTSDATUM 12. November 1944
GEBURTSORT Klingenthal