Eduard Weitsch

Eduard Weitsch (* 25. Mai 1883 in Dresden; † 29. Juli 1955 in Deisenhofen bei München) war ein deutscher Pädagoge, Volksschullehrer und Theoretiker der Volksbildung. Er gilt als Hauptvertreter der Neuen Richtung in der Volksbildung zur Weimarer Zeit.

Leben und Wirken

Nach seiner Lehrertätigkeit und erneutem Studium wurde er 1913 Direktor der Handelsschule Meiningen. 1920 gründete er die Heimvolkshochschule Dreißigacker in Thüringen, die in der Weimarer Volksbildung einen Modellcharakter hatte.

Zentrale Aufgaben der Volkshochschularbeit waren für Weitsch die „allgemeine Laienbildung“, die „Bildung des bewußten Staatsbürgers“ und „Elternbildung“. Als Unterrichtsverfahren entwickelte er mit Franz Georg Angermann die „Arbeitsgemeinschaft“. Sein Wahlspruch war: „Sei ein Mann und folge mir nicht nach!“

Seit 1926 war er Herausgeber der Zeitschrift Freie Volksbildung mit Robert von Erdberg und Angermann. Im Jahr 1930 wurde Weitsch durch die Nationalsozialisten in den „Wartestand“ versetzt.

Dem Hohenrodter Bund stand er eher kritisch gegenüber, beteiligte sich erst gegen Ende und hat bei der Gründung der Deutschen Schule mitgewirkt, in deren Rat er 1930 gewählt wurde.

1933 wurde Dreißigacker geschlossen.

Danach lebte er mit seiner Frau, der Redakteurin Ilse Weitsch in München. Das Paar hatte vier Kinder. Weitsch starb 1955, Ilse Weitsch 1958, die Urnen des Paares wurden in Dreißigacker bestattet.

Ehrungen

1953 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (Steckkreuz) anlässlich seines 70. Geburtstags.

Einen Eduard-Weitsch-Weg gibt es in Dreißigacker und in Marl am ersten eigenen Gebäude einer Volkshochschule (heute Sitz des Grimme-Instituts).

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Josef Olbrich 2001, S. 446
  2. ↑ ku-eichstaett.de
  3. ↑ Die Zusammenarbeit mit v. Erdberg wird von Laack als „Zwangsehe“ bezeichnet. Laack 1984, S. 522
  4. ↑ Faulstich 2001, S. 233
  5. ↑ Vgl. Laack 1984, S. 521ff.
  6. ↑ Nicole Luthardt: "Meine lieben Zuhörer". Ilse Weitsch und der Frauenfunk bei Radio München / Bayerischer Rundfunk (1945-1958) (PDF), abgerufen am 19. Dezember 2025
Personendaten
NAME Weitsch, Eduard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pädagoge, Volksschullehrer und Theoretiker der Volksbildung
GEBURTSDATUM 25. Mai 1883
GEBURTSORT Dresden
STERBEDATUM 29. Juli 1955
STERBEORT Deisenhofen