
Reinhold Alex Wittig (* 2. Januar 1937 in Göttingen; † 11. April 2026 ebenda) war ein deutscher Künstler und Spieleautor sowie Planeten-Geologe.
Reinhold Wittig war der Sohn des Feinmechanikers Carl Wittig und dessen Frau Magda, geb. Müller.
Wittig studierte 1957–1963 Geologie, promovierte 1969 zum Dr. rer nat. und war hauptberuflich bis zu seiner Pensionierung 2002 als Akademischer Oberrat am Geologischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen beschäftigt. Er war in erster Ehe bis 1983 mit Erika Werdermann (* 1938) verheiratet. Seit 1985 war er in zweiter Ehe mit Karin Mieth (* 1958) verheiratet.
Nachdem sich Wittig bereits seit 1957 mit der Entwicklung von Spielen und Spielobjekten beschäftigte, gründete und leitete er ab 1976 den Spiele-Kleinverlag Edition Perlhuhn. Zusammen mit dem kleinen Kunsthandwerks-Familienbetrieb Driehoek im Norden Namibias wurde zudem ein afrikanischer Ableger des Verlags als Namibian Games gegründet. In der Herstellung werden Buschleute beschäftigt, die auch an der angepassten „afrikanischen“ Konzeption beteiligt werden. So werden z. B. landestypische Materialien genutzt, wie Lederspielpläne, Schnitzereien aus Weichholz, Makalani-Nüsse oder Schmucksteine.
Ursprünglich zusammen mit seiner Ehefrau organisierte er von 1983 bis 2016 das jährlich stattfindende Göttinger Spieleautorentreffen. Aus dem Treffen gingen 1991 der Verein Spiele-Autoren-Zunft sowie das Fachblatt Spiel & Autor hervor. In diesem Zusammenhang wurde auch der von Wittig geprägte Begriff des „Spieleautors“ bekannt, der 1988 dazu führte, dass der Name eines Spieleautors nicht mehr verborgen, sondern oben auf der Schachtel erscheint.
Weiterhin trat Wittig regelmäßig als Bildender Künstler in Göttingen in Erscheinung. Außerdem war Wittig bekannter Sammler von Brotschneidemaschinen.
Am 26. September 1976 gründete Wittig den Spielekleinverlag Edition Perlhuhn. Inzwischen sind dort über 100 Spiele erschienen, von denen mehrere durch die Jury Spiel des Jahres ausgezeichnet wurden. Seit den 1980er Jahren wurden auch Spiele von fremden Autoren ins Programm aufgenommen. Der Sitz der Edition Perlhuhn „Spiel und Kunst“ war ursprünglich Göttingen und ist Dreieich.
Neben der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Göttingen im Jahr 2003 erhielt Wittig für folgende Spiele diverse Auszeichnungen:
2020 wurde Wittig in die Hall of Fame des Origins Award aufgenommen.
Reinhold Wittig war Initiator des von ihm geschaffenen und 2003 eingeweihten Göttinger Planetenweges sowie Initiator des Göttinger Kunstmarkts. Für die Haupteingangsstraße in der Innenstadt von Göttingen, die Weender Straße, schuf Wittig 1974 als beispielhaftes Spielobjekt im Öffentlichen Raum die „Spiellokomotive“. Für den Göttinger Geopark im Umfeld des Geowissenschaftlichen Zentrums der Universität Göttingen entwarf er 1990 die steinerne Installation „König Artus Tafelrunde“.
Seit 1956 beschäftigte Wittig sich mit Marionettenbau und gründete 1964 in Göttingen das Puppenspieltheater »Collegium magicum«. Ein Teil seiner Marionettensammlung ist 2026 an das Stadtmuseum München übergeben worden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wittig, Reinhold |
| ALTERNATIVNAMEN | Wittig, Reinhold Alex |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geologe, Künstler, Spieleautor und Verleger |
| GEBURTSDATUM | 2. Januar 1937 |
| GEBURTSORT | Göttingen |
| STERBEDATUM | 11. April 2026 |
| STERBEORT | Göttingen |