Edvard Westermarck

Edvard Westermarck (unbekannter Fotograf, vor 1920)

Edvard Alexander Westermarck (* 20. November 1862 in Helsinki; † 3. September 1939 in Tenala; Schreibweisen auch: Edward, Eduard) war ein finnischer Philosoph, Soziologe und Ethnologe. Er gilt als Begründer der finnischen Soziologie und hatte bedeutenden Einfluss auf die späteren Soziologen seines Landes. The Westermarck Society, die wissenschaftliche Gesellschaft für Soziologie in Finnland, ist nach ihm benannt.

Leben

Westermarck lehrte an der London School of Economics sowie in Helsinki. Zu seinen Schülern zählen Gunnar Landtman und Rafael Karsten.

Seine Schwester war die Künstlerin Helena Westermarck.

Westermarck-Effekt

Nach ihm ist der Westermarck-Effekt benannt. Dieser besagt, dass zwei Menschen, unabhängig davon, ob sie miteinander verwandt sind oder nicht, sich später als nicht sexuell anziehend empfinden, wenn sie längere Zeit in großer Nähe zueinander aufgewachsen sind. Der evolutionäre Sinn des Effekts läge darin, Inzucht zwischen Geschwistern – die häufig einen großen Teil der Kindheit miteinander verbringen – zu vermeiden. Die Exogamie biete einen biologischen Selektionsvorteil, es handle sich um kein kulturelles Phänomen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Finnisch:

Schwedisch:

Deutsch:

Westermarck schrieb für die Zeitschrift Die Neue Generation, die von der Sexualreformerin Helene Stöcker herausgegeben wurde.

Englisch:

Französisch:

Literatur

Zum Westermarck-Effekt

Einzelnachweise

  1. ↑ Edvard Westermarck: The History of Human Marriage. Macmillan, London 1891; sowie derselbe: Recent Theories of Exogamy. In: Sociological Review. Jahrgang 26, 1934, S. 22–44.