Edwin Bormann

Edwin Bormann
Gedenktafel für Edwin Bormann am Alten Rathaus in Leipzig

Edwin Bormann (* 14. April 1851 in Leipzig; † 3. Mai 1912 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller. Er publizierte auch unter dem Pseudonym Bliemchen.

Leben

Nachdem er ein 1867 am Königlich Sächsischen Polytechnikum in Dresden begonnenes Architekturstudium aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, studierte er von 1869 bis 1875 in Leipzig und Bonn Naturwissenschaften, Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie. Danach kehrte er in seine Heimatstadt Leipzig zurück, wo er 1888 für die Publikation seiner Werke einen eigenen Verlag gründete. 1909 rief er gemeinsam mit Georg Bötticher und Arthur von Oettingen die Künstlervereinigung Leoniden ins Leben, die ihm und Bötticher 1918 eine Gedenktafel am Leipziger Rathaus stiftete. Er war jahrzehntelang Mitarbeiter der satirisch-humoristischen deutschen Wochenschrift Fliegende Blätter.

Werk

Bormann trat vor allem als sächsischer Mundartdichter hervor. Daneben verfasste er Gedichtkollagen wie seine Schilleressenz, in denen er nach Art des Cento Zitate zu einem neuen Text montierte. Der Titel seines Buchs Jedes Thierchen hat sein Pläsierchen ging in den deutschen Zitatenschatz ein.

In mehreren Publikationen trat er außerdem für die sogenannte Shakespeare-Bacontheorie ein, die Francis Bacon für den Verfasser der unter dem Namen des Schauspielers William Shakespeare veröffentlichten Werke hält. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Theorie versuchte er – nach eigenem Bekunden – den Nachweis zu erbringen, indem er einen „unauflöslichen Zusammenhang“ zwischen den Shakespeare-Dichtungen und den naturwissenschaftlich-philosophischen Werken Bacons aufzeigte. So sei der Sturm eine Parabel zu Bacons Naturphilosophie, Lear zur Ökonomie und Hamlet zur Anthropologie.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ frei nach Leoniden, einem Meteorstrom
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