Eduardo Torroja Miret

Eduardo Torroja Miret (* 27. August 1899 in Madrid; † 15. Juni 1961 ebenda) war ein spanischer Bauingenieur.

Markthalle in Algeciras
Pferderennbahn Zarzuela in Madrid (historische Aufnahme)
Frontón Recoletos in Madrid
Kirche Assumpció de Maria in El Pont de Suert (Alta Ribagorça)

Leben und Wirken

Eduardo Torroja schloss 1923 sein Studium des Bauingenieurwesens mit Diplom ab. 1939 wurde er als Professor an die Escuela de Caminos in Madrid berufen und zum Direktor des Instituto Técnico de la Construcción y del Cemento ernannt. 1959 gründete er die International Association for Shell and Spatial Structures (IASS).

Er war wegweisend an der Entwicklung des Betonschalenbaus beteiligt. Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehören die Tribünen der Pferderennbahn Hipódromo de la Zarzuela in Madrid von 1941 mit horizontaler Kragarmkonstruktion der Dächer aus segmentförmig gekurvten Stahlbetonschalen.

Sein Sohn José Antonio Torroja Cavanillas (* 28. März 1933 in Madrid; † 14. Juli 2021 ebenda) war ebenfalls erfolgreich im Bauingenieurwesen tätig. Dessen Tochter, Eduardo Torrojas Enkelin Ana Torroja, ging beruflich jedoch völlig andere Wege und konnte als Sängerin der spanischen Popgruppe Mecano internationale Bekanntheit erlangen.

Auszeichnungen

Im Jahr 1954 wurde Torroja wegen seiner „Förderung der Wirtschaft durch technische Innovation“ mit der Wilhelm-Exner-Medaille ausgezeichnet.

Marquesado de Torroja

Für sein Lebenswerk verlieh ihm Francisco Franco posthum am 1. Oktober 1961 per Dekret den Adelstitel eines Markgrafen (Marqués) der Markgrafschaft von Torroja (Marquesado de Torroja). Sein Sohn José Antonio wurde 1966 der 2. Marqués de Torroja.

Obwohl die in den Jahrzehnten der Franco-Diktatur an die Günstlinge und Profiteure des Systems großzügig vergebenen Titel im demokratischen Spanien als politisch vorbelastet galten, wurde der Auszeichnung Eduardo Torroja Mirets zugestanden, dass diese nicht vorrangig auf einer besonderen Nähe des Titelträgers zum damaligen Regime, sondern auf seinem erst posthum als bedeutsam anerkannten Lebenswerk beruhe. Trotz der seitens der ARMH geäußerten Kritik, die Weitergabe der durch Franco verliehenen Adelsprädikate sei eine „Verhöhnung der Opfer der Diktatur“, wurde im Januar 2022 Eduardo Torrojas Enkelin Ana Torroja vom spanischen Justizministerium als 3. Marquesa de Torroja bestätigt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Eduardo Torroja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Medaillengewinner 1954: Edoardo Torroja. Website der Wilhelm-Exner-Medaille, Österreichischer Gewerbeverein, abgerufen am 29. Juli 2020.
  2. ↑ Boletín Oficial del Estado: Dekret 1762/1961 vom 1. Oktober 1961; abgerufen am 14. Februar 2025 (spanisch).
  3. ↑ Público (Madrid): Ana Torroja recibe el título de marquesa que Franco concedió a su abuelo entre críticas de las víctimas de la dictadura. Artikel vom 8. Februar 2022; abgerufen am 14. Februar 2025 (spanisch).
  4. ↑ Anordnung JUS/70/2022 vom 25. Januar 2022; abgerufen am 14. Februar 2025 (spanisch).