Eduard Marcard

Eduard Marcard (seit 1888 von Marcard) (* 14. Dezember 1826 in Hannover; † 17. Dezember 1892 in Berlin) war Beamter zunächst in Diensten des Königreichs Hannover und nach 1866 in preußischen Diensten. Außerdem war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Herkunft

Sein Großvater war der herzoglich oldenburgische Hofarzt und Schriftstellers Heinrich Matthias Marcard (1747–1817). Seine Eltern waren der hannoverische Hofrat Gustav Jakob Wilhelm Marcard (* 1781; † 7. November 1841) und dessen Ehefrau Katharina Magdalena Wüste † (22. April 1869). Sein Vater war der für Ostfriesland zuständige Hofrat.

Leben und Wirken

Eduard Marcard begann nach dem Besuch des Lyceums in seinem Geburtsort Hannover in Göttingen 1848 das Studium der Rechtswissenschaften. Er gehörte dort im Mai 1848 zu den Mitstiftern der Burschenschaft Hannovera. Das Staatsexamen bestand er 1851 mit Auszeichnung und wurde Auditor (Referendar) in Osnabrück, wechselte danach aber in den Verwaltungsdienst des Königreichs Hannover.

Seit 1857 war Eduard Marcard Regierungsassessor in Aurich. Im Jahr 1859 wurde er Referent im Ministerium des Inneren in Hannover und 1866 zum Regierungsrat ernannt.

Nach der Annexion Hannovers wurde Marcard in den preußischen Staatsdienst übernommen und 1867 an das preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten versetzt. Hier begann seine bemerkenswerte Ministeriallaufbahn. 1868 erfolgte die Beförderung zum Geheimen Regierungsrat und innerhalb kürzester Zeit danach zum Geheimen Oberregierungsrat. Im Jahr 1875 wurde er Ministerialdirektor mit dem Titel eines Wirklichen Geheimen Oberregierungsrats. Schließlich war er ab 1882 bis zu seinem Tod als Unterstaatssekretär höchster Beamter dieses Ressorts.

Besondere Verdienste erwarb sich Marcard, der bis 1874 Referent für das Veterinärwesen war, bei der Erarbeitung des Entwurfs des preußischen Viehseuchengesetzes, das 1884 die Grundlage des Reichsviehseuchengesetzes bildete. 1884 wurde er Vorsitzender der technischen Deputation für das Veterinärwesen. Seit 1876 war er Präsident des Landesökonomiekollegiums. Zeitweilig führte er auch den Vorsitz in der Zentralen Moorkommission.

Ab 1877 gehörte er dem preußischen Staatsrat an. Darüber hinaus war er 1890 Vertreter der preußischen Bevollmächtigten zum Bundesrat. Von 1879 bis 1885 vertrat er als Mitglied der Freikonservativen Partei den Wahlkreis Lingen-Bentheim im Preußischen Abgeordnetenhaus.

Eduard Macard starb, nur drei Tage nach seinem 66. Geburtstag, am 17. Dezember 1892 in Berlin. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof in Schöneberg bei Berlin. Das Grab ist nicht erhalten.

Familie

Marcard heiratete am 20. August 1856 in Osnabrück Wilhelmine Gosling (* Oktober 1831). Das Paar hatte mehrere Kinder:

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Hannoverscher und Churfürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgischer, 1819, S. 19
  2. ↑ Henning Tegtmeyer: Mitgliederverzeichnis der Burschenschaft Hannovera Göttingen, 1848–1998, Düsseldorf 1998, Seite 3
  3. ↑ Mann, Bernhard (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 261 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3); zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 511–514.
  4. ↑ Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 754.
  5. ↑ A. Freiherr von Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhebungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918. Görlitz 1939, S. 62.
Personendaten
NAME Marcard, Eduard
ALTERNATIVNAMEN Marcard, Eduard von
KURZBESCHREIBUNG hannoverischer und preußischer Beamter und Abgeordneter
GEBURTSDATUM 14. Dezember 1826
GEBURTSORT Hannover
STERBEDATUM 17. Dezember 1892
STERBEORT Berlin