Sein Vater ist Geologe, seine Mutter Geophysikerin. Schon 1983, als Zehnjähriger, hat Clug in der Nationalen Ballettschule Rumäniens in Cluj-Napoca seine Tanz-Ausbildung begonnen, die er 1991 dort abschloss. Sein erstes Engagement hatte er beim Ballett im Maribor in Slowenien, wo er noch heute tätig ist.
Am Ballett in Zagreb war er zu Beginn seiner Karriere als Gasttänzer engagiert.
In Maribor war zu dieser Zeit der slowenische Avantgarde-Theaterregisseur Tomaž Pandur tätig. Clug wirkte als Tänzer in dessen Stücken mit. Auf Bitten von Pandur übernahm Klug die Choreografie für die Performance Babylon, die 1996 uraufgeführt wurde. Mit dieser Erfahrung entwickelte Clug 1998 die Choreografie zu Tango. Dabei arbeitete er erstmals mit dem Kostümbildner Leo Kulaš und dem Bühnenbildner Marko Japelj zusammen. Beim Stück Prêt-a-Porter kam 2008 der Komponist Milko Lazar hinzu. In dieser Konstellation arbeiten die vier Künstler seitdem oft miteinander.
Clug choreografierte inzwischen mehrfach als Gast bei Balletten auch im deutschsprachigen Raum, so in Zürich, Stuttgart, Wien, München, seit Herbst 2025 in Dortmund. Mit seiner Ballettgruppe aus Maribor ist er weiterhin international unterwegs, u.a. mit seiner Fassung von Peer Gynt, die auch andere Musikstücke von Edward Grieg verwendet. Bei einzelnen Stücken tritt er auch selbst auf der Bühne auf, so bei Aufführungen seiner Gruppe aus Marbor im Peer Gynt als Der Tod.
2015 Der Tod in dem von ihm inszenierten Peer Gynt, Maribor
Leitung des Balletts in Maribor
Seit 2003 ist Clug künstlerischer Leiter des Balletts, ernannt vom damals neuen Generaldirektor des Slowenischen Nationaltheaters, Danilo Rošker. Clug führte die Maribor Ballettkompanie in eine „neue, unverkennbare zeitgenössische Richtung“ und zu internationalem Ansehen.
Mit Radio & Juliet nach der Musik der britischen Popgruppe Radiohead und einer Geschichte in gedanklicher Weiterführung von Romeo und Julia hatte Clug seit 2005 großen Erfolg. Er wurde nachfolgend wegen seines eigenwilligen choreografischen Stils auch international beachtet. Das Ballett Maribor nahm seitdem mit diesem und anderen Stücken international an vielen großen Theaterfestivals teil (Auswahl):
Seit Herbst 2025 ist Edward Clug als Artist in Residence beim Ballett Dortmund tätig, dort wird unter anderem eine Inszenierung von Carl OrffsCarmina Burana gespielt, die am 18. Oktober 2025 Premiere hatte. Auch Radio and Juliet wird aufgeführt.
Edward Clug hat auch mit Theaterregisseuren zusammengearbeitet. Neben Tomaž Pandur, mit dem er 1996 seine Karriere als Choreograf in Maribor begann, arbeitete er auch mit Haris Pašović, dem Gründer der East West Theatre Company. Zusammen schufen sie zwei Stücke: Europe Today und Roses for Anne Teresa/Football Stories. Bei Europe Today war er sowohl Choreograf als auch Schauspieler. Bei Roses for Anne Teresa/Football Stories choreografierte er und war Co-Autor.
Einordnung und Rezeption
Das Staatsballett Berlin bewertet ihn als eine wichtige choreografische Stimme seiner Generation.
„Der choreografische Modernist Edward Clug … in seinen abstrakten Arbeiten eine Art Mondrian der Tanzwelt“ (Vesna Mlakar)
„Unter den zeitgenössischen Choreografen ist er einer der gefragtesten und wohl einer der humorvollsten.“
Zitate aus Kritiken
Dieser Abschnitt besteht nur aus einer listenhaften Sammlung von Zitaten aus Kritiken. Stattdessen sollte eine zusammenfassende Darstellung der Rezeption des Werkes als Fließtext erfolgen, wozu auch markante Zitate gehören können.
„Clug schafft es mit seiner einfallsreichen theatralischen Tanzsprache auch, Ironie und Satire einfliessen zu lassen, an manchen Stellen durfte man schmunzeln, so etwa, wenn er Peer in einen dieser ruckelnden Münz-Flieger einsteigen liess, wie wir sie als Kinder vor den Eingängen der Supermärkte vorfanden. Nur schon mit dieser kleinen Episode zeigte er, wie schwer es dem in der präödipalen Phase steckengebliebenen Peer fällt, erwachsen zu werden.“
„Edward Clug, der Ballettdirektor des slowenischen Nationaltheaters Maribor, choreografiert sehr bildhaft, um nicht zu sagen: skulptural. Die Körperspannung der Tänzer und Tänzerinnen ist bis in die Fingerspitzen spürbar. Oft sind die Arme durchgestreckt. ...Es gibt immer wieder solche „Lockerungsübungen“, um die Geschichte am Laufen zu halten und ganz nebenbei den erwünschten Schmunzeleffekt zu erzeugen. Hier ist zunächst ein Surfbrett, um das offenbar zwischen Theseus und Hippolyta gestritten wird. Bei den Handwerkern ist es später eine mobile Massageliege, die sozusagen zum Objekt der Komik wird“
„Die Choreographie bindet ein gewisses Maß an Roboter-Elementen ein, doch sie ist unverkennbar als Clugs Werk auszumachen: das menschliche Gelenk ist der Spielplatz des Choreographen; die mechanischen (oder digitalen) Ellbogen, Knie und Schultern die Werkzeuge seiner Zunft.“
„Clugs Choreografie ist erzählerisch dichtes, poetisches und tiefgründiges Tanztheater - bleibt aber nicht im Pantomimischen stecken. Er fordert von den Tänzerinnen und Tänzern ein reichhaltiges Bewegungsvokabular, findet zu sehr schönen, einfallsreichen Gruppentänzen“
Auszeichnungen und Nominierungen
1997 für die Choreografie beim slowenischen Ballettwettbewerb,