Edmund Pakulla (* 18. Oktober 1892 in Schoppinitz, Provinz Schlesien; † 6. Juni 1975 in Krefeld) war ein deutscher Eisenhüttenmann und Manager in der Stahlindustrie.
Edmund Pakulla wurde in Schoppinitz in Oberschlesien im heutigen Polen geboren. Von 1903 bis 1913 besuchte er das Gymnasium in Myslowitz. Sein Studium der Metallhüttenkunde an der Technischen Hochschule Breslau schloss er 1920 ab und fand im gleichen Jahr eine Anstellung im Forschungsinstitut der Glockenstahl-Werke in Remscheid. Durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg unterbrach er sein Studium zeitweilig und erhielt 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie 1935 das Frontkämpferkreuz. 1941 wurde ihm das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse und 1943 das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen. Pakulla war Hauptmann der Reserve und von Mai 1933 bis März 1945 Mitglied der NSDAP.
Während seines Studiums wurde er im Akademischen Verein Eisenhütte, dem späteren Corps Montania Breslau, das 1933 mit dem Corps Silingia Breslau (heute zu Köln) fusionierte, aktiv. 1923 wurde er an der RWTH Aachen mit seiner Arbeit Beiträge zur Konstitution der Eisen-Chrom-Legierungen mit summa cum laude zum Dr. Ing. promoviert. Im Anschluss übernahm er 1924 die Leitung der Forschungsanstalt der Glockenstahl-Werke in Remscheid, die in der heutigen Deutschen Edelstahlwerke Aktiengesellschaft (DEW) eingingen. Sein Aufgabenbereich erweiterte sich kontinuierlich, sodass 1934 zusätzlich die Leitung der Reinholdhütte und die Verantwortung für die Willicher Blockdrehereien und -glühereien, 1936 die Leitung der Schmelze im Werk Hannover und 1942 die Ernennung zum Betriebsdirektor folgten.
Pakulla war von der Gründung 1927 bis 1959 über 20 Jahre Stahlwerkschef in der DEW und hat insbesondere „entscheidend zum Auf- und Ausbau des Unternehmens, vor allem des Krefelder Werkes beigetragen […]“. In seiner Zeit als verantwortlicher Stahlwerkschef wuchs die Monatsproduktion von knapp 550 Tonnen auf ca. 30.000 Tonnen Stahl an. Das Krefelder Werk der DEW wurde 1900 von August Thyssen gegründet und gehört heute zur Schmolz&Bickenbach-Gruppe unter dem Namen Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel.
Zeitlebens blieb Pakulla auch wissenschaftlich aktiv und publizierte diverse Aufsätze und Vorträge. Dabei widmete er sich insbesondere (aber nicht ausschließlich) Lichtbogenöfen und den damit in Verbindung stehenden Schmelztechniken und -verfahren. Seine Veröffentlichungen über einen neuartigen Vakuumofen griff der Verein Deutscher Ingenieure 1925 in seiner Verbandszeitschrift auf. Den Beitrag von Pakulla und Oberhoffer über Eisen-Chrom-Legierungen (1925) nutzten Franz Wever und Werner Jellinghaus in ihrem Aufsatz Das Dreistoffsystem Eisen-Chrom-Nickel.
Diverse Aufsätze finden auch international Resonanz, z. B. in Fachzeitschriften wie Materials Science and Technology (Großbritannien, 1926), Metallurgical Research & Technology (Frankreich, 1935) oder Tetsu-to-Hagane (Japan, 1953, 1960, 1964) und Instituten wie der ASM International in Metals Review (1952), dem U.S. Department of Commerce in Technical Translations (1960, 1961) oder der Russischen Akademie der Wissenschaften in Review Journal Metallurgy (1957).
Pakulla war außerdem jahrelang Vorsitzender des Ausschusses für den Elektrostahlbetrieb beim Verein Deutscher Eisenhüttenleute (heute Stahlinstitut VDEh). 1959 legte er in dieser Funktion auf dem Hüttentag einen umfassenden Bericht über die Erfahrungen der Nutzung von 70-t-Lichtbogen-Elektrostahlöfen im Werk Krefeld, zu der Zeit die größten Lichtbogen-Elektrostahlöfen in Deutschland, vor.
Er verstarb 1975 im Alter von 82 Jahren in seiner Wahlheimat Krefeld.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pakulla, Edmund |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Eisenhüttenmann und Manager in der Stahlindustrie |
| GEBURTSDATUM | 18. Oktober 1892 |
| GEBURTSORT | Schoppinitz |
| STERBEDATUM | 6. Juni 1975 |
| STERBEORT | Krefeld |